Der Lebenslauf für die erste Ausbildungsbewerbung
Der Lebenslauf ist das zentrale Dokument der ersten Ausbildungsbewerbung. Er fasst auf einer Seite zusammen, welche Schule Sie besuchen und was Sie bisher gemacht haben.
Personalverantwortliche lesen ihn zuerst und entscheiden oft nach wenigen Sekunden, ob sie die Bewerbung genauer ansehen. Die Liste der Stationen sollte übersichtlich sein und zum Ausbildungsberuf passen.
Tabellarischer Aufbau
In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf üblich. Sie ordnen Ihre Informationen chronologisch an, meist mit Spalten für Zeitraum und Tätigkeit. Diese Form ist übersichtlich und der Leser erfasst Ihre Entwicklung schnell.
Ein vollständiger Lebenslauf für die erste Ausbildung enthält diese Abschnitte in dieser Reihenfolge:
- Persönliche Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
- Schulbildung: Ihre aktuelle Schule, voraussichtlicher Abschluss, besuchte Schulformen
- Praktika und Nebenjobs: Alle praktischen Erfahrungen, auch wenn sie kurz waren
- Besondere Kenntnisse: Sprachkenntnisse, Computerkenntnisse, Führerschein
- Interessen und Hobbys: Nur was zum Beruf passt oder etwas über Sie aussagt
Bei der Reihenfolge gilt: Die neuesten Informationen stehen zuerst. Wenn Sie also gerade die Realschule besuchen, nennen Sie zuerst die Realschule und dann die Grundschule. Bei Praktika beginnt das aktuellste Praktikum.
Die persönlichen Daten
Der Kopf des Lebenslaufs enthält Ihre Kontaktdaten. Dazu gehören Vor- und Nachname, Ihre vollständige Anschrift, eine erreichbare Telefonnummer und eine seriöse E-Mail-Adresse. Wenn Sie noch keine eigene E-Mail-Adresse haben, legen Sie eine an, die aus Ihrem Namen besteht, etwa vorname.nachname@anbieter.de. Adressen wie "sweetgirl2007@…" oder "megaplayer99@…" wirken unprofessionell, verwenden Sie sie nicht.
Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland weiterhin üblich, auch wenn es rechtlich nicht mehr vorgeschrieben ist. Wenn Sie ein Foto einfügen, sollte es aktuell sein, Sie freundlich zeigen und einen neutralen Hintergrund haben. Ein Selfie oder ein Urlaubsfoto gehört nicht in den Lebenslauf.
Die Schulbildung ehrlich angeben
Im Abschnitt Schulbildung listen Sie alle Schulen auf, die Sie besucht haben, mit Zeitraum und voraussichtlichem Abschluss. Schreiben Sie zum Beispiel: "Realschule Musterstadt, angestrebter Abschluss: Mittlere Reife". Wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie den Abschluss schaffen, schreiben Sie "angestrebter Abschluss" statt einer festen Zusage.
Verstecken Sie keine Lücken und beschönigen Sie keine Schulwechsel. Wenn Sie eine Klasse wiederholt haben, geben Sie das an. Personalverantwortliche prüfen solche Angaben. Eine ehrliche Darstellung wirkt glaubwürdiger als eine geschönte Version, die später auffliegt. Eine Wiederholung ist kein Ausschlusskriterium, wenn Sie erklären können, was Sie daraus gelernt haben.
Praktika und Nebenjobs
Viele Schüler haben noch keine Berufserfahrung, aber fast alle haben irgendwann ein Schulpraktikum gemacht oder nebenher gejobbt. Diese Erfahrungen gehören in den Lebenslauf, auch wenn sie nur zwei Wochen dauerten. Ein Praktikum in einer Bäckerei zeigt zum Beispiel, dass Sie wissen, wie ein Arbeitstag abläuft, auch wenn Sie sich später für eine kaufmännische Ausbildung bewerben.
Beschreiben Sie kurz, was Sie in dem Praktikum gemacht haben. Ein bis zwei Stichpunkte reichen, etwa "Einblicke in die Lagerhaltung und Warenannahme" oder "Mithilfe bei der Kundenbetreuung im Verkauf". Auch Zeitungen austragen, Regale einräumen oder Nachhilfe geben zählt. Es zeigt, dass Sie zuverlässig arbeiten und Verantwortung übernehmen können.
Kenntnisse und Fähigkeiten ehrlich auflisten
Im Abschnitt "Besondere Kenntnisse" nennen Sie Sprachen, Computerprogramme und andere Fähigkeiten. Bei Sprachen schreiben Sie Ihr Niveau dazu, etwa "Englisch: gut in Wort und Schrift" oder "Schulenglisch, Grundkenntnisse". Wenn Sie ein Sprachzertifikat haben, nennen Sie es. Bei Computerkenntnissen reicht eine ehrliche Einschätzung: "Sichere Nutzung von Word und Excel" oder "Grundkenntnisse in PowerPoint". Übertreiben Sie nicht. Wenn Sie im Vorstellungsgespräch nach Ihren Excel-Kenntnissen gefragt werden und dann keine einfache Tabelle erstellen können, schadet das mehr, als wenn Sie von Anfang an "Grundkenntnisse" angegeben hätten.
Einen Führerschein geben Sie nur an, wenn Sie ihn haben oder kurz vor der Prüfung stehen. Für viele Ausbildungsberufe ist er ein Pluspunkt, aber nur wenn er echt ist.
Hobbys: nur was zum Beruf passt
Hobbys gehören in den Lebenslauf, wenn sie etwas über Ihre Eignung aussagen. Für eine Ausbildung im Handwerk sind handwerkliche Tätigkeiten wie Holzarbeiten oder Modellbau interessant. Für einen Büroberuf zeigen Vereinsarbeit oder ein Ehrenamt, dass Sie zuverlässig und teamfähig sind. Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball signalisieren Teamfähigkeit.
Nennen Sie nicht einfach eine Liste Ihrer Freizeitaktivitäten. Wählen Sie ein bis drei Hobbys aus, die zur Stelle passen, und erklären Sie in einem kurzen Satz, was Sie dabei machen. "Fußball im Verein, Training zweimal pro Woche" sagt mehr aus als nur das Wort "Fußball". Hobbys wie Zocken oder Serien schauen lassen Sie weg, es sei denn, Sie bewerben sich für einen IT-Beruf und können konkrete Programmierprojekte nennen.
Typische Lücken und wie Sie sie behandeln
Bei Schülern gibt es zwei häufige Lücken: eine längere Krankheit oder ein Schulabbruch. Beides müssen Sie nicht verstecken, aber Sie sollten es kurz und sachlich erklären. Bei einer Krankheit schreiben Sie zum Beispiel "Unterbrochene Schulzeit wegen längerer Erkrankung, seit [Monat/Jahr] wieder voll belastbar". Mehr müssen Sie nicht angeben, Details gehören ins Vorstellungsgespräch.
Wenn Sie die Schule abgebrochen haben, nennen Sie den Zeitraum und den Grund in einem Satz, etwa "Schulbesuch von [Monat/Jahr] bis [Monat/Jahr], abgebrochen wegen schulischer Überforderung, seitdem Praktikum im Bereich X". Wichtig ist, dass Sie zeigen, was Sie aus der Erfahrung gemacht haben. Ein anschließendes Praktikum oder ein anderer Schulabschluss zeigt, dass Sie die Situation gemeistert haben.
Eine Lücke zwischen Schulabschluss und Bewerbung entsteht oft, weil man sich erst spät entscheidet oder keinen Platz bekommen hat. Auch hier gilt: Benennen Sie die Zeit ehrlich. Wenn Sie in dieser Zeit gejobbt oder ein Praktikum gemacht haben, gehört das in den Lebenslauf. Wenn Sie zu Hause waren, schreiben Sie "Zeit der Orientierung" oder "Berufsvorbereitung". Personalverantwortliche sehen lieber eine ehrliche Lücke als eine erfundene Tätigkeit.
Format und Formalien
Der Lebenslauf sollte eine Seite lang sein, bei sehr vielen Stationen sind zwei Seiten akzeptabel. Verwenden Sie eine gut lesbare Schrift wie Arial oder Calibri in angemessener Größe. Die Abschnitte heben Sie mit fetten Überschriften hervor, der Text bleibt linksbündig. Ein einheitlicher Aufbau mit klaren Zeitangaben macht den Lebenslauf professionell.
Speichern Sie den Lebenslauf als PDF, bevor Sie ihn verschicken. So bleibt das Layout auf jedem Computer gleich und niemand kann versehentlich etwas verändern. Die Datei benennen Sie mit Ihrem Namen, etwa "Lebenslauf_Max_Mustermann.pdf". Achten Sie darauf, dass die Daten im Lebenslauf mit denen im Anschreiben übereinstimmen, besonders bei Datumsangaben und Schulnamen.
Lassen Sie den Lebenslauf vor dem Absenden von einer Person gegenlesen, die sich mit Bewerbungen auskennt, etwa einem Lehrer, den Eltern oder der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Ein frischer Blick findet Tippfehler und unlogische Formulierungen, die Ihnen selbst nicht auffallen.