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Legen Sie sich bei der Ausbildungssuche nicht sofort auf einen Beruf fest. Klären Sie zuerst, welche Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen zu Ihnen passen. Prüfen Sie danach, welche Ausbildungsform und welche Ausbildungsplätze zu Ihren Voraussetzungen passen.
Bei einer dualen Ausbildung arbeiten Sie im Betrieb und lernen in der Berufsschule. Eine schulische Ausbildung findet überwiegend an einer Berufsfachschule statt und kann Praxisphasen umfassen. Voraussetzungen, Kosten, Vergütung und Bewerbungsfristen unterscheiden sich je nach Beruf und Anbieter.
Vergleichen Sie Berufe nach Tätigkeiten
Berufsbezeichnungen sagen wenig darüber aus, wie der Arbeitsalltag aussieht. Prüfen Sie deshalb, welche Aufgaben Sie regelmäßig erledigen würden. Geht es etwa um Kundenberatung, handwerkliche Arbeit, Pflege, Planung oder den Umgang mit Zahlen? Überlegen Sie auch, ob Schichtdienst, körperliche Belastung, viel Kontakt mit Menschen oder ein längerer Arbeitsweg für Sie infrage kommen.
Denken Sie auch an eigene Erfahrungen. Aufgaben aus einem Schulprojekt, einem Nebenjob, einem Praktikum oder einem Ehrenamt zeigen, was Ihnen liegt und was Sie gern genauer kennenlernen möchten. Ein Berufstest kann Ideen liefern, entscheidet aber nicht, welcher Beruf zu Ihnen passt. Schreiben Sie zunächst zwei oder drei Berufe auf und notieren Sie, welche Aufgaben und Arbeitsbedingungen Sie noch prüfen möchten.
Praktische Einblicke helfen beim Vergleich. Fragen Sie nach einem Praktikum oder sprechen Sie mit Auszubildenden über typische Aufgaben, Berufsschule und Arbeitszeiten. So erfahren Sie Einzelheiten, die eine Berufsbezeichnung oder ein Testergebnis nicht vermittelt.
Prüfen Sie den Ausbildungsweg
Bei einer dualen Ausbildung lernen Sie an zwei Orten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Bei einer schulischen Ausbildung findet der Unterricht überwiegend an einer Schule statt. Welche Praxisphasen Sie machen, hängt vom Bildungsgang ab.
Klären Sie für jeden interessanten Beruf, welche schulischen oder weiteren Voraussetzungen gelten. Es gibt keine pauschale Regel, nach der für jede Ausbildung derselbe Schulabschluss erforderlich ist. Betriebe und Schulen legen ihre Auswahl- und Zugangskriterien für den jeweiligen Beruf oder Bildungsgang fest.
Erkundigen Sie sich bei der Schule oder dem Betrieb nach Vergütung, möglichen Kosten, Dauer und Bewerbungsverfahren. Fragen Sie bei schulischen Bildungsgängen auch, ob Praktika vorgesehen sind und welche Stelle Ihre Bewerbung entgegennimmt. Diese Angaben helfen Ihnen, Ausbildungswege zu vergleichen, die auf den ersten Blick ähnlich wirken.

Finden Sie passende Ausbildungsplätze
Beginnen Sie die Suche bei der Bundesagentur für Arbeit und prüfen Sie zusätzlich die Internetseiten von Betrieben und Schulen. Auch bei Kammern, auf Ausbildungsmessen und durch direkte Anfragen bei Betrieben finden Sie Angebote. Eine Berufsberatung unterstützt Sie dabei, Berufe und Suchwege einzugrenzen.
Prüfen Sie jede Ausschreibung einzeln. Achten Sie darauf, welche Aufgaben genannt werden, welche Voraussetzungen der Betrieb erwartet und wie Sie sich bewerben sollen. Falls ein Punkt unklar bleibt, fragen Sie beim Betrieb oder bei der Schule nach. Prüfen Sie auch, ob Standort, Ausbildungsform und Bedingungen zu Ihren Plänen passen.
Planen Sie nach Bewerbungsfristen
Für Ausbildungsplätze gibt es keine einheitliche Bewerbungsfrist. Größere Betriebe beginnen ihre Auswahl teilweise etwa eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn. Bei anderen Stellen reicht die Ausschreibung später. Ein Jahr Vorlauf dient nur als grobe Orientierung. Entscheidend sind die Frist in der Ausschreibung und die Auskunft des jeweiligen Anbieters.
Notieren Sie für jede Stelle den gewünschten Ausbildungsbeginn, die Bewerbungsfrist, den Bewerbungsweg und die geforderten Unterlagen. Legen Sie außerdem fest, wann Sie eine Bewerbung fertigstellen und absenden wollen. So behalten Sie auch dann den Überblick, wenn mehrere Betriebe unterschiedliche Termine setzen.
Stimmen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen ab
Häufig gehören ein Anschreiben, ein Lebenslauf und Zeugnisse zur Bewerbung. Die Ausschreibung kann weitere Unterlagen verlangen, etwa Nachweise über Praktika oder Arbeitsproben. Richten Sie sich nach den Angaben des Betriebs und prüfen Sie vor dem Absenden, ob alle Dateien vollständig und gut lesbar sind.
Wenn Sie noch wenig Berufserfahrung haben, nennen Sie passende Beispiele aus Schule, Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtlicher Arbeit. Beschreiben Sie konkret, was Sie getan haben und was davon zum Ausbildungsberuf passt. Wenn die Ausschreibung Aufgaben in der Dokumentation nennt, passt dazu etwa ein Schulprojekt, bei dem Sie sorgfältig Daten erfasst haben.
Prüfen Sie außerdem, ob der richtige Betrieb und Beruf im Anschreiben stehen, die Ansprechperson korrekt geschrieben ist und Ihre Kontaktdaten stimmen. Ein Bewerbungsfoto ist keine allgemeine Pflicht. Entscheidend sind die verlangten Unterlagen und der angegebene Bewerbungsweg.

Bereiten Sie das Vorstellungsgespräch vor
Bereiten Sie für ein Vorstellungsgespräch eine klare Erklärung vor, warum Sie sich für den Beruf und den Betrieb interessieren. Beziehen Sie sich dabei auf Aufgaben, die Sie ansprechen, oder auf Erfahrungen, die Sie bereits gesammelt haben.
Das Gespräch hilft auch Ihnen bei der Entscheidung. Fragen Sie zum Beispiel, wer Sie während der Ausbildung betreut, wie der Ausbildungsplan aussieht und wie Betrieb und Berufsschule auf Prüfungen vorbereiten. Die Antworten zeigen Ihnen konkreter, wie der Ausbildungsalltag aussieht, als eine allgemeine Beschreibung des Berufs.
Bleiben Sie bei der Suche beweglich
Halten Sie fest, wann Sie sich beworben haben und wann der Betrieb eine Rückmeldung angekündigt hat. Wenn der genannte Zeitraum verstrichen ist, können Sie freundlich nachfragen. Bei einer Absage prüfen Sie, ob der Beruf weiterhin passt, und bewerben sich auf weitere geeignete Stellen.
Auch eine späte Suche ist nicht automatisch aussichtslos. Fragen Sie bei Betrieben und Kammern nach und wenden Sie sich an die Berufsberatung. Prüfen Sie auch Stellen in größerer Entfernung oder mit späterem Einstieg, wenn die Bedingungen des Ausbildungsplatzes dazu passen. Wie gut freie Plätze zu Ihren Anforderungen passen, hängt von der Region und vom Beruf ab. Für 2025 meldete das Bundesinstitut für Berufsbildung sowohl unbesetzte Ausbildungsstellen als auch junge Menschen, die noch einen Platz suchten. Diese bundesweiten Zahlen für einen bestimmten Stichtag sagen jedoch nicht aus, ob in Ihrer Nähe ein passender Platz verfügbar ist.

