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Beginnen Sie 18 bis 15 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart damit, Berufe und Ausbildungswege zu erkunden. Bewerbungen folgen meist später, doch größere Betriebe suchen teilweise schon eineinhalb Jahre im Voraus. Eine einheitliche Frist für alle Ausbildungen gibt es nicht.
Erkunden Sie Berufe und prüfen Sie Fristen. Bereiten Sie Ihre Unterlagen vor und planen Sie auch Zeit für Auswahlverfahren und anfallende Kosten ein. Entscheidend sind die Angaben des jeweiligen Betriebs oder der Schule.
Vom Ausbildungsstart rückwärts planen
Legen Sie zuerst fest, wann Sie die Ausbildung beginnen möchten. Prüfen Sie dann für jeden interessanten Beruf und Anbieter, wann Bewerbungen angenommen werden und welche Nachweise verlangt werden. Bei schulischen Ausbildungen legt die Schule die Fristen fest; eine Bewerbung etwa ein Jahr vor Beginn ist bei vielen Bildungsgängen nötig.
Für betriebliche Ausbildungen empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit bei vielen Wegen, nach dem Jahreszeugnis der vorletzten Klasse mit der Suche zu beginnen. Banken, Versicherungen und der öffentliche Dienst starten teilweise früher. Die Fristen unterscheiden sich je nach Branche. Eine regionale IHK nennt für Banken und Sparkassen mehr als ein Jahr Vorlauf. Für die Industrie sind es etwa zehn bis zwölf Monate, für Handel sowie andere Berufe etwa fünf bis neun Monate. Diese Zeiträume dienen nur zur Orientierung. Bundesweit verbindliche Regeln sind sie nicht.
Tragen Sie daher die Frist jeder Stelle einzeln in einen Kalender ein und notieren Sie, wann Sie die Bewerbung abschicken wollen. So bleibt Zeit, fehlende Unterlagen zu beschaffen, bevor Sie erst kurz vor dem Bewerbungsschluss feststellen, dass Unterlagen fehlen.
Erst Berufe erkunden, dann bewerben
Etwa 18 bis 15 Monate vor dem Ausbildungsbeginn können Sie Interessen und Stärken prüfen, Berufe recherchieren und nach Praktika suchen. In den folgenden Monaten legen Sie fest, welche Berufe infrage kommen, und vergleichen Betriebe. So können Sie gezielter entscheiden, wo Sie sich bewerben, und Fragen zum Ausbildungsalltag klären.
Planen Sie dafür konkrete Termine ein, etwa für ein Gespräch mit der Berufsberatung, einen Besuch auf einer Ausbildungsmesse oder eine Anfrage zu einem Praktikum. Wenn Sie auf einer Messe einen passenden Betrieb kennenlernen, halten Sie den Namen Ihrer Ansprechperson und vereinbarte nächste Schritte fest. Reichen Sie eine Bewerbung anschließend zeitnah ein, solange das Gespräch noch aktuell ist.

Unterlagen etappenweise vorbereiten
Etwa zwölf bis neun Monate vor dem Ausbildungsstart können Sie erste Bewerbungen vorbereiten und versenden. Sammeln Sie dafür Zeugnisse und Nachweise und erstellen Sie einen Lebenslauf. Häufig verlangen Betriebe zusätzlich ein Anschreiben; je nach Beruf kommen etwa Praktikumsnachweise oder Arbeitsproben hinzu. Entscheidend ist die jeweilige Ausschreibung.
Stellen Sie grundlegende Unterlagen zusammen, passen Sie Anschreiben und Lebenslauf aber an den jeweiligen Betrieb an. Für jede Bewerbung sollten Sie Zeit für das Lesen der Anforderungen, die Anpassung der Unterlagen und eine abschließende Prüfung einplanen. Es gibt keine verlässliche Angabe dazu, wie viele Stunden eine einzelne Bewerbung oder die gesamte Suche dauert. Der Aufwand hängt unter anderem davon ab, wie viele Nachweise noch fehlen und wie weit die Berufe voneinander abweichen.
Eine einfache Übersicht verhindert, dass Fristen oder Rückmeldungen untergehen. Notieren Sie für jede Stelle den Betrieb, die Bewerbungsfrist, das Versanddatum, eine Ansprechperson und den aktuellen Stand. Notieren Sie auch den nächsten Schritt, zum Beispiel eine Nachfrage oder die Vorbereitung auf ein Gespräch.
Zeit für Gespräche und Rückmeldungen lassen
Nach dem Versand kann ein Auswahlverfahren folgen. Manche Betriebe laden zu einem Gespräch oder Einstellungstest ein. Halten Sie deshalb im Kalender Platz frei, um sich vorzubereiten und Termine wahrzunehmen. Verschicken Sie parallel weitere passende Bewerbungen, statt auf eine einzelne Rückmeldung zu warten.
Wenn Sie nach etwa vier Wochen nichts gehört haben, können Sie höflich nachfragen. Das ist keine verbindliche Wartefrist: Beachten Sie zuerst die Angaben des Betriebs und fragen Sie nicht nach, wenn dort ein längerer Rückmeldezeitraum genannt wird. Notieren Sie bei jeder Bewerbung, wann und wie Sie nachfragen wollen.
Bewerbungskosten vom Ausbildungsbudget trennen
Wie viel Bewerbungen kosten, lässt sich nicht allgemein verlässlich beziffern. Prüfen Sie, ob Kosten für Unterlagen, Wege zu Gesprächen oder andere verlangte Nachweise entstehen. Halten Sie diese Ausgaben getrennt von den Kosten, die erst mit der Ausbildung anfallen.
Nach der Zusage zählen zum Ausbildungsbudget zum Beispiel Miete und Lebenshaltung. Auch Mobilität und Lernmittel gehören dazu. Bei schulischen Ausbildungen können außerdem Ausgaben für Kleidung entstehen. Kosten für Fahrten oder Unterkunft können ebenfalls anfallen. Staatliche Berufsfachschulen sind laut Bundesagentur für Arbeit kostenlos; private Schulen verlangen meistens Schulgeld. In einer dualen Ausbildung erhalten Sie eine Vergütung, bei schulischen Ausbildungen meistens nicht. Ausnahmen gibt es, etwa in Pflegeberufen. Prüfen Sie die Kosten und die Vergütung deshalb für den konkreten Bildungsgang.
Je nach Ausbildungsform und persönlicher Situation kommen Berufsausbildungsbeihilfe für eine duale Ausbildung oder BAföG für eine schulische Ausbildung infrage. Auch Zuschüsse zu Bewerbungskosten oder Fahrten zu Vorstellungsgesprächen können für arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen möglich sein. Klären Sie eine Förderung mit der zuständigen Stelle, bevor die Kosten entstehen. Ein Anspruch besteht nicht automatisch.

Bei spätem Start weiter suchen
Auch wenn Sie spät anfangen, können Sie noch einen Ausbildungsplatz finden. Fragen Sie Betriebe direkt nach freien Plätzen und wenden Sie sich an die Berufsberatung oder die zuständige Kammer. Auch kurzfristig frei gewordene Stellen kommen infrage. Ein später Einstieg muss jedoch mit Betrieb und Berufsschule abgestimmt werden; Sie müssen möglicherweise versäumten Lernstoff nachholen.
Wenn Sie spät dran sind, konzentrieren Sie sich zunächst auf passende Stellen mit noch offenen Fristen. Prüfen Sie dabei auch, ob der Ausbildungsbetrieb einen späteren Einstieg akzeptiert und wie der Unterricht organisiert wird. Bewerben Sie sich weiter, bis Sie eine verbindliche Zusage haben.

