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Das Anschreiben für die Ausbildungsbewerbung formulieren

Das Anschreiben ist die erste Seite Ihrer Bewerbung für einen Ausbildungsplatz. Personalverantwortliche entscheiden anhand dieser Seite, ob sie Ihre Unterlagen genauer prüfen. Ein überzeugendes Anschreiben beantwortet drei Fragen: Auf welche Stelle bewerben Sie sich? Warum möchten Sie in diesem Unternehmen arbeiten? Warum sind Sie dafür geeignet? Diese Antworten passen auf eine Seite, wenn Sie sich auf das Wesentliche beschränken.

Was das Anschreiben leisten muss

Ein Anschreiben ist kein Lebenslauf in Prosaform. Es soll zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben und eine klare Vorstellung vom Beruf haben. Personalverantwortliche erkennen schnell, ob ein Text für viele Betriebe gleich geschrieben wurde oder ob er auf die konkrete Stelle zugeschnitten ist.

Die wichtigste Vorgabe ist die Länge. Eine Seite reicht. Mehr sollten Sie nicht schreiben. Kürzere Texte sind in Ordnung, wenn sie alle nötigen Informationen enthalten. Ein zu langes Anschreiben wirkt unsortiert und kostet Zeit.

Kopf, Betreff und Anrede

Oben stehen Ihre Kontaktdaten, darunter Datum und die Anschrift des Unternehmens. Im Betreff nennen Sie die genaue Berufsbezeichnung und die Stellenbezeichnung aus der Anzeige. Zum Beispiel: „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker für Systemintegration". Wenn die Anzeige eine Kennziffer enthält, gehört sie in den Betreff.

Die Anrede richtet sich nach der Anzeige. Steht dort ein Name, schreiben Sie „Sehr geehrte Frau Mustermann". Ohne Namen verwenden Sie „Sehr geehrte Damen und Herren". Erfinden Sie keine Namen, das fällt sofort auf.

Der erste Satz

Der Einstieg sollte in zwei bis drei Sätzen sagen, worum es geht und warum Sie sich gerade für dieses Unternehmen interessieren. Ein Beispiel: „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige für den Ausbildungsplatz als Elektroniker gelesen. Ihr Betrieb hat mich besonders angesprochen, weil Sie im Bereich erneuerbare Energien arbeiten und ich diese Technik bereits in der Schule kennengelernt habe."

Vermeiden Sie Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich". Sie sind nicht falsch, sagen aber nichts über Sie aus. Besser ist ein Satz, der einen konkreten Bezug zum Unternehmen herstellt. Dafür müssen Sie vor dem Schreiben recherchieren. Was stellt das Unternehmen her? Welche Dienstleistung bietet es? Was steht auf der Webseite über Ausbildung?

Warum Sie passen

Im Hauptteil verknüpfen Sie Ihre Stärken mit den Anforderungen der Stelle. Lesen Sie dafür die Anzeige genau und achten Sie auf Berufsbezeichnung und Aufgabenbeschreibung. Steht dort „Teamarbeit", beschreiben Sie eine Situation, in der Sie im Team gearbeitet haben. Steht dort „sorgfältiges Arbeiten", nennen Sie ein Beispiel aus der Schule, einem Praktikum oder einem Nebenjob.

Ein Beispiel: „Im Praktikum in der Kfz-Werkstatt habe ich drei Wochen lang bei der Wartung von Fahrzeugen mitgearbeitet. Dabei habe ich gelernt, Arbeitsabläufe genau zu dokumentieren und Werkzeuge richtig einzusetzen. Diese Erfahrung hat mich in meinem Wunsch bestärkt, Kfz-Mechatroniker zu werden."

Die Beispiele müssen wahr sein. Übertreibungen fallen in einem Vorstellungsgespräch auf, wenn Sie nach Details gefragt werden. Wenn Sie noch kein Praktikum gemacht haben, nennen Sie schulische Projekte, Vereinsarbeit oder Hobbys, die zur Stelle passen.

Der Schluss

Zum Ende fassen Sie kurz zusammen, warum Sie sich für geeignet halten, und bitten um ein Gespräch. Ein Beispiel: „Ich bin überzeugt, mit meiner Motivation und meiner Bereitschaft zu lernen gut in Ihr Team zu passen. Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr."

Darunter folgen Grußformel, Unterschrift und der Hinweis auf die Anlagen, zum Beispiel Lebenslauf und Zeugnisse. Der Schluss sollte keine neuen Themen aufmachen und keine Fragen stellen, die Sie selbst beantworten könnten.

Häufige Fehler vermeiden

Der häufigste Fehler ist ein allgemeiner Text, der zu jeder Bewerbung passt. Personalverantwortliche merken das sofort. Schreiben Sie für jede Bewerbung ein neues Anschreiben und nennen Sie das Unternehmen und die Stelle mit Namen.

Rechtschreib- und Grammatikfehler wirken nachlässig. Lassen Sie den Text von einer Person gegenlesen, die Sie nicht gut kennt, oder nutzen Sie die Rechtschreibprüfung. Lesen Sie den Text außerdem laut vor, so fallen holprige Sätze auf.

Ein weiterer Fehler ist, den Lebenslauf im Anschreiben zu wiederholen. Noten und Schulabschlüsse stehen im Lebenslauf, das Anschreiben erklärt, was Sie daraus gemacht haben und warum Sie zum Beruf passen. Verzichten Sie auf Sätze wie „Ich bin zuverlässig und pünktlich", wenn Sie dafür kein Beispiel nennen. Diese Behauptungen sagen nichts aus, wenn sie nicht belegt sind.

Formulierungshilfen für den Einstieg

Wenn Ihnen der erste Satz schwerfällt, helfen diese Muster:

  • „Ihre Anzeige für den Ausbildungsplatz als… hat mich sofort angesprochen, weil…"
  • „Schon während meines Praktikums bei… habe ich gemerkt, dass ich gerne in diesem Bereich arbeite."
  • „Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bin ich auf Ihr Unternehmen gestoßen, weil…"

Passen Sie die Sätze an Ihre Situation an und ergänzen Sie den konkreten Grund. Ein Satz, der nur die Anzeige erwähnt, trägt wenig. Der Grund, warum Sie sich für das Unternehmen interessieren, ist das Entscheidende.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.