Dein Weg durch den Artikel
Wenn Sie einen Ausbildungsberuf suchen oder sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, helfen Ihnen die folgenden Hinweise. Sie zeigen, wie Sie typische Fehler bei der Suche und Bewerbung vermeiden.
Sie treffen leichter eine Fehlentscheidung, wenn Sie sich nur am Berufsnamen, an allgemeinen Fristen oder an einer unveränderten Bewerbung orientieren. Prüfen Sie zuerst den Ausbildungsalltag. Informieren Sie sich danach über die Anforderungen und Fristen des Betriebs oder der Schule, bei der Sie sich bewerben.
Prüfen Sie den Berufsalltag
Ein Berufstitel sagt wenig darüber aus, was Sie bei der Arbeit täglich tun. Informieren Sie sich über typische Aufgaben, Arbeitsorte, Arbeitszeiten, Kundenkontakt und körperliche Anforderungen. Vergleichen Sie diese Punkte mit Ihren Interessen und den Bedingungen, unter denen Sie gut lernen und arbeiten können.
Ein Orientierungstest wie Check-U kann erste Berufsfelder aufzeigen. Behandeln Sie das Ergebnis als Hinweis, nicht als fertige Entscheidung. Vergleichen Sie das Ergebnis mit Berufsbeschreibungen. Informieren Sie sich über den Arbeitsalltag und sprechen Sie mit der Berufsberatung. Ein Praktikum hilft Ihnen, Tätigkeiten selbst kennenzulernen. Für bestimmte Ausbildungssuchende bietet die Bundesagentur für Arbeit außerdem ein Berufsorientierungspraktikum von einer bis sechs Wochen an; dafür gelten Voraussetzungen, die Sie vorher prüfen müssen.
Duale und schulische Ausbildung unterscheiden
Bei einer dualen Ausbildung lernen Sie im Betrieb und in der Berufsschule. Eine schulische Ausbildung findet überwiegend an einer Schule oder bei einem Bildungsträger statt. Deshalb unterscheiden sich Ablauf, Bewerbung und Zugangsvoraussetzungen.
Prüfen Sie bei einer schulischen Ausbildung direkt bei der Schule, welcher Abschluss verlangt wird und wann Sie sich bewerben müssen. Für eine betriebliche Ausbildung ist rechtlich grundsätzlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe legen aber eigene Auswahlkriterien fest. Lesen Sie daher die konkrete Anzeige, statt sich wegen einer vermuteten Notenanforderung vorschnell selbst auszusortieren.

Ausbildungsplätze auf mehreren Wegen suchen
Beschränken Sie Ihre Suche nicht auf ein einziges Ausbildungsportal. Betriebe veröffentlichen freie Plätze auch auf ihren eigenen Internetseiten, in lokalen Zeitungen oder per Aushang. Weitere Stellen finden Sie über die Ausbildungsplatzsuche der Bundesagentur für Arbeit, bei Kammern und auf Ausbildungsmessen. Wenn Sie keinen passenden Platz finden, kann eine Initiativbewerbung bei einem Betrieb infrage kommen.
Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob es um den gewünschten Beruf und Ausbildungsbeginn geht. Fragen Sie direkt beim Betrieb nach, wenn eine Anzeige veraltet ist oder Angaben fehlen.
Bewerbungsfristen beim Betrieb oder bei der Schule klären
Für alle Ausbildungsplätze gilt kein gemeinsamer Bewerbungsschluss. Große Betriebe beginnen teilweise schon eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn mit der Suche. Andere Arbeitgeber starten später. Bei schulischen Ausbildungen können wiederum eigene Bewerbungszeiträume gelten.
Ein allgemeiner Zeitplan kann Ihnen bei der Orientierung helfen, ersetzt aber nicht die Angaben des Betriebs oder der Schule. Notieren Sie die Frist aus der konkreten Ausschreibung und fragen Sie nach, wenn sie fehlt oder unklar ist. So verwechseln Sie einen groben Richtwert nicht mit einer verbindlichen Frist.
Passen Sie jede Bewerbung an
Ein unverändertes Anschreiben für viele Betriebe wirkt schnell unpassend. Nennen Sie die richtige Ausbildungsbezeichnung und erklären Sie, warum Sie sich gerade für diesen Beruf und diesen Betrieb interessieren. Verbinden Sie Ihre Fähigkeiten mit den Anforderungen der Stelle und belegen Sie sie mit einem konkreten Beispiel, etwa aus einem Praktikum, einem Schulprojekt, einem Nebenjob oder dem Ehrenamt.
Ein Motivationsschreiben, manchmal „Dritte Seite“ genannt, gehört nicht automatisch in jede Bewerbung. Fügen Sie es nur bei, wenn der Betrieb es verlangt oder Sie darin wichtige Informationen nennen, die im Anschreiben und Lebenslauf fehlen. Auch ein Bewerbungsfoto ist nicht verpflichtend. Ob es in einer Branche üblich ist, ändert nichts an den Vorgaben der konkreten Ausschreibung.

Prüfen Sie die Unterlagen vor dem Versand
Gleichen Sie Ihre Bewerbung noch einmal mit der Anzeige ab. Kontrollieren Sie besonders Berufsbezeichnung, Ansprechperson, Kontaktdaten, Versandweg und verlangte Anlagen. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse gehören häufig dazu; weitere Unterlagen sollten Sie nur beifügen, wenn der Betrieb sie verlangt oder sie für die Stelle relevant sind.
Gehen Sie vor dem Absenden diese Punkte durch:
- Stimmen Name und Kontaktperson?
- Bezieht sich das Anschreiben auf genau diesen Ausbildungsplatz?
- Sind Rechtschreibung, Dateinamen und Anlagen geprüft?
- Erfüllen Sie die Vorgaben des Bewerbungsportals oder der E-Mail-Bewerbung?
Bitten Sie nach Möglichkeit eine andere Person, die Unterlagen Korrektur zu lesen. Ein Foto ist freiwillig, ein korrekt zugeordneter Empfänger dagegen entscheidend dafür, dass Ihre Bewerbung beim richtigen Betrieb landet.
Bewerbungsstatus verfolgen und höflich nachfragen
Notieren Sie, wann Sie sich beworben haben, an wen Sie die Bewerbung geschickt haben und wann eine Rückmeldung kam. So verlieren Sie nach mehreren Bewerbungen nicht den Überblick. Die Bundesagentur für Arbeit nennt vier Wochen ohne Antwort als Orientierung für eine höfliche Nachfrage. Der Betrieb muss sich nicht innerhalb dieser vier Wochen melden. Auch danach muss noch keine Entscheidung gefallen sein.
Wenn Sie nachfragen, bleiben Sie sachlich und nennen Sie die Stelle, auf die Sie sich beworben haben. Prüfen Sie vorher, ob die Ausschreibung einen eigenen Zeitplan oder Hinweise zur Kontaktaufnahme enthält.



