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Ausbildung und Bewerbung strukturiert planen

Bei der Ausbildungssuche wählen Sie einen Beruf, suchen passende Betriebe und schreiben Bewerbungen. Prüfen Sie zuerst, welche Tätigkeiten zu Ihnen passen, sammeln Sie praktische Eindrücke und richten Sie Ihre Bewerbungen nach den Fristen der Betriebe aus. Eine duale Ausbildung verbindet die Arbeit im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule.

Tätigkeiten statt Berufsnamen vergleichen

Sammeln Sie zunächst, was Sie gern tun und wobei Sie Ihre Stärken einsetzen. „Ich interessiere mich für Technik“ ist ein Anfang. Konkreter wird es mit Tätigkeiten wie Geräte prüfen, Fehler suchen oder Arbeitsschritte dokumentieren. So lässt sich besser erkennen, ob der Alltag eines Berufs zu Ihnen passt.

Notieren Sie auch, welche Arbeitsbedingungen für Sie wichtig sind. Dazu gehören etwa Kundenkontakt, körperliche Arbeit, Schichtdienst und der Weg zum Betrieb. Vergleichen Sie anschließend mehrere Berufe: Welche Aufgaben kommen darin vor? Welche Kenntnisse oder Schulabschlüsse verlangt der Betrieb? Was möchten Sie noch lernen?

Orientierungstests wie Check-U können passende Berufsfelder vorschlagen. Nutzen Sie das Ergebnis als Ausgangspunkt für weitere Recherche. Prüfen Sie es mit Berufsbeschreibungen und konkreten Ausbildungsanzeigen. Auch Gespräche mit Auszubildenden, Beschäftigten oder der Berufsberatung helfen, die tägliche Arbeit besser einzuschätzen.

Berufe praktisch ausprobieren

Ein Praktikum zeigt Ihnen, wie die Arbeit im Alltag abläuft. Es kann Ihre Berufswahl bestätigen oder Ihnen zeigen, dass ein Beruf nicht passt. Achten Sie dabei darauf, was genau Ihnen gefällt oder Schwierigkeiten macht: die Tätigkeit, die Arbeitsbedingungen oder die Erfahrungen in diesem einen Betrieb?

Wenn ein Praktikum zeitlich nicht möglich ist, fragen Sie nach einem Schnuppertag. Auch Gespräche mit Beschäftigten und Besuche auf Ausbildungsmessen geben Einblicke. Halten Sie danach kurz fest, welche Tätigkeiten Sie ausprobieren konnten und was Sie daraus für Ihre Berufswahl mitnehmen.

Fristen früh prüfen

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Suche, denn Betriebe planen unterschiedlich. Größere Unternehmen starten Auswahlverfahren teilweise schon etwa eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn. Kleinere Betriebe und Schulen haben oft andere Zeitpläne. Verbindlich ist die Frist in der jeweiligen Anzeige oder die Auskunft der Schule.

Gehen Sie Schritt für Schritt vor: Erkunden Sie zuerst Berufe und Betriebe, stellen Sie dann Ihre Unterlagen zusammen und verschicken Sie Ihre Bewerbungen. Tragen Sie die Frist jeder Stelle einzeln in einen Kalender ein. Ein allgemeiner Zeitplan hilft bei der Orientierung, ersetzt aber nicht die Prüfung der konkreten Termine.

Ausbildungsplätze gezielt suchen

Suchen Sie in der Ausbildungsplatzbörse der Bundesagentur für Arbeit, auf den Internetseiten von Betrieben und über die Börsen der zuständigen Kammern. Auf Ausbildungsmessen und über persönliche Kontakte finden Sie weitere Stellen. Wenn Sie keine passende Stelle finden, fragen Sie bei einem Betrieb nach, ob er im gewünschten Beruf ausbildet. Gegebenenfalls können Sie sich dort initiativ bewerben.

Prüfen Sie bei jeder Anzeige die Aufgaben, Voraussetzungen, Bewerbungsfrist und den gewünschten Weg für die Bewerbung. Achten Sie außerdem darauf, welche Fähigkeiten der Betrieb erwartet und welche Unterlagen er verlangt. Wenn Angaben fehlen, fragen Sie bei der genannten Kontaktperson nach. So können Sie Ihre Bewerbung gezielt auf die Stelle ausrichten.

Vergleichen Sie auch den Ausbildungsalltag. Fragen Sie, welche Abteilungen Sie kennenlernen, wer Sie betreut und wie Betrieb und Berufsschule zusammenarbeiten. Arbeitszeiten und Anfahrtsweg gehören ebenfalls zur Entscheidung. Solche Fragen eignen sich für die Recherche vor einer Bewerbung und für ein späteres Gespräch.

Unterlagen auf die Stelle abstimmen

Eine Bewerbung enthält häufig ein Anschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf und Zeugnisse. Praktikumsnachweise oder andere Bescheinigungen fügen Sie hinzu, wenn sie zur Stelle passen oder der Betrieb sie verlangt. Richten Sie sich nach den Angaben des Betriebs und dem Bewerbungsverfahren, das er vorgibt.

Im Anschreiben sollten Sie den Ausbildungsberuf nennen, Ihr Interesse daran erklären und zeigen, warum Sie sich gerade bei diesem Betrieb bewerben. Zeigen Sie Ihr Interesse mit konkreten Erfahrungen: Ein Schulprojekt, ein Praktikum, ein Nebenjob oder eine Tätigkeit im Verein kann zeigen, was Sie bereits ausprobiert oder gelernt haben.

Senden Sie die Unterlagen über den verlangten Weg, etwa ein Bewerbungsportal oder per E-Mail. Prüfen Sie vor dem Absenden den Namen der Ansprechperson, die Berufsbezeichnung, Ihre Kontaktdaten und die Anlagen. Öffnen Sie die fertigen Dateien noch einmal und prüfen Sie, ob sie lesbar und vollständig sind.

Bewerbungen nachhalten

Führen Sie eine einfache Übersicht über Ihre Bewerbungen. Halten Sie darin den Betrieb, den Ausbildungsberuf, die Frist, das Versanddatum, die Kontaktperson und den aktuellen Stand fest. So sehen Sie auf einen Blick, wo Sie noch Unterlagen nachreichen oder auf eine Rückmeldung warten.

Bleibt eine Antwort aus, können Sie beim Betrieb nachfragen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt etwa vier Wochen ohne Rückmeldung als möglichen Zeitpunkt für eine Nachfrage. Die passende Dauer hängt vom Betrieb und dem angekündigten Auswahlverfahren ab. Richten Sie sich deshalb zuerst nach den Angaben in der Ausschreibung.

Vorstellungsgespräche vorbereiten und Suche fortsetzen

Informieren Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch über die Aufgaben des Berufs und den Betrieb. Überlegen Sie, welche Erfahrungen zeigen, warum Sie sich für den Beruf interessieren, und notieren Sie eigene Fragen zur Ausbildung. Dazu können die Betreuung, der Ausbildungsplan oder die Zusammenarbeit mit der Berufsschule gehören.

Suchen Sie auch nach einer Absage weiter. Prüfen Sie, ob ein anderer Betrieb oder ein verwandter Ausbildungsberuf besser passt. Suchen Sie bei Bedarf auch in einem größeren Umkreis. Auch nach dem üblichen Ausbildungsbeginn gibt es teilweise noch freie Plätze. Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit kann bei der Suche nach passenden Angeboten und Alternativen helfen.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.