Categories
Allgemein

Weiterbildung nach der Ausbildung planen

Nach der Berufsausbildung können Sie sich spezialisieren, mehr Verantwortung übernehmen oder studieren. Meister, Fachwirt und Bachelor eröffnen unterschiedliche Wege. Welche Option passt, hängt davon ab, welche Aufgaben Sie künftig übernehmen möchten.

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) ordnet bestimmte Meister- und Fachwirtabschlüsse sowie Bachelorabschlüsse Niveau 6 zu. Sie liegen damit auf einem vergleichbaren Kompetenzniveau, unterscheiden sich aber in Inhalten, Berufsfeldern und Berechtigungen.

Meister, Fachwirt oder Bachelor?

Ein Meisterabschluss eignet sich vor allem für Fachkräfte, die sich in einem gewerblich-technischen Beruf weiterentwickeln möchten. Sie vertiefen Ihre beruflichen Fachkenntnisse und lernen zum Beispiel, einen Betrieb zu führen und Beschäftigte anzuleiten. Die genauen Inhalte und Zugangsvoraussetzungen richten sich nach dem jeweiligen Meisterabschluss.

Der Fachwirt ist eine kaufmännisch geprägte Aufstiegsfortbildung. Je nach Fachrichtung vertiefen Sie zum Beispiel Kenntnisse in Handel, Personal oder Versicherungen und Finanzen. Der Ausdruck „Fachwirt als Meister der Kaufleute“ hilft bei der groben Einordnung. Welche Anforderungen gelten, steht in der jeweiligen Prüfungsordnung.

Ein Bachelor ist ein Hochschulabschluss. Das Studium vermittelt wissenschaftliche und fachliche Kenntnisse und kann zu Tätigkeiten führen, für die ein Hochschulabschluss verlangt wird. Ein Meister- oder Fachwirtabschluss wird durch die Zuordnung zum DQR-Niveau 6 nicht zum Bachelor und ersetzt ihn nicht.

Weg Passt besonders, wenn Sie … Darauf sollten Sie achten
Meister fachlich aufsteigen und Führungs- oder Ausbildungsaufgaben übernehmen möchten Inhalte und Zulassung unterscheiden sich je nach Meisterabschluss
Fachwirt kaufmännische Verantwortung in einer Branche oder einem Tätigkeitsfeld anstreben Zugang und Prüfungsaufbau hängen von der Fachrichtung ab
Bachelor ein Hochschulstudium absolvieren oder einen akademischen Abschluss benötigen Studienform, Dauer und Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich

Wie lange eine Fortbildung dauert, hängt vom Lehrgangsmodell, Ihrer Berufserfahrung, der Prüfungsordnung und Ihrer Lernzeit ab. Prüfen Sie deshalb vor der Anmeldung die Zulassungsvoraussetzungen und den konkreten Stunden- oder Studienplan.

Was DQR-Niveau 6 bedeutet

Der DQR vergleicht, welche Kompetenzen die Abschlüsse voraussetzen, und ordnet sie einem Niveau zu. Zwei Abschlüsse auf demselben Niveau vermitteln nicht automatisch dieselben Inhalte und eröffnen nicht dieselben Anschlusswege. Auch zusätzliche Berechtigungen, etwa für den Zugang zu einem bestimmten Studiengang, ergeben sich nicht automatisch aus der DQR-Zuordnung.

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) hat ebenfalls acht Niveaus und erleichtert den Vergleich von Abschlüssen zwischen Ländern. Das kann bei Bewerbungen im Ausland helfen, ersetzt aber keine Prüfung der Anerkennung. Wenn Sie in einem reglementierten Beruf arbeiten möchten, müssen Sie die Anerkennungsregeln des Ziellandes gesondert klären.

Berufliche Fortbildungsabschlüsse können auch die Bezeichnung Bachelor Professional tragen. Das ist ein Titel für eine berufliche Fortbildung. Er macht den Abschluss nicht zu einem akademischen Bachelor.

Ausbildungsintegrierendes duales Studium

Ein ausbildungsintegrierendes duales Studium verbindet eine Berufsausbildung mit einem Hochschulstudium. Je nach Angebot teilen Berufsschule, Hochschule und Betrieb die Lernzeiten unterschiedlich auf. Auch Vergütung, Studienkosten und Prüfungsvorbereitung sind nicht bei allen Programmen gleich geregelt.

Klären Sie vor Vertragsabschluss, wann die Berufsabschlussprüfung und die Hochschulprüfungen stattfinden, wer die Kosten trägt und welche Arbeitszeiten gelten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung nennt für duale Studiengänge der Erstausbildung eine typische Studiendauer von sechs bis zwölf Semestern. Diese Spannweite ist kein Zeitplan für jedes einzelne Programm.

Kürzere Weiterbildungen wählen

Für einen konkreten Karriereschritt kann eine gezielte Weiterbildung ausreichen, wenn Sie eine bestimmte Aufgabe übernehmen möchten. Dazu gehören etwa fachbezogene Sprachkenntnisse für internationale Kontakte, ein Kurs zu einer neuen Software oder zusätzliche Kenntnisse in einem Spezialgebiet.

Formulieren Sie zuerst, was sich durch die Weiterbildung ändern soll: Möchten Sie eine neue Software sicher bedienen, in eine andere Fachrichtung wechseln oder künftig Beschäftigte ausbilden? Vergleichen Sie anschließend, was die Anbieter unterrichten, welchen Abschluss Sie erreichen und ob dieser anerkannt ist. So vermeiden Sie Kurse, die zwar interessant sind, aber für Ihr Ziel wenig bringen.

In manchen Fachwirtprüfungen entfällt der schriftliche Teil der Ausbildereignungsprüfung (AEVO). Ob das gilt, steht in der jeweiligen Fortbildungsordnung. Für eine Ausbildertätigkeit gelten außerdem weitere Voraussetzungen, darunter die berufliche und persönliche Eignung.

Kosten und Freistellung prüfen

Bei einer Aufstiegsfortbildung kann das Aufstiegs-BAföG zur Finanzierung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren beitragen. Für Vollzeitmaßnahmen ist außerdem eine einkommens- und vermögensabhängige Unterstützung zum Lebensunterhalt möglich. Prüfen Sie die persönlichen Voraussetzungen vor der Anmeldung.

Fragen Sie auch Ihren Arbeitgeber, ob er Kosten übernimmt, Arbeitszeit freigibt oder einen Zuschuss zahlt. Prüfen Sie eine vereinbarte Bindungsfrist vor der Unterschrift genau. So wissen Sie, welche Folgen ein früherer Wechsel des Arbeitgebers hat.

Mit Bildungsurlaub können Sie sich zusätzliche Zeit für anerkannte Weiterbildungen nehmen. Laut Deutschem Gewerkschaftsbund gibt es 2026 in 14 von 16 Bundesländern einen gesetzlichen Anspruch. Die Regeln zu Anspruch, Fristen und anerkannten Veranstaltungen unterscheiden sich nach Bundesland. Prüfen Sie die Vorschriften an Ihrem Arbeitsort und klären Sie, ob Ihr Kurs anerkannt ist.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.