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Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung

Nach der Bewerbungsmappe entscheidet das Vorstellungsgespräch, ob Sie den Ausbildungsplatz bekommen. Sie überzeugen den Betrieb von sich, und Sie erkennen, ob der Beruf wirklich zu Ihnen passt. Bei einer Ausbildung zählt neben dem fachlichen Eindruck auch, ob Sie ins Team passen und ob der Betrieb Ihnen das nötige Grundwissen beibringen kann. Mit gezielter Vorbereitung verlieren Sie die Anspannung, die vor so einem Termin normal ist.

Was der Betrieb prüft

Ein Ausbildungsbetrieb sucht nicht nur jemanden, der die schulischen Voraussetzungen mitbringt. Genauso wichtig sind Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Interesse an der Arbeit und die Fähigkeit, mit Kollegen und Kunden umzugehen. Im Gespräch können Sie zeigen, dass Sie diese Eigenschaften mitbringen. Überlegen Sie sich vorher, welche Situationen aus Ihrem Alltag beweisen, dass Sie zum Beispiel sorgfältig arbeiten oder gut im Team klarkommen. Solche konkreten Beispiele überzeugen mehr als allgemeine Aussagen wie „Ich bin zuverlässig“.

Auch Sie können im Gespräch prüfen, ob der Betrieb zu Ihnen passt. Der Betrieb muss Ihnen erklären, was Sie in der Ausbildung lernen, wer Sie betreut und wie der Alltag aussieht. Nehmen Sie das ernst: Eine Ausbildung dauert zwei bis dreieinhalb Jahre, und Sie sollten wissen, worauf Sie sich einlassen.

Häufige Fragen und Antworten

Bestimmte Fragen kommen in fast jedem Ausbildungsgespräch vor. Wenn Sie sich darauf vorbereiten, klingen Ihre Antworten sicherer und Sie geraten weniger ins Stocken.

Die Frage „Erzählen Sie etwas über sich“ ist nicht als Aufforderung gemeint, Ihr Leben von der Geburt an zu erzählen. Nennen Sie kurz, woher Sie kommen, was Sie gerade machen und warum Sie sich für diesen Beruf interessieren. Halten Sie die Antwort bei etwa einer Minute.

Bei Stärken und Schwächen geht es um Ehrlichkeit. Nennen Sie eine Stärke, die zum Beruf passt, und belegen Sie sie mit einem Beispiel. Bei der Schwäche wählen Sie etwas, das Sie erkennen und an dem Sie arbeiten, etwa „Ich bin manchmal ungeduldig, wenn etwas länger dauert, aber ich versuche, mir dann bewusst Zeit zu nehmen“. Vermeiden Sie falsche Schwächen wie „Ich bin zu perfektionistisch“, das wirkt auswendig gelernt.

Mit der Frage „Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?“ will der Betrieb wissen, ob Sie sich informiert haben. Schauen Sie sich vor dem Gespräch auf der Website des Betriebs um, was hergestellt oder angeboten wird, wie viele Mitarbeiter dort arbeiten und ob es besondere Ausbildungsangebote gibt. An diese Fakten knüpfen Sie Ihre Antwort an.

Auf die Frage „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ müssen Sie nicht bis ins Detail planen. Eine ehrliche Antwort reicht: Nach der Ausbildung erst einmal im Beruf arbeiten, vielleicht eine Weiterbildung oder den Meister anhängen. Was zählt, ist, dass Sie sich Gedanken gemacht haben.

Wenn Sie nach einer Herausforderung gefragt werden, die Sie gemeistert haben, wählen Sie eine Situation aus der Schule, aus einem Praktikum oder aus dem Privatleben. Erklären Sie kurz, was das Problem war, was Sie konkret getan haben und wie es ausgegangen ist. Diese Frage prüft, wie Sie mit Druck und Hindernissen umgehen.

Die richtige Kleidung wählen

Die Kleidung für das Vorstellungsgespräch hängt von der Branche ab. In einem Handwerksbetrieb oder im Lager ist ein sauberes Hemd oder eine Bluse mit ordentlicher Hose oft passend. Für ein Büro, eine Bank oder eine Kanzlei ist ein Anzug oder ein Kostüm die sicherere Wahl. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie vorher an und fragen, welcher Dresscode üblich ist. Das ist keine dumme Frage, sondern zeigt Interesse.

In jedem Fall gilt: Die Kleidung muss sauber, gebügelt und gut sitzend sein. Ein zu großes Jackett oder zu enge Schuhe wirken unprofessionell, auch wenn die Farbe stimmt. Achten Sie auf gepflegte Schuhe und zurückhaltenden Schmuck. Ihr Outfit soll nicht ablenken, sondern Sie unterstützen. Wenn Sie sich in den Klamotten wohlfühlen, merkt man das auch an Ihrer Körperhaltung.

So treten Sie im Gespräch auf

Pünktlichkeit ist die einfachste Art, Zuverlässigkeit zu zeigen. Planen Sie die Anfahrt so, dass Sie zehn bis fünfzehn Minuten vor dem Termin ankommen, und schauen Sie sich vorher den Weg an. Bei der Begrüßung geben Sie einen festen Händedruck, schauen der Person in die Augen und nennen Ihren Namen. Das klingt selbstverständlich, wird aber oft unterschätzt.

Während des Gesprächs sitzen Sie aufrecht, aber nicht verkrampft. Lassen Sie Ihre Hände sichtbar auf dem Tisch und vermeiden Sie es, an Ihren Haaren oder Kugelschreibern zu spielen. Hören Sie zu, bis die Frage beendet ist, und antworten Sie dann ruhig. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie nach. Es ist besser, einmal nachzufragen, als an der Frage vorbeizureden.

Auch das Handy hat in diesem Gespräch nichts verloren. Schalten Sie es aus, bevor Sie den Raum betreten. Wenn Sie während des Gesprächs eine Nachricht bekommen und kurz darauf schauen, wirkt das desinteressiert.

Fragen an den Betrieb

Am Ende fragt der Ausbildungsleiter meistens, ob Sie noch Fragen haben. Auf diese Frage sollten Sie vorbereitet sein, denn sie zeigt, wie ernst Sie die Sache nehmen. Sie müssen nicht zehn Fragen mitbringen, aber zwei oder drei gute Fragen haben Sie parat.

Sinnvolle Fragen sind zum Beispiel: „Wie ist die Ausbildung in den ersten Monaten aufgebaut?“, „Wer ist mein Ansprechpartner im Betrieb?“ oder „Gibt es die Möglichkeit, während der Ausbildung an internen Schulungen teilzunehmen?“. Auch Fragen nach der Übernahmechance nach der Ausbildung kommen gut an, wenn Sie sie nicht zu früh und nicht zu fordernd stellen.

Fragen, die Sie lieber weglassen, betreffen Gehalt oder Urlaub im ersten Ausbildungsjahr. Die Konditionen sind in der Regel tariflich geregelt oder vertraglich festgelegt, und die Frage danach wirkt, als ginge es Ihnen nur um das Geld. Wenn Sie das wirklich interessiert, klären Sie es, nachdem die Zusage sicher ist.

Das Gespräch nachbereiten

Nach dem Gespräch lohnt sich eine kurze Nachbereitung. Schreiben Sie sich auf, welche Fragen Ihnen schwergefallen sind und welche Antworten Sie verbessern würden. Notieren Sie auch, was Ihnen am Betrieb gefallen hat und was nicht. Diese Aufzeichnungen helfen, wenn Sie zu einem zweiten Gespräch oder zu einem Probearbeitstag eingeladen werden.

Eine Dankes-Mail am selben Tag oder spätestens am nächsten Werktag ist ein netter Abschluss. Bedanken Sie sich für das Gespräch und erwähnen Sie in einem Satz, dass Sie sich weiterhin über den Ausbildungsplatz freuen. Mehr muss nicht sein, ein langer Text wirkt schnell aufdringlich.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.