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Ungewöhnliche Ausbildungsberufe entdecken

Wer bei der Berufswahl auch weniger bekannte Berufe in Betracht zieht, kann zum Beispiel Fluglotsin, Zollbeamter oder Verwaltungsfachangestellte werden. Der Zoll kontrolliert auch außerhalb von Flughäfen, und zur Ausbildung im Rathaus gehören neben Schreibtischarbeit weitere Aufgaben.

Für den Zolldienst absolvieren Sie einen Vorbereitungsdienst im Beamtenverhältnis. Für die Fluglotsenausbildung müssen Sie ein anspruchsvolles Auswahlverfahren bestehen; in der Kommunalverwaltung machen Sie eine duale Ausbildung. Achten Sie neben den Aufgaben auf Zugangsvoraussetzungen, Arbeitszeiten und Verantwortung.

Beim Zoll gibt es viele Einsatzorte

Im mittleren Zolldienst wechseln sich Verwaltung, Kontrollen und Außendienst ab. Zollbeamtinnen und Zollbeamte prüfen gewerbliche Warensendungen und bearbeiten Anträge. Sie setzen außerdem Abgaben fest. Je nach Einsatzstelle kontrollieren sie außerdem den Reiseverkehr oder gehen gegen illegalen Warenhandel und Schwarzarbeit vor. Sie arbeiten in Büros, an Flughäfen und Seehäfen, im Außendienst oder auf Booten.

Für den Einstieg absolvieren Sie einen zweijährigen Vorbereitungsdienst. Dafür benötigen Sie in der Regel einen mittleren Schulabschluss. Mit einem Hauptschulabschluss ist der Zugang möglich, wenn Sie zusätzlich eine passende, mindestens zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen haben. Für Spezialisierungen wie den Wasserzoll oder die Arbeit mit einem Zollhund müssen Sie weitere Voraussetzungen erfüllen. Diese Spezialisierungen gehören nicht automatisch zur Ausbildung.

Fluglotsen tragen viel Verantwortung

Fluglotsinnen und Fluglotsen koordinieren Flugzeuge im Luftraum und an Flughäfen. Sie sorgen für den nötigen Abstand zwischen den Luftfahrzeugen und stimmen Starts, Landungen und Flugwege ab. Dafür brauchen sie Konzentration, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, auch unter Zeitdruck klare Entscheidungen zu treffen.

Bei der Deutschen Flugsicherung dauert die Ausbildung je nach Verlauf etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre. Die DFS verlangt unter anderem das Abitur mit einem Notendurchschnitt von mindestens 2,7 sowie gute Englischkenntnisse. Ein mehrstufiges Auswahlverfahren prüft Fähigkeiten wie Merkfähigkeit, Zahlenverständnis und Teamarbeit; auch die medizinische Eignung zählt. Schichtarbeit und ein flexibler Einsatzort gehören zu den Bedingungen.

Die Vergütung während der Ausbildung ist bei diesem Beruf auffällig hoch, vor allem im praktischen Abschnitt. Die DFS nennt auf ihren eigenen Informationsseiten jedoch unterschiedliche Beträge für die theoretische Ausbildung. Prüfen Sie deshalb die aktuellen Angaben direkt in der Ausschreibung. Die Vergütung allein sagt wenig darüber aus, ob der Beruf passt: Die Auswahl ist anspruchsvoll, und die Verantwortung für sichere Flugbewegungen ist hoch.

Im Rathaus geht es um Recht und Bürgerkontakt

Mit einer Ausbildung im Rathaus arbeiten Sie häufig in der Kommunalverwaltung. Verwaltungsfachangestellte bereiten Sitzungen vor, setzen Beschlüsse um und beraten Bürgerinnen und Bürger. Sie bearbeiten Verwaltungsentscheidungen nach geltendem Recht und übernehmen Aufgaben in Bereichen wie Personal, Haushalt oder Rechnungswesen.

Die duale Ausbildung in der Fachrichtung Kommunalverwaltung dauert drei Jahre. Dabei wechseln sich praktische Arbeit in der Behörde und Unterricht ab. Die konkreten Ausbildungsangebote unterscheiden sich je nach Kommune. Wenn Sie sich dafür interessieren, prüfen Sie in der Ausschreibung, welche Ämter Sie kennenlernen und wie viel Bürgerkontakt zur Stelle gehört.

Kaufmännische Berufe finden Sie in vielen Branchen

Eine kaufmännische Ausbildung führt nicht zwangsläufig in den Einzelhandel. Kaufleute arbeiten zum Beispiel in Banken, Industriebetrieben, Versicherungen, im Gesundheitswesen, im Tourismus oder in der Logistik. Je nach Beruf gehören Kundenberatung, Einkauf, Vertrieb, Personalverwaltung oder Rechnungswesen zum Alltag.

Vergleichen Sie deshalb konkrete Ausbildungsberufe statt nur nach dem Wort „kaufmännisch“ zu suchen. Eine Ausbildung im Büromanagement setzt andere Schwerpunkte als eine in der Spedition oder im E-Commerce. Die Branche und die täglichen Aufgaben entscheiden darüber, ob die Arbeit zu Ihren Interessen passt.

So prüfen Sie, welcher Beruf passt

Lesen Sie bei jedem Beruf nach, welche Aufgaben tatsächlich anfallen und welche Voraussetzungen gelten. Achten Sie auch auf Arbeitszeiten, Arbeitsort und Kontakt mit anderen Menschen. Ein Praktikum gibt einen direkten Eindruck vom Alltag und hilft, Erwartungen mit der Praxis abzugleichen. Bei der Berufsberatung können Sie zusätzlich klären, welche Wege zu Ihrem Schulabschluss und Ihren Interessen passen.

Bereiten Sie Bewerbungen gezielt auf die jeweilige Ausbildungsstelle vor. Ein passendes Anschreiben, ein sorgfältiger Lebenslauf und die geforderten Nachweise zeigen, warum Sie sich gerade für diese Aufgaben interessieren. Wenn während der Ausbildung Schwierigkeiten auftreten, sprechen Sie früh mit der zuständigen Ansprechperson im Betrieb oder mit der Berufsberatung. Die Assistierte Ausbildung der Bundesagentur für Arbeit bietet Unterstützung beim Lernen und bei Problemen im Betrieb; welche Hilfe infrage kommt, klären Sie im Einzelfall.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.