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Technische Ausbildungsberufe mit Zukunft

Bei der Wahl einer technischen Ausbildung zählen die Berufsaussichten und der Arbeitsalltag: Möchten Sie elektrische Anlagen installieren, IT-Netze einrichten oder Maschinen warten? Technische Berufe bieten gute Perspektiven, aber keine Beschäftigungsgarantie. 2024 meldete die Bundesagentur für Arbeit in mehreren Berufsfeldern Engpässe. Das bedeutet, dass Betriebe Schwierigkeiten hatten, offene Stellen zu besetzen. Dazu gehörten auch Berufe im technischen Service und in der Instandhaltung. Das gilt nicht für jeden technischen Beruf und jeden Standort.

„Technikerin“ oder „Techniker“ ist in der Regel kein Ausbildungsberuf für den Einstieg nach der Schule. Der Abschluss folgt meist auf eine passende Berufsausbildung und Berufspraxis. Wählen Sie deshalb zuerst eine technische Ausbildung, deren Tätigkeiten zu Ihrem Ziel passen.

Welche Berufe kommen infrage?

Technische Ausbildungsberufe unterscheiden sich stark bei Aufgaben, Arbeitsorten und Arbeitsmitteln. Die folgende Auswahl zeigt verschiedene Berufe. Sie ist keine Rangliste der Berufe mit den besten Aussichten.

Ausbildungsberuf Typische Aufgaben Dauer
Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik Stromversorgung, Beleuchtung, Datennetze und Steuerungen in Gebäuden installieren und prüfen 3,5 Jahre
Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Versorgungsanlagen einbauen und warten; je nach Betrieb auch an erneuerbaren Energien und Umwelttechnik arbeiten 3,5 Jahre
IT-System-Elektroniker/in IT-Systeme und Netzwerke installieren, elektrische Sicherheitsprüfungen durchführen und Fehler beheben 3 Jahre
Industrieelektriker/in für Betriebstechnik Elektrische Anlagen montieren, betreiben, warten und prüfen 2 Jahre
Umwelttechnische Berufe Anlagen und Netze für Wasser, Abwasser oder Abfallwirtschaft betreuen Je nach Beruf unterschiedlich

Die Berufsbezeichnung allein verrät noch nicht genau, wo und woran Sie später arbeiten: Ein Anlagenmechaniker kann zum Beispiel in der Heizungs- und Klimatechnik, im Rohrleitungsbau oder in der Industrie tätig sein. Der Anteil erneuerbarer Energien hängt vom Betrieb und vom konkreten Einsatzgebiet ab. Fragen Sie deshalb im Bewerbungsgespräch, welche Aufgaben Auszubildende tatsächlich übernehmen.

Zukunftschancen in technischen Ausbildungsberufen

In der Energieversorgung und Gebäudetechnik werden technische Kenntnisse gebraucht. Auch Vernetzung, Wartung und Umwelttechnik sind Bereiche, in denen sie gefragt sind. Die Bundesagentur für Arbeit ermittelte für 2024 in 163 Berufsfeldern einen Fachkräfteengpass. Das waren 20 weniger als im Vorjahr. Technische Service- und Instandhaltungskräfte gehörten zu den betroffenen Berufen.

Diese Zahlen beziehen sich auf den gesamten Arbeitsmarkt. Sie sagen nicht, wie viele Ausbildungsplätze in Ihrer Region frei sind oder ob ein bestimmter Betrieb später übernimmt. 2024 sank die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge über alle Berufe hinweg um 0,5 Prozent. Prüfen Sie daher neben der Berufsaussicht konkrete Stellenangebote in Ihrer Umgebung.

Die Regeln und Inhalte der Ausbildung werden außerdem an neue Anforderungen angepasst. Bei Umweltberufen traten zum Ausbildungsjahr 2024 überarbeitete Regelungen in Kraft. Das zeigt, dass sich die Ausbildungsinhalte ändern. Ein Beschäftigungswachstum lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Passt der Arbeitsalltag?

Wählen Sie einen Beruf nicht allein nach seinen Zukunftsaussichten. In der Gebäude- und Elektrotechnik gehören Installationen, Prüfungen, Wartung und Fehlersuche zum Alltag. Je nach Einsatz arbeiten Sie auf Baustellen, in Werkstätten oder im Freien. Körperliche Arbeit und wechselnde Arbeitsumgebungen gehören in manchen Berufen dazu.

Auch technische Ausbildungen mit IT-Bezug unterscheiden sich. IT-System-Elektroniker/innen arbeiten an Geräten, Netzwerken und elektrischen Anschlüssen und beheben Fehler. Wer vor allem programmieren möchte, sollte die Aufgaben mit stärker softwareorientierten Ausbildungsberufen vergleichen.

Ein Praktikum zeigt Ihnen den Arbeitsalltag. Achten Sie darauf, welche Werkzeuge Sie nutzen, wie oft Sie mit Kunden sprechen und ob Sie mit wechselnden Einsatzorten zurechtkommen. BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit bietet ausführliche Berufsbeschreibungen; zusätzlich können Sie bei der Berufsberatung nach Praktikums- und Ausbildungsangeboten fragen.

Zugang, Dauer und Vergütung

Für viele duale Ausbildungsberufe ist kein bestimmter Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben. Betriebe stellen bei der Auswahl dennoch eigene Anforderungen. Lesen Sie deshalb die konkrete Stellenausschreibung und fragen Sie nach, welche Schulkenntnisse und Fähigkeiten im Betrieb wichtig sind.

Die Dauer hängt vom Beruf ab: Die genannten Beispiele reichen von zwei Jahren bei der Industrieelektriker-Ausbildung bis zu dreieinhalb Jahren bei mehreren Berufen in der Elektro- und Gebäudetechnik. Auch die Ausbildungsvergütung lässt sich nicht pauschal für „technische Berufe“ angeben. Sie hängt unter anderem davon ab, welchen Beruf und welches Ausbildungsjahr Sie betrachten. Auch Branche und Tarifbindung spielen eine Rolle, ebenso der Standort. Vergleichen Sie die Angaben in der Ausschreibung mit dem passenden Berufseintrag bei der Bundesagentur für Arbeit.

So werden Sie Techniker/in

Nach einer passenden Berufsausbildung können Sie Berufspraxis sammeln und anschließend eine Fachschule besuchen. Die genauen Voraussetzungen hängen von Bundesland, Fachrichtung und Schule ab. Ein Eintrag der Bundesagentur für Arbeit für Berlin nennt als Beispiel eine passende Berufsausbildung und mindestens ein Jahr Berufspraxis. Dort dauert die Weiterbildung zwei Jahre in Vollzeit oder vier Jahre in Teilzeit. Diese Angaben gelten nicht automatisch für alle Bundesländer.

Der Abschluss heißt je nach Fachrichtung und Regelung staatlich geprüfte Technikerin beziehungsweise staatlich geprüfter Techniker. Für Berlin nennt die Bundesagentur zusätzlich die Bezeichnung „Bachelor Professional in Technik“. Prüfen Sie die Aufnahmebedingungen direkt bei der Fachschule, bevor Sie Ihre Weiterbildung planen.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.