Strategien für die erfolgreiche Berufswahl
Wenn Sie einen Ausbildungsberuf suchen, überlegen Sie zuerst, welche Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen zu Ihnen passen. Prüfen Sie dann Berufe im Arbeitsalltag und vergleichen Sie Ausbildungswege und Bewerbungsfristen. So finden Sie einige Berufe, die Sie genauer prüfen können.
Ein Orientierungstest liefert erste Ideen, nimmt Ihnen die Entscheidung aber nicht ab. Gespräche mit Berufstätigen und Praktika zeigen, ob Ihre Vorstellungen zum Ausbildungsalltag passen. Stimmen Sie Ihre Bewerbung auf die konkrete Stelle ab.
Interessen in Tätigkeiten übersetzen
Überlegen Sie zuerst, was Sie gern tun und was Ihnen leichtfällt. Fragen Sie sich, ob Sie lieber mit Menschen oder Tieren arbeiten, sich mit Technik, Daten oder Materialien beschäftigen oder Sprache einsetzen. Überlegen Sie auch, ob Ihnen praktische, organisatorische, kreative oder analytische Aufgaben liegen.
Machen Sie aus allgemeinen Interessen konkrete Tätigkeiten. „Ich mag Technik“ sagt noch wenig über den passenden Beruf aus. Prüfen Sie, ob Sie lieber Geräte montieren, Fehler suchen, Kundinnen und Kunden beraten oder Arbeitsschritte dokumentieren möchten. Überlegen Sie außerdem, welche Arbeitsbedingungen zu Ihnen passen. Dazu zählen etwa Kundenkontakt und körperliche Arbeit, aber auch wechselnde Einsatzorte oder Schichtzeiten.
Vergleichen Sie Ihre Antworten mit Stellenanzeigen. Dort finden Sie Aufgaben und Anforderungen, die konkreter sind als eine Berufsbezeichnung. Halten Sie fest, was Sie bereits mitbringen und was Sie in der Ausbildung lernen möchten.
Ausbildungsberufe mit Tests und Praktika prüfen
Nutzen Sie einen Berufswahltest als Ausgangspunkt für weitere Fragen. Beim Online-Erkundungstool Check-U der Bundesagentur für Arbeit bearbeiten Sie Aufgaben und schätzen sich selbst ein. Außerdem geben Sie Ihre Interessen und gewünschten Arbeitsbedingungen an. Das Ergebnis nennt passende Ausbildungen. Prüfen Sie diese Vorschläge anhand der tatsächlichen Ausbildungsinhalte und Stellenanzeigen.
Bei einem Praktikum oder Schnuppertag sehen Sie, wie der Arbeitsalltag aussieht. Notieren Sie vorher, was Sie herausfinden möchten, zum Beispiel welche Aufgaben den größten Teil des Tages ausmachen oder wie viel Kontakt mit Kundschaft dazugehört. Sprechen Sie, wenn möglich, auch mit Auszubildenden oder Berufstätigen. Anschließend prüfen Sie, was Ihnen gefallen hat, was anders war als erwartet und ob Sie sich vorstellen können, diese Tätigkeiten regelmäßig auszuüben.
Wenn Sie zwischen mehreren Berufen schwanken oder Anforderungen schwer einschätzen können, sprechen Sie mit der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit. Nehmen Sie Stellenanzeigen oder Fragen zu den Berufen mit, die Sie bereits geprüft haben.
Ausbildungswege vergleichen
Bei einer dualen Ausbildung lernen Sie im Betrieb und in der Berufsschule. Eine schulische Ausbildung findet überwiegend an einer Schule statt; je nach Beruf kommen praktische Ausbildungsanteile hinzu. Deshalb unterscheiden sich die Stellen, bei denen Sie sich bewerben, ebenso wie die Voraussetzungen und Fristen. Prüfen Sie bei jeder Ausbildung, wer die Bewerbung entgegennimmt, welche Unterlagen verlangt werden und wann sie eingehen muss.
Beginnen Sie früh mit der Suche, aber verlassen Sie sich nicht auf eine allgemeine Bewerbungsfrist. Manche Betriebe starten die Auswahl deutlich vor Ausbildungsbeginn; bei schulischen Ausbildungen kann die Bewerbung ebenfalls früh fällig sein. Entscheidend sind immer die Angaben des Betriebs oder der Schule. Tragen Sie die Termine für jede interessante Stelle einzeln ein.
Bewerbung für einen Ausbildungsplatz verfassen
Zeigen Sie in Ihrer Bewerbung, warum Sie genau diesen Ausbildungsberuf und diesen Betrieb gewählt haben. Beziehen Sie sich im Anschreiben auf konkrete Aufgaben oder Anforderungen aus der Ausschreibung. Zeigen Sie Ihre Stärken anhand von Beispielen aus der Schule, einem Praktikum, einem Nebenjob oder Ihrer Freizeit. Wenn Sie gern sorgfältig arbeiten, beschreiben Sie eine Situation, in der Sie das gezeigt haben.
Welche Unterlagen nötig sind, hängt von der Ausschreibung und dem Bewerbungsweg ab. Prüfen Sie vor dem Absenden:
- Ist der richtige Ausbildungsberuf genannt?
- Geht das Anschreiben auf den Betrieb und die Stelle ein?
- Liegen die geforderten Zeugnisse und Nachweise bei?
- Stimmen Ansprechpartner, Versandweg und Dateiformat?
- Ist die Bewerbung gut lesbar und frei von Tippfehlern?
Ein Foto oder zusätzliche Nachweise gehören nur dann dazu, wenn der Betrieb sie verlangt oder sie für die konkrete Bewerbung sinnvoll sind. Folgen Sie den Angaben der Ausschreibung.
Bei Absagen weiterplanen
Eine Absage sagt für sich genommen nicht, dass ein Beruf grundsätzlich ungeeignet ist. Überlegen Sie, ob Sie auch bei weiteren Betrieben suchen oder verwandte Berufe vergleichen. Orientieren Sie sich weiter an den Aufgaben und Bedingungen, die Ihnen wichtig sind. Wer etwa gern praktisch arbeitet, kann passende Ausbildungsberufe in mehreren Branchen prüfen.
Prüfen Sie für Ihre eigene Suche die konkreten Angebote, Voraussetzungen und Fristen vor Ort.