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Schnell einleben: Der Start im neuen Ausbildungsbetrieb

Die ersten Wochen im neuen Ausbildungsbetrieb fordern fast jeden Azubi: Sie kennen weder Abläufe noch Kollegen, sollen aber schnell Aufgaben übernehmen und Vertrauen aufbauen. Ein guter Start gelingt, wenn Sie vier Dinge tun: pünktlich erscheinen, sich vorstellen, fragen und beobachten, wie die Zusammenarbeit im Betrieb läuft.

Sich am ersten Tag richtig vorstellen

Am ersten Arbeitstag zählt der erste Eindruck. Stehen Sie auf, wenn jemand in den Raum kommt, und stellen Sie sich mit Vor- und Zunamen vor. Ein fester Händedruck, ein freundliches Lächeln und Blickkontakt wirken selbstbewusst, ohne dass Sie viel sagen müssen. Niemand erwartet eine große Rede. Ein einfaches „Guten Morgen, ich bin Anna Schmidt, ich starte heute meine Ausbildung zur Industriekauffrau" reicht völlig aus.

Wenn Sie mehrere Personen an einem Tag kennenlernen, merken Sie sich die Namen. Es hilft, die Namen beim Verabschieden noch einmal zu wiederholen oder sich nach dem Gespräch kurze Notizen zu machen. Falls Sie einen Namen vergessen, fragen Sie höflich nach. Das ist besser, als jemanden mit dem falschen Namen anzusprechen.

Fragen stellen, ohne zu nerven

Fragen sind in der Ausbildung kein Zeichen von Schwäche, sondern von Interesse. Trotzdem sollten Sie nicht jede Kleinigkeit sofort laut fragen. Schauen Sie zuerst, ob Sie die Antwort selbst herausfinden können: in Unterlagen, im Intranet oder durch einen Blick auf bereits erledigte Arbeiten. Wenn Sie dann fragen, haben Sie schon eine eigene Idee und können gezielter nachfragen.

Sammeln Sie mehrere Fragen und stellen Sie sie gebündelt, zum Beispiel bei einem ruhigen Moment am Arbeitsplatz oder in einem festen Gespräch mit Ihrem Ausbilder. Formulieren Sie die Frage konkret: „Ich habe die Rechnung geprüft, aber ich bin mir unsicher, wie ich die Mehrwertsteuer eintragen soll. Können Sie mir das kurz zeigen?" So zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie sich bereits mit der Sache beschäftigt haben.

Notieren Sie sich die Antworten. Wer dieselbe Frage dreimal stellt, wirkt unaufmerksam. Ein kleines Notizbuch oder eine digitale Notiz-App hilft Ihnen, Erklärungen festzuhalten und später nachzuschlagen.

Mit Kollegen gut zusammenarbeiten

Die Zusammenarbeit im Betrieb lernen Sie am besten durch Beobachten. Achten Sie darauf, wann Ihre Kollegen kommen und gehen, wie lange im Voraus sie Termine vereinbaren oder absagen und wo sie Termine und Absprachen hinterlegen. So erkennen Sie schnell die ungeschriebenen Regeln, die in keinem Handbuch stehen.

Bieten Sie Ihre Hilfe an, wenn Sie sehen, dass jemand unter Zeitdruck steht. Das muss nichts Großes sein: Die Post wegbringen, Unterlagen kopieren oder einen Kaffee mitbringen. Solche kleinen Gesten zeigen, dass Sie mitdenken und Teil des Teams sein wollen. Übertreiben Sie es aber nicht. Wenn Sie ständig ungefragt Aufgaben übernehmen, können Sie Kollegen auch nerven. Fragen Sie lieber kurz: „Kann ich Ihnen dabei helfen?"

Kritik sollten Sie nicht persönlich nehmen. Wenn ein Kollege oder Ihr Ausbilder eine Arbeit korrigiert, geht es um die Sache, nicht um Sie als Person. Hören Sie zu, fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist, und setzen Sie die Korrektur um. So zeigen Sie, dass Sie aus Fehlern lernen.

Pünktlichkeit und Kleidung

Pünktlichkeit ist in jedem Betrieb ein Zeichen von Respekt. Planen Sie Ihre Anreise im Voraus: Prüfen Sie Bus- und Bahnfahrpläne oder kalkulieren Sie die Rushhour ein, wenn Sie mit dem Auto kommen. Es ist besser, fünf Minuten zu früh am Arbeitsplatz zu sein als eine Minute zu spät. Wenn Sie sich doch einmal verspäten, informieren Sie Ihren Ausbilder oder Ihre Kollegen so früh wie möglich, am besten telefonisch oder per Nachricht.

Die richtige Kleidung hängt vom Betrieb ab. In kaufmännischen Berufen sind Stoffhose und Hemd oder Bluse üblich, in handwerklichen und technischen Berufen gibt es oft spezielle Arbeitskleidung. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie ein paar Tage vor dem ersten Arbeitstag im Betrieb an und fragen Sie nach. Das wirkt nicht übertrieben, sondern zeigt, dass Sie sich Gedanken machen.

Termine und Überstunden im Blick behalten

Zu einem professionellen Start gehört auch der richtige Umgang mit Terminen und Arbeitszeit. Wenn Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, sagen Sie rechtzeitig ab. Je früher Sie Bescheid geben, desto besser kann sich Ihr Gegenüber darauf einstellen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Zeit für einen Termin haben, sagen Sie nicht fest zu. Eine Antwort wie „Ich muss kurz prüfen, ob ich da kann, ich melde mich bis morgen" ist ehrlicher als eine Zusage, die Sie später zurücknehmen müssen.

Überstunden sollten Sie von Anfang an im Blick behalten. Schreiben Sie auf, wann Sie länger arbeiten, und sprechen Sie mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef darüber, wie diese Stunden ausgeglichen werden. Sie haben ein Recht auf Erholung neben Arbeit und Berufsschule. Wer seine Arbeitszeit von Anfang an dokumentiert, vermeidet später Streit und schafft eine klare Grundlage für Gespräche.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.