Lernhilfen und Software für angehende Techniker
Für die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker brauchen Sie einen Überblick über Ihre Wissenslücken, passende Übungsunterlagen und einen Lernplan, der in Ihren Alltag passt. Für die meisten Bildungsgänge brauchen Sie eine einschlägige Berufsausbildung und Berufspraxis. Zugang, Dauer und Fachrichtung hängen vom Bundesland und Bildungsgang ab.
BIK Netz bietet allgemeine Orientierung zu Berufswahl und Weiterbildung. Welche Lernsoftware und Prüfungsanforderungen für Sie gelten, erfahren Sie bei Ihrer Fachschule oder Ihrem Lehrgangsanbieter. So vermeiden Sie Ausgaben für unnötige Programme oder Kurse.
Prüfen Sie Ihre Grundlagen
Bevor Sie einen Vorbereitungskurs buchen, klären Sie, welche Grundlagen der Lehrgang voraussetzt. Mathematik, Physik und Chemie kommen als mögliche Auffrischungsbereiche infrage; welche davon für Sie relevant sind, hängt von der Fachrichtung und Ihrem Vorwissen ab. Die Eckert Schulen bieten beispielsweise Vorbereitungskurse in diesen Fächern sowie in Englisch an. Das ist ein mögliches Angebot, keine allgemeine Pflicht für angehende Techniker.
Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick: Notieren Sie die Themen, die Ihnen leichtfallen, und markieren Sie Aufgaben, bei denen Sie stocken. Nutzen Sie dafür alte Unterlagen aus Ihrer Ausbildung oder die Informationen Ihrer Fachschule. Erst wenn sich konkrete Lücken zeigen, entscheiden Sie über einen Vorkurs oder zusätzliche Übungsaufgaben.
Wählen Sie passende Lernmittel
Skripte und Formelsammlungen helfen beim Nachschlagen, während Übungsaufgaben zeigen, ob Sie einen Rechenweg selbst anwenden können. Musterklausuren geben einen Eindruck davon, wie Aufgaben gestellt werden. Fragen Sie beim Bildungsträger nach, ob die Muster zu Ihrer Fachrichtung und Prüfung passen. Ein Angebot für einen bestimmten Lehrgang belegt nicht, dass Prüfungsaufgaben überall gleich aufgebaut sind.
Auch Videos können nützlich sein, wenn sie eine konkrete Aufgabe oder den Einstieg in ein benötigtes Programm erklären. In einem von der Zentralstelle für Fernunterricht erfassten Fernlehrgang Elektrotechnik gehören zum Beispiel Lernskripte, Erklärvideos, Software-Einführungen, Leistungstests und Musterklausuren zum Material. Diese Angaben gelten für diesen Lehrgang und nicht automatisch für andere Technikerweiterbildungen.
Digitale Lernangebote bündeln solche Materialien häufig in einer Lernplattform oder App. Das DAA-Technikum nennt für sein Angebot unter anderem Skripte, interaktive Aufgaben, Quizfragen, eine Fortschrittsanzeige und herunterladbare Inhalte für das Lernen ohne Internetverbindung. Die Plattform iQuando beschreibt Lektionen mit Rückmeldungen zu Lernkontrollfragen sowie eine Übersicht zum Lernfortschritt und einen Prüfungslernplan. Die Anbieter beschreiben damit die Funktionen ihrer Angebote. Daraus lässt sich nicht ableiten, ob eine App bessere Prüfungsergebnisse bringt.
Prüfen Sie die Softwareanforderungen
Klären Sie vor dem Kauf eines Geräts oder einer Lizenz, welche Programme der Lehrgang tatsächlich verwendet. Fragen Sie nach dem benötigten Betriebssystem, der erforderlichen Programmversion und der Möglichkeit, die Software auf Ihrem eigenen Gerät zu nutzen. Ein Fernlehrgang in Elektrotechnik kann andere technische Anforderungen stellen als eine Weiterbildung in einer anderen Fachrichtung.
Legen Sie außerdem eine Liste Ihrer Materialien und Programme an. Halten Sie darin fest, welche Skripte und Formelsammlungen Sie erhalten, welche Programme Sie installieren müssen und welche Fragen noch offen sind. Die technischen Anforderungen, die für einen Lehrgang angegeben sind, etwa zu einem Windows-PC oder wissenschaftlichen Taschenrechner, gelten nur für den beschriebenen Kurs. Übernehmen Sie solche Anforderungen deshalb nicht ungeprüft für Ihren eigenen Bildungsgang.
Planen Sie die Lernzeit
Ein einfacher Wochenplan hilft, Unterricht, Wiederholungen und Prüfungstermine im Blick zu behalten. Tragen Sie zuerst feste Termine ein und planen Sie danach Lernzeiten für bestimmte Themen. Wenn Sie eine Übungseinheit auslassen, passen Sie den Plan an, statt unerledigte Aufgaben einfach weiterzuschieben.
Orientieren Sie sich beim Zeitaufwand am konkreten Lehrgang. Ein von der Zentralstelle für Fernunterricht erfasster Fernlehrgang in Elektrotechnik nennt 42 Monate Gesamtdauer und zehn Stunden Selbststudium pro Woche. Diese Werte gelten für genau diesen Kurs. Sie sind keine allgemeine Vorgabe für Technikerweiterbildungen.
Für Ihren Plan reichen wenige Spalten in einem Kalender oder einer Tabelle: Thema, geplanter Lerntermin, erledigte Übungsaufgabe und offene Frage. Ergänzen Sie ein Fehlerprotokoll, in dem Sie falsch gelöste Aufgaben mit Thema und nächstem Wiederholungstermin festhalten. So sehen Sie, ob Sie immer wieder an derselben Art von Aufgabe hängen bleiben.
Vergleichen Sie Aufwand und Kosten
Fragen Sie beim Bildungsträger nach Gesamtdauer, Unterrichtsform, Selbstlernaufwand, Prüfungsgebühren und benötigter Software. Ein Fernlehrgang kann sich zeitlich anders gestalten als ein Vollzeitkurs an einer Fachschule. Auch die Voraussetzungen unterscheiden sich regional. Die Bundesagentur für Arbeit nennt für Berlin bei der Technikerweiterbildung typischerweise eine einschlägige Berufsausbildung und Berufspraxis; diese Angaben lassen sich nicht pauschal auf jedes Bundesland übertragen.
Der genannte Elektrotechnik-Fernlehrgang führt in seinem Datensatz Gesamtkosten von 9.038 Euro auf, darunter Lehrgangs- und externe Prüfungskosten. Laut Datensatz können sich die Preise ändern. Lassen Sie sich deshalb die aktuellen Kosten direkt vom Anbieter bestätigen und prüfen Sie, welche Posten bereits enthalten sind.
Was DQR-Niveau 6 über den Technikerabschluss sagt
Der Deutsche Qualifikationsrahmen ordnet den Abschluss als staatlich geprüfter Techniker dem Niveau 6 zu. Dieses Niveau beschreibt die Anforderungen einer Qualifikation. Es bedeutet nicht, dass Techniker- und Bachelorabschlüsse dieselben Inhalte oder Tätigkeitsprofile haben.
Mit der Weiterbildung können Sie anspruchsvolle technische Aufgaben übernehmen und mehr Verantwortung tragen. Daraus folgt jedoch keine Beschäftigungsgarantie und keine einheitliche Gehaltsaussicht für alle Fachrichtungen und Regionen. Prüfen Sie vor der Entscheidung, welche Tätigkeiten Sie anstreben, welche Stellen in Ihrer Region ausgeschrieben sind und ob der Lehrgang zu Ihrem beruflichen Ziel passt.