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In vier Schritten zum passenden Karriereweg nach der Schule

Nach der Schule stehen oft Ausbildung und Studium zur Wahl. Welcher Weg passt, hängt von Ihrem Berufsziel, Ihrer bevorzugten Lernweise und Ihrer finanziellen Situation ab. Die Berufsbezeichnung allein zeigt nicht, wie der Arbeitsalltag aussieht.

Orientieren Sie sich am gewünschten Beruf und vergleichen Sie die Bildungswege, die dorthin führen.

1. Vom Beruf ausgehen

Notieren Sie zunächst zwei oder drei Berufe, die Sie interessieren. Überlegen Sie, welche Aufgaben Sie darin übernehmen möchten. Vielleicht möchten Sie Menschen beraten oder technische Probleme lösen; auch wissenschaftliches Arbeiten kommt infrage. Informieren Sie sich auch über typische Arbeitszeiten und Arbeitsumgebungen. So bekommen Sie ein konkreteres Bild davon, wie der Arbeitsalltag in diesem Berufsfeld aussieht.

Prüfen Sie für jeden Beruf, welche Ausbildung oder welcher Studiengang dafür nötig ist. Manche Berufe setzen einen bestimmten Abschluss voraus; in anderen führen verschiedene Wege ans Ziel. Auch die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Ausbildung, Hochschule und Studiengang. Ein Studium ist unter bestimmten Bedingungen auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung möglich, also ohne den schulischen Abschluss, der zum Studium berechtigt. Die Regeln hängen vom Bundesland und von der Hochschule ab.

2. Ausbildung und Studium vergleichen

Vergleichen Sie für Ihre Berufsideen die tatsächlichen Ausbildungs- und Studienangebote. Bei einer dualen Ausbildung lernen Sie im Betrieb und in der Berufsschule. Eine schulische Ausbildung findet überwiegend an einer beruflichen Schule statt und kann Praktika einschließen. Im Studium eignen Sie sich Fachwissen selbstständig an; auch Studiengänge können Praxisphasen enthalten.

Achten Sie darauf, wie viel Zeit Sie mit konkreten beruflichen Aufgaben verbringen und wie viel mit Unterricht, Selbststudium oder theoretischen Grundlagen. Lesen Sie die Studien- oder Ausbildungspläne und prüfen Sie die Anforderungen. Für eine duale Ausbildung spricht zum Beispiel, dass Sie früh im Betrieb mitarbeiten und eine Ausbildungsvergütung erhalten. Bei einer schulischen Ausbildung sind Dauer, Kosten und Vergütung je nach Bildungsgang unterschiedlich. Ein duales Studium kann Studium und betriebliche Praxis verbinden; manche Modelle schließen zusätzlich einen anerkannten Berufsabschluss ein.

3. Alltag und Finanzen prüfen

Lernen Sie den Berufsalltag kennen. Ein Praktikum, ein Schnuppertag oder ein Gespräch mit Auszubildenden und Studierenden hilft Ihnen, Aufgaben und Arbeitsbedingungen kennenzulernen. Fragen Sie konkret, wie ein typischer Tag aussieht und welche Fähigkeiten besonders wichtig sind. So bekommen Sie einen Eindruck vom Beruf. Das garantiert aber weder einen Ausbildungsplatz noch eine spätere Festanstellung.

Rechnen Sie anschließend für jedes konkrete Angebot die monatlichen Einnahmen und Ausgaben durch. Berücksichtigen Sie neben einer möglichen Ausbildungsvergütung auch Miete, Lebenshaltungskosten, Semesterbeiträge und verfügbare finanzielle Unterstützung. So sehen Sie, ob das Angebot zu Ihrer finanziellen Situation passt. Eine pauschale Aussage, Ausbildung oder Studium sei grundsätzlich günstiger, hilft dabei nicht: Die Kosten und Einnahmen unterscheiden sich je nach Weg und Lebenssituation.

4. Nächste Schritte festlegen

Wenn ein Weg zu Ihren Interessen, Voraussetzungen und finanziellen Möglichkeiten passt, halten Sie die nächsten Schritte fest. Dazu gehören zum Beispiel ein Beratungstermin, Bewerbungsunterlagen und die Fristen für konkrete Ausbildungsplätze oder Studiengänge. Sind mehrere Wege denkbar, können Sie sich zunächst bei mehreren passenden Angeboten bewerben und anhand weiterer Informationen entscheiden.

Ein Orientierungstest wie Check-U der Bundesagentur für Arbeit kann passende Ausbildungsberufe und Studienfächer vorschlagen. Nutzen Sie das Ergebnis als Ausgangspunkt für Gespräche und prüfen Sie die Vorschläge anschließend selbst. Auch nach einer Ausbildung stehen Weiterbildungen und ein späteres Studium offen. Die erste Entscheidung legt Ihren weiteren Weg daher nicht für immer fest.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.