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Häufige Fragen zur staatlich geprüften Techniker-Ausbildung

Wenn Sie nach einer Berufsausbildung mehr Verantwortung übernehmen oder sich fachlich weiterentwickeln möchten, können Sie sich an einer Fachschule für Technik zum staatlich geprüften Techniker weiterbilden. Diese Weiterbildung heißt meist „Techniker-Ausbildung“. In der Regel brauchen Sie dafür eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufspraxis.

Mit dem Abschluss können Sie etwa in der Instandhaltung, Prozessoptimierung oder Qualitätssicherung arbeiten. Ihre Aussichten hängen von der Fachrichtung, Ihrer Erfahrung und dem regionalen Arbeitsmarkt ab; eine Arbeitsplatz- oder Gehaltsgarantie gibt es nicht.

Welche Aufgaben übernehmen staatlich geprüfte Techniker?

Staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker bringen praktische Berufserfahrung und vertieftes Fachwissen mit. Je nach Fachrichtung planen sie technische Abläufe, prüfen die Qualität, verbessern Produktionsprozesse oder arbeiten an Konstruktion und Entwicklung mit. In Projekten übernehmen sie auch fachliche Verantwortung.

Fachschulen bieten unter anderem Fachrichtungen wie Maschinen-, Elektro-, Mechatronik-, Bau- und Chemietechnik an. Welche davon zu Ihrem bisherigen Beruf passt, entscheidet die jeweilige Fachschule. Prüfen Sie deshalb vor der Bewerbung, ob Ihr Ausbildungsberuf für die gewünschte Fachrichtung anerkannt wird.

Welche Voraussetzungen gelten für die Techniker-Weiterbildung?

Üblicherweise benötigen Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem passenden anerkannten Beruf und mindestens ein Jahr Berufspraxis. Die notwendige Praxiszeit können Sie unter bestimmten Voraussetzungen parallel zum Fachschulbesuch erwerben. Die Bundesagentur für Arbeit nennt außerdem Berufsbildungsreife als schulische Mindestvoraussetzung.

Die genauen Regeln hängen vom Bundesland, der Fachrichtung und der Schule ab. In Bremen verlangt die Technikerschule beispielsweise einen mittleren Bildungsabschluss, ein Berufsschulabschlusszeugnis, eine passende Berufsausbildung und mindestens ein Jahr Berufspraxis. Das gilt nicht automatisch für Schulen in anderen Bundesländern. Lassen Sie Ihre Unterlagen daher vor der Anmeldung von der gewünschten Fachschule prüfen.

Wie lange dauert die Techniker-Weiterbildung?

In Vollzeit dauert die Weiterbildung häufig zwei Jahre. Die Bundesagentur für Arbeit nennt für Teilzeit vier Jahre. Andere Teilzeitangebote dauern etwa drei bis vier Jahre. Die konkrete Dauer hängt vom Bildungsgang ab. An der Technikerschule Bremen dauert die Vollzeitweiterbildung in Elektrotechnik beispielsweise zwei Jahre, während dort Chemietechnik berufsbegleitend über acht Semester angeboten wird.

Wenn Sie Ihre Berufstätigkeit fortsetzen möchten, fragen Sie gezielt nach Abendunterricht, Fernunterricht und den festen Präsenzzeiten. Teilzeitunterricht lässt sich mit einer Beschäftigung verbinden, verlangt aber eine realistische Planung der Lernzeit neben Beruf und Alltag.

Was kostet die Techniker-Weiterbildung?

Die Gebühren sind nicht überall gleich. Viele staatliche Fachschulen bieten den Unterricht kostenlos an. Private Schulen können laut IG Metall bis zu 8.000 Euro für die gesamte Weiterbildung verlangen. Je nach Schule kommen Prüfungsgebühren, Lernmittel, Fahrtkosten oder Unterkunftskosten hinzu.

Auch an einzelnen Schulen unterscheiden sich die Kosten: Die Technikerschule Bremen verlangt für bestimmte Fachrichtungen 1.690 Euro pro Semester und ungefähr 1.000 Euro für individuelle Lehr- und Lernmittel. Diese Beträge gelten nur für die dort genannten Bildungsgänge. Lassen Sie sich vor der Anmeldung eine vollständige Kostenübersicht geben.

Welche Förderung gibt es für die Techniker-Weiterbildung?

Das Aufstiegs-BAföG kann eine berufliche Aufstiegsfortbildung fördern. Auch Ihr Arbeitgeber kann Sie unterstützen. Welche Hilfe Sie erhalten, hängt von Ihrer persönlichen Situation und den geltenden Förderregeln ab.

Fragen Sie zuerst bei der Fachschule nach, welche Fördermöglichkeiten es für den Bildungsgang gibt. Klären Sie anschließend bei der zuständigen Förderstelle, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen und welche Kosten berücksichtigt werden. Rechnen Sie erst mit einer Förderung, wenn Sie eine konkrete Auskunft erhalten haben.

Welche Jobs gibt es nach dem Technikerabschluss?

Technikerinnen und Techniker arbeiten je nach Fachrichtung zum Beispiel in Wartung und Instandhaltung, Prozessoptimierung, Konstruktion, Entwicklung oder Qualitätssicherung. In der Industrie können sie technische Projekte planen und an der Verbesserung von Anlagen oder Fertigungsabläufen mitarbeiten. Für welche Stellen Sie infrage kommen, hängt auch davon ab, welche Aufgaben Sie bereits übernommen haben und welche Kenntnisse ein Arbeitgeber sucht.

Prüfen Sie konkrete Stellenanzeigen in Ihrer Region. Vergleichen Sie die verlangten Fachkenntnisse mit Ihrer bisherigen Erfahrung und der Fachrichtung, die Sie anstreben. So erkennen Sie, ob die Weiterbildung zu den beruflichen Aufgaben führt, die Sie übernehmen möchten.

Wie sind die Berufsaussichten nach dem Technikerabschluss?

Die Weiterbildung kann Ihnen neue Arbeitsfelder und mehr Verantwortung eröffnen. Die IG Metall nennt eine Nachfrage nach Fachkräften unter anderem in Elektrotechnik, Energieversorgung, Gebäudetechnik und Automatisierung. Die Nachfrage ist jedoch nicht in jeder Region und Fachrichtung gleich hoch.

Auch beim Gehalt gibt es keine einheitliche Zahl. Der tatsächliche Verdienst hängt unter anderem von Berufserfahrung, Branche, Region und Unternehmensgröße ab. Vergleichen Sie aktuelle Stellenangebote für Ihren Zielberuf.

Ist der Technikerabschluss mit einem Bachelor vergleichbar?

Der staatlich geprüfte Techniker ist dem Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens zugeordnet. Auf demselben Niveau liegt auch der Bachelorabschluss. Beide Abschlüsse sind damit demselben Qualifikationsniveau zugeordnet. Sie führen aber über unterschiedliche Bildungswege, haben unterschiedliche fachliche Schwerpunkte und bereiten auf unterschiedliche Aufgaben vor. Deshalb sind sie nicht bei jeder Stelle austauschbar.

Die Bezeichnung „Bachelor Professional in Technik“ kann ebenfalls verwirren. Sie steht für eine berufliche Qualifikation. Der Technikerabschluss ist damit kein akademischer Bachelorabschluss. Wenn für eine Stelle ein bestimmter Hochschulabschluss verlangt wird, sollten Sie die Anerkennung Ihrer Qualifikation direkt mit dem Arbeitgeber klären.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.