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Die Zwischenprüfung als Orientierungshilfe nutzen

Die Zwischenprüfung zeigt Auszubildenden mitten in der Ausbildung, wo sie fachlich stehen. Sie benennt die Bereiche, die bis zur Abschlussprüfung noch Vertiefung brauchen.

Wer die Ergebnisse auswertet, passt den eigenen Lernplan an und geht mit mehr Sicherheit in die letzten Ausbildungsmonate.

Warum die Zwischenprüfung zählt

Die Zwischenprüfung ist eine offizielle Prüfung, die die zuständige Kammer abnimmt. Sie prüft, ob Sie die Inhalte der ersten Ausbildungsphase beherrschen, und gibt Ihnen und Ihrem Ausbildungsbetrieb eine Rückmeldung über Ihren Lernfortschritt. Ein gutes Ergebnis bestätigt, dass Ihre Lernstrategie funktioniert. Ein schwaches Ergebnis ist kein Grund zur Sorge. Es zeigt Ihnen, wo Sie nachjustieren müssen.

Viele Auszubildende unterschätzen den Wert dieser Prüfung, weil sie nicht in die Abschlussnote einfließt. Das stimmt so nicht. Die Zwischenprüfung simuliert die Prüfungssituation, die Sie später in der Abschlussprüfung erwartet. Sie lernen, unter Zeitdruck zu arbeiten, mit unbekannten Aufgaben umzugehen und Ihre Nerven zu kontrollieren. Diese Erfahrung lässt sich nicht aus Büchern lernen.

So bereiten Sie sich richtig vor

Eine gute Vorbereitung beginnt nicht erst zwei Wochen vor dem Termin. Planen Sie über mehrere Wochen hinweg feste Lernzeiten ein und teilen Sie den Stoff in überschaubare Einheiten auf. Konzentrieren Sie sich auf die Handlungsbereiche, die in Ihrer Ausbildungsordnung festgelegt sind, und arbeiten Sie alte Prüfungsaufgaben durch, wenn Ihre Kammer solche bereitstellt.

Am Prüfungstag selbst hilft eine klare Strategie. Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über alle Aufgaben und die erreichbaren Punkte. Beginnen Sie mit den Aufgaben, die Ihnen leicht fallen, um Punkte zu sammeln und ein Erfolgsgefühl aufzubauen. Sie müssen nicht mit Aufgabe 1 anfangen. Wenn Sie sich an einer Aufgabe festbeißen, brechen Sie die Bearbeitung ab und wechseln Sie zu einer anderen. Wenn am Ende Zeit bleibt, kehren Sie zu den schwierigen Aufgaben zurück.

Ergebnisse auswerten und Lernplan anpassen

Nach der Prüfung erhalten Sie eine Rückmeldung, die aufgeschlüsselt nach Handlungsbereichen zeigt, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Diese Aufschlüsselung ist der eigentliche Wert der Zwischenprüfung. Gehen Sie die Ergebnisse Bereich für Bereich durch und notieren Sie, welche Themen Sie sicher beherrschen und welche Sie noch einmal wiederholen müssen.

Nehmen Sie sich dafür einen Nachmittag Zeit und arbeiten Sie die Rückmeldung systematisch ab. Markieren Sie die Bereiche mit den größten Punktabzügen und priorisieren Sie diese in Ihrem Lernplan. Ein schwaches Ergebnis in einem Bereich bedeutet nicht, dass Sie den gesamten Stoff neu lernen müssen. Oft reicht es, gezielt die Teilthemen zu wiederholen, die in der Prüfung abgefragt wurden.

Besprechen Sie die Ergebnisse auch mit Ihrem Ausbilder oder Ihrer Ausbilderin. Der Betrieb kennt die Anforderungen der Abschlussprüfung und kann Ihnen gezielt Übungsmaterial oder zusätzliche Aufgaben aus dem Arbeitsalltag anbieten. Manche Betriebe bieten auch interne Schulungen oder Nachhilfe an, wenn ein Bereich deutlich schwächer ausgefallen ist.

Die Grenzen der Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung ist eine Momentaufnahme, die Ihren aktuellen Stand zeigt. Ein schwaches Ergebnis kann viele Ursachen haben. Prüfungsangst und Zeitdruck zählen dazu, manchmal ist es ein schlechter Tag oder schlicht eine unglückliche Aufgabenauswahl. Ziehen Sie aus einem einzelnen Ergebnis keine voreiligen Schlüsse über Ihre gesamte berufliche Zukunft.

Beachten Sie außerdem, dass die Verfahren der Kammern unterschiedlich sind. Manche Kammern veröffentlichen vorläufige Ergebnisse online, andere informieren schriftlich. Das verbindliche Ergebnis bekommen Sie erst nach der offiziellen Prüfungsauswertung. Nutzen Sie die vorläufigen Zahlen als Orientierung, aber warten Sie die verbindliche Rückmeldung ab, bevor Sie größere Entscheidungen treffen.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.