Ausbildung im BIK Netz
Das BIK Netz, offiziell BIKnetz, ist ein bundesweites Informations- und Kompetenznetzwerk, das pädagogische Fachkräfte in der Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus unterstützt. Es bietet keine klassische Berufsausbildung mit Lehrstellen und Ausbildungsverträgen, sondern qualifiziert und vernetzt Menschen, die beruflich mit Jugendlichen arbeiten, damit die Fachkräfte frühzeitig rechtsextremen Tendenzen entgegenwirken können.
Das BIK Netz
Das BIKnetz wurde gegründet, weil rechtsextreme Gruppen gezielt versuchen, Jugendliche zu erreichen, für ihre Ideologie zu gewinnen und in ihren Strukturen zu verankern. Pädagogische Fachkräfte aus Jugendhilfe, Sozialer Arbeit und Schule stehen dabei oft allein da. Sie fragen sich, wie sie Jugendliche erreichen können, bevor diese in organisierte rechtsextreme Strukturen abrutschen.
Das Netzwerk schafft eine bundesweite Anlaufstelle für genau diese Fachkräfte. Es bündelt vorhandenes Wissen, vernetzt bestehende Projekte und initiiert neue Kooperationen zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und pädagogischer Praxis. Der Ansatz ist präventiv: Statt erst zu reagieren, wenn Jugendliche bereits in rechtsextremen Gruppen aktiv sind, sollen Fachkräfte frühzeitig eingreifen und Alternativen aufzeigen.
Kein klassischer Ausbildungsbereich
Das BIK Netz ist kein Bildungsträger im herkömmlichen Sinn. Es bildet keine Auszubildenden in einem anerkannten Ausbildungsberuf aus und vergibt keine Abschlüsse nach Berufsbildungsgesetz. Die Zielgruppe sind nicht Jugendliche, die eine Ausbildung suchen, sondern erwachsene Fachkräfte, die bereits in der pädagogischen Arbeit stehen.
Der Begriff "Ausbildungsbereich" könnte aus zwei Richtungen missverstanden werden. Zum einen könnte jemand annehmen, das BIK Netz biete Jugendlichen mit rechtsextremer Orientierung eine Art Umerziehungs- oder Ausbildungsprogramm. Das ist nicht der Fall. Das Netzwerk arbeitet mit Fachkräften, nicht direkt mit den betroffenen Jugendlichen. Zum anderen könnte der Begriff auf Fortbildungsangebote für Pädagogen hindeuten. Solche Angebote existieren, aber sie sind Teil der Netzwerkarbeit und nicht als eigenständiger Ausbildungsbereich organisiert.
Qualifizierung im Netzwerk
Was das BIK Netz in Bezug auf Ausbildung und Qualifizierung tatsächlich leistet: Es stärkt die Menschen fachlich, die täglich mit Jugendlichen arbeiten. Dazu gehört, dass bestehende Konzepte der präventiv-pädagogischen Arbeit gesichtet, weiterentwickelt und für die Praxis nutzbar gemacht werden. Fachkräfte erhalten Zugang zu Materialien, Methoden und Erfahrungen aus anderen Regionen und Projekten.
Die Vernetzung selbst ist ein Lernprozess. Wenn eine Schulsozialarbeiterin aus Sachsen mit einem Jugendhilfeträger aus Nordrhein-Westfalen zusammenarbeitet, tauschen beide nicht nur Kontakte aus, sondern auch erprobte Handlungsstrategien. Das BIK Netz moderiert diese Austauschprozesse und sorgt dafür, dass erfolgreiche Ansätze nicht in Einzelprojekten versanden, sondern anderen zur Verfügung stehen.
Für Fachkräfte, die sich konkret weiterbilden möchten, lohnt ein Blick auf die aktuellen Angebote auf der Website des BIK Netz. Dort finden sich Hinweise auf Fachtagungen, Workshops und Materialien, die regelmäßig aktualisiert werden. Eine feste Curriculum-Struktur mit Modulen und Zertifikaten gibt es jedoch nicht.
Bedeutung für Ihre Suche
Wenn Sie auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Berufsausbildung im BIK Netz sind, werden Sie dort nicht fündig. Das Netzwerk richtet sich an Personen, die bereits in der pädagogischen Arbeit tätig sind oder sich beruflich mit Rechtsextremismusprävention beschäftigen möchten. Für Studierende der Sozialen Arbeit oder Pädagogik kann das BIK Netz dennoch interessant sein, etwa für Praktika, Abschlussarbeiten oder den Einstieg in ein Netzwerk, das später im Berufsleben nützlich ist.
Wenn Sie hingegen als Fachkraft nach Unterstützung in der täglichen Arbeit suchen, ist das BIK Netz eine zentrale Anlaufstelle. Die Angebote sind kostenfrei oder kostengünstig, da das Netzwerk aus öffentlichen Mitteln gefördert wird. Konkrete Zahlen zu Fördermitteln oder Teilnehmerzahlen liegen in den öffentlich zugänglichen Quellen nicht vor.