Categories
Allgemein

Den passenden Ausbildungsberuf finden

In Deutschland gibt es mehr als 300 anerkannte Ausbildungsberufe. Viele haben eigene Fachrichtungen oder Schwerpunkte. Prüfen Sie, ob die Aufgaben zu Ihren Interessen passen, und informieren Sie sich über den Arbeitsalltag, bevor Sie sich entscheiden.

Interessen und Stärken prüfen

Überlegen Sie, welche Aufgaben Ihnen liegen und wie Sie gern arbeiten. Mögen Sie praktische Aufgaben mit Werkzeugen und Materialien? Interessieren Sie sich für technische Probleme, organisieren Sie gern am Computer oder haben Sie gern mit Menschen zu tun? Überlegen Sie auch, ob Ihnen ein Arbeitsplatz im Büro liegt oder ob Sie lieber draußen arbeiten.

Prüfen Sie dabei konkrete Anforderungen. In einem technischen Beruf suchen Sie vielleicht oft Fehler am Computer oder arbeiten mit Maschinen. In einem sozialen Beruf haben Sie regelmäßig mit Menschen zu tun. Die Arbeit kann körperlich oder psychisch belastend sein. Der Berufstitel allein verrät wenig über den Alltag.

Ein Online-Berufswahltest wie Check-U von der Bundesagentur für Arbeit kann Ihre Interessen und Fähigkeiten mit passenden Berufen abgleichen. Nutzen Sie die Vorschläge als Startpunkt für Ihre weitere Suche. Ein Testergebnis entscheidet nicht für Sie. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie es mit der Berufsberatung.

Berufsbilder vergleichen

Informieren Sie sich über die Aufgaben, Anforderungen und Fachrichtungen des Berufs. Lesen Sie dazu die Beschreibungen der Bundesagentur für Arbeit und das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe. Achten Sie darauf, wie der Alltag aussieht: Arbeiten Sie überwiegend am Schreibtisch, in einer Werkstatt oder im Freien? Haben Sie viel Kundenkontakt? Welche Aufgaben übernehmen Auszubildende?

Vergleichen Sie auch verwandte Berufe. Wer sich für eine Ausbildung bei einer Bank interessiert, kann sich zusätzlich kaufmännische Berufe bei Versicherungen ansehen. Wer gern auf dem Bau arbeitet, sollte verschiedene Bauberufe vergleichen. Die Tätigkeiten und Anforderungen unterscheiden sich. Wenn Sie auch verwandte Berufe ansehen, finden Sie vielleicht weitere passende Ausbildungsplätze.

Prüfen Sie anschließend, welche Ausbildungsplätze es in Ihrer Region gibt. Suchen Sie auch nach verwandten Berufen und fragen Sie bei der Berufsberatung nach Möglichkeiten vor Ort.

Gespräche und Praktika nutzen

Bei regionalen Ausbildungsmessen können Sie mit Auszubildenden und Ausbildungsverantwortlichen sprechen. Auch Gespräche mit Betrieben sind möglich. Fragen Sie, wie ein typischer Arbeitstag aussieht und welche Aufgaben im ersten Ausbildungsjahr anfallen. Erkundigen Sie sich außerdem nach möglichen Fachrichtungen. Ausbildungsmessen finden je nach Region zu unterschiedlichen Zeiten statt. Aktuelle Termine finden Sie unter anderem bei der Arbeitsagentur. Auch Kammern und Schulen informieren über Termine.

Ein Praktikum zeigt Ihnen direkt, wie der Beruf aussieht. In einer Werkstatt können Sie erleben, wie sich die Arbeit mit Werkzeugen und Materialien im Berufsalltag anfühlt. In einem Pflege- oder Sozialberuf bekommen Sie eher einen Eindruck vom Kontakt mit Menschen und den Anforderungen der Tätigkeit. Prüfen Sie während des Praktikums, welche Aufgaben Ihnen liegen und welche Fragen offenbleiben.

Vor dem Vertrag abwägen

Sprechen Sie vor der Entscheidung auch mit dem Ausbildungsbetrieb. Klären Sie, welche Tätigkeiten Sie übernehmen, wie die Ausbildung aufgebaut ist und wer Sie begleitet. So können Sie prüfen, ob Ihre Vorstellung vom Beruf zur Ausbildung in diesem Betrieb passt.

Wenn Sie sich vorher über den Betrieb informieren, sinkt das Risiko, dass Ihre Erwartungen nicht zur Ausbildung passen. Wird ein Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst, bedeutet das nicht automatisch einen endgültigen Abbruch: Manche Auszubildende wechseln den Betrieb oder den Beruf und setzen ihre Ausbildung fort. Sie müssen vor Ausbildungsbeginn nicht wissen, welchen Beruf Sie dauerhaft ausüben möchten. Wichtig ist, dass Sie wissen, worauf Sie sich zunächst einlassen.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.