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Den passenden Ausbildungsberuf finden: So geht’s

Wenn Sie noch unsicher sind, welcher Ausbildungsberuf zu Ihnen passt, überlegen Sie zuerst, welche Tätigkeiten Ihnen liegen und welche Arbeitsbedingungen Sie sich wünschen. Vergleichen Sie mehrere Berufe und prüfen Sie Ihre Favoriten im Arbeitsalltag, bevor Sie sich festlegen.

Berufstests und Beratung geben zusätzliche Hinweise. Nutzen Sie Testergebnisse gemeinsam mit eigenen Einblicken in den Arbeitsalltag, um Ihre Entscheidung zu treffen.

Eigene Interessen erkennen

Fragen Sie sich zunächst, was Sie gern tun und was Ihnen leichtfällt. Denken Sie dabei nicht nur an Ihre Lieblingsfächer. Auch ein Hobby, ein Nebenjob oder Aufgaben zu Hause zeigen, ob Ihnen zum Beispiel Organisieren, Gestalten, Reparieren oder der Umgang mit Menschen liegt.

Schreiben Sie Ihre Antworten konkret auf. Diese Fragen helfen beim Einstieg:

  • Welche Tätigkeiten machen mir Spaß?
  • Wobei bekomme ich von anderen oft Rückmeldung, dass ich es gut kann?
  • Arbeite ich lieber mit Menschen, Technik, Zahlen oder Materialien?
  • Welche Arbeitsbedingungen passen zu mir, etwa drinnen oder draußen, mit viel Kundenkontakt oder eher konzentriert für mich?

Halten Sie auch fest, was Sie vermeiden möchten. Betrachten Sie solche Punkte zunächst als Hinweise; sie schließen einen Beruf nicht endgültig aus. Ein Gespräch mit Familie oder Freunden kann weitere Stärken sichtbar machen. Entscheidend bleibt, ob deren Einschätzung zu Ihren eigenen Erfahrungen passt.

Mehrere Ausbildungsberufe vergleichen

Überlegen Sie, welche Berufsfelder zu Ihren Interessen passen, und suchen Sie darin nach konkreten Ausbildungsberufen. Wenn Sie gern praktisch arbeiten, kommen zum Beispiel unterschiedliche handwerkliche oder technische Berufe infrage. Berufe, die ähnliche Interessen ansprechen, können ganz unterschiedliche Aufgaben und Arbeitsorte haben.

Vergleichen Sie Ihre Favoriten anhand ihrer typischen Aufgaben, Lerninhalte, Arbeitsorte, Ausbildungsdauer und Zugangsvoraussetzungen. Informationen dazu finden Sie etwa bei BERUFENET und auf meinBERUF, den Orientierungsangeboten der Bundesagentur für Arbeit.

Schauen Sie sich auch andere Berufe mit ähnlichen Aufgaben an. Ein weniger bekannter Beruf kann besser zu Ihnen passen als die naheliegende Wahl. Prüfen Sie außerdem, welche Ausbildungsplätze es in Ihrer Region gibt. Bundesweite Zahlen zu offenen Stellen sagen wenig darüber aus, ob ein bestimmter Beruf am gewünschten Ort zu Ihren Voraussetzungen passt.

Den Arbeitsalltag ausprobieren

Ein Praktikum, ein Schnuppertag oder ein Gespräch mit jemandem aus dem Beruf vermittelt einen konkreten Eindruck. Sie erfahren dabei, welche Aufgaben tatsächlich anfallen und wie ein typischer Arbeitstag abläuft. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nur beobachten und nicht selbst ausprobieren dürfen.

Notieren Sie nach dem Einblick, was Ihnen gefallen hat, was Sie überrascht hat und was Sie noch herausfinden möchten. Achten Sie auch auf weniger auffällige Aspekte: Wie viel Kundenkontakt gibt es? Arbeiten Beschäftigte allein oder mit anderen? Wie körperlich oder konzentriert ist die Tätigkeit? Ein einzelner Einblick zeigt nicht jeden Teil des Berufs, hilft aber, Ihre Vorstellung mit der Praxis abzugleichen.

Berufstests richtig nutzen

Check-U, das Online-Orientierungstool der Bundesagentur für Arbeit, lässt Sie Aufgaben bearbeiten, mit denen Sie Ihre Fähigkeiten einschätzen, und fragt nach Interessen und gewünschten Arbeitsbedingungen. Das Tool schlägt Ausbildungen und Studienfächer vor. Laut Bundesagentur für Arbeit ist das Angebot ab 13 Jahren nutzbar. Für die Bearbeitung sind Deutschkenntnisse auf Niveau B2 erforderlich; der Kompetenz-Check dauert ungefähr 80 Minuten.

Nehmen Sie die Vorschläge als Ideen für weitere Recherchen. Ein Test zeigt nicht, wie der Arbeitsalltag aussieht, und kann Ihnen die Entscheidung nicht abnehmen. Wenn ein Ergebnis Sie überrascht oder Ihrem Wunsch widerspricht, schauen Sie sich die Aufgaben des Berufs genauer an. Besprechen Sie offene Fragen bei Bedarf mit der Berufsberatung. Auch gesundheitliche Einschränkungen berücksichtigt Check-U nicht automatisch.

Berufsberatung einbeziehen

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hilft Ihnen, Interessen und Stärken zu ordnen, Ausbildungswege zu vergleichen und offene Fragen zu Voraussetzungen oder Betrieben zu klären. Nehmen Sie Ihre Notizen und mögliche Testergebnisse mit. So können Sie gezielt besprechen, welche Berufe Sie bereits geprüft haben und wo Ihnen noch Informationen fehlen.

Im Berufsinformationszentrum (BiZ) finden Sie erste Informationen zu Berufen, Bildung und Bewerbung. Dort stehen auch Computer für die Suche sowie regionale Informationen zur Verfügung. Beratung ist besonders nützlich, wenn Ihre schulischen Voraussetzungen, gesundheitliche Situation oder der gewünschte Ausbildungsort Ihre Auswahl beeinflussen.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.