Categories
Allgemein

Das Ausbildungsende rechtzeitig planen

In den letzten Ausbildungsmonaten stehen Abschlussprüfung, Zeugnisse und die Frage nach der Übernahme an, oft auch Bewerbungen bei anderen Betrieben. Wer diese Aufgaben früh angeht, vermeidet Stress und behält die Wahl, wohin der Weg führt. Etwa ein halbes Jahr vor dem Ausbildungsende klären die meisten Betriebe, ob sie Auszubildende übernehmen. Wer dann selbst aktiv wird, sitzt am Ende nicht auf dem Trockenen.

Die Abschlussprüfung im Blick behalten

Die Abschlussprüfung ist der Termin, um den sich alles andere dreht. Melden Sie sich rechtzeitig an und klären Sie, welche Unterlagen die zuständige Kammer dafür benötigt. Der Anmeldezeitraum liegt meist mehrere Monate vor dem Prüfungstermin. Die genauen Fristen nennt Ihre Berufsschule oder die Industrie- und Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer.

Fangen Sie nicht erst in den letzten Wochen mit der Vorbereitung an. Legen Sie fest, welche Themen Sie wiederholen müssen, und verteilen Sie das Lernen über mehrere Monate. Fragen Sie Ihren Ausbilder, ob der Betrieb Übungsaufgaben oder alte Prüfungen bereitstellt. Viele Kammern bieten zudem kostenlose oder günstige Vorbereitungskurse an, die sich lohnen, wenn Sie unsicher sind.

Zeugnisse und Unterlagen anfordern

Am Ende der Ausbildung erhalten Sie mehrere Dokumente, die Sie für Bewerbungen und das Übernahmegespräch brauchen. Dazu gehören das Abschlusszeugnis der Berufsschule, das Prüfungszeugnis der Kammer und das Arbeitszeugnis des Ausbildungsbetriebs. Das Arbeitszeugnis müssen Sie nicht gesondert beantragen. Der Betrieb stellt es Ihnen mit dem Ende des Ausbildungsverhältnisses aus. Prüfen Sie den Inhalt genau: Stimmen die Angaben zu Ihren Tätigkeiten, und ist die Bewertung nachvollziehbar? Bei Fehlern haben Sie ein Recht auf Korrektur.

Bewahren Sie alle Leistungsbeurteilungen aus der Ausbildung auf, etwa Zwischenzeugnisse oder Beurteilungen aus den Abteilungen. Diese Unterlagen zeigen in Bewerbungsgesprächen, wie Sie sich entwickelt haben, und helfen Ihnen, eigene Stärken konkret zu benennen.

Das Übernahmegespräch vorbereiten

Viele Betriebe führen etwa ein halbes Jahr vor dem Ausbildungsende ein Gespräch über die Übernahme. Wenn Ihr Betrieb kein solches Gespräch anbietet, fragen Sie selbst danach. Ein guter Zeitpunkt ist nach der Zwischenprüfung, wenn Sie Ihre Leistungen belegen können.

Überlegen Sie sich vor dem Gespräch, was Sie erreichen möchten, und klären Sie, welche Konditionen Ihnen wichtig sind: die Vergütung, die Probezeit, die Vertragsart und ob der Betrieb eine Weiterbildung unterstützt. Informieren Sie sich, was in Ihrer Branche üblich ist, etwa über Tarifverträge oder Kollegen, die kürzlich übernommen wurden. Im Gespräch selbst sollten Sie nicht nur zuhören, sondern auch Fragen stellen. Erkundigen Sie sich nach den Aufgaben in der neuen Position und danach, wie der Betrieb Ihre Entwicklung in den nächsten Jahren plant.

Beachten Sie die Fristen, die das Berufsbildungsgesetz für die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses vorgibt. Wenn Sie nicht übernommen werden, endet die Ausbildung automatisch mit dem bestandenen Abschluss. Möchten Sie selbst nicht übernommen werden, müssen Sie die Kündigungsfristen einhalten, die in Ihrem Ausbildungsvertrag oder im Gesetz geregelt sind.

Bewerbungen parallel planen

Auch wenn Sie auf eine Übernahme hoffen, sollten Sie sich früh nach Alternativen umsehen. Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte ist in vielen Branchen aufnahmefähig, aber gute Stellen sind nicht unbegrenzt verfügbar. Beginnen Sie etwa vier bis sechs Monate vor dem Ausbildungsende mit der Suche, wenn Sie nicht sicher sind, ob der Betrieb Sie übernimmt.

Erstellen Sie eine Bewerbungsmappe, die Ihre Ausbildung in den Mittelpunkt stellt, und nennen Sie die konkreten Aufgaben, die Sie im Betrieb übernommen haben, sowie die Ergebnisse Ihrer Arbeit. Ein Zeugnis, das erst nach der Prüfung vorliegt, können Sie in der Bewerbung ankündigen und nachreichen. Viele Arbeitgeber akzeptieren das, wenn Sie den voraussichtlichen Termin nennen.

Nutzen Sie auch Ihre Kontakte aus der Ausbildung. Ausbilder, Kollegen und Kunden wissen, wie Sie arbeiten, und können Sie an offene Stellen empfehlen. Ein persönliches Gespräch öffnet oft Türen, die eine Bewerbung allein nicht erreicht.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.