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Bewerbung um einen Ausbildungsplatz: Der erste Eindruck zählt

Eine gute Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zeigt, warum du dich für einen bestimmten Beruf interessierst und welche Erfahrungen du bereits mitbringst. Dafür brauchst du keine makellose Laufbahn. Entscheidend sind ein nachvollziehbarer Berufswunsch, ein konkreter Bezug zum Betrieb, vollständige Unterlagen und sorgfältige Vorbereitung.

Der erste Eindruck entsteht bereits beim Lesen der Stellenanzeige, beim Dateinamen deiner Bewerbung und bei der ersten E-Mail. Später zählen auch dein Auftreten im Vorstellungsgespräch, deine Pünktlichkeit und deine Fragen zum Ausbildungsalltag.

Vor der Bewerbung: Welcher Ausbildungsberuf passt zu dir?

Bevor du Unterlagen verschickst, solltest du prüfen, ob der Beruf zu deinen Interessen und deinen Vorstellungen vom Arbeitsalltag passt. Eine Bewerbung wirkt glaubwürdig, wenn du deine Entscheidung mit konkreten Erfahrungen erklären kannst.

Beantworte für dich zum Beispiel diese Fragen:

  • Arbeite ich gern mit Menschen, Maschinen, Daten, Tieren, Materialien oder Kindern?
  • Welche praktischen, organisatorischen, kreativen oder analytischen Aufgaben liegen mir?
  • Wie wichtig sind Kundenkontakt, Teamarbeit und selbstständiges Arbeiten?
  • Welche Arbeitszeiten und welcher Arbeitsort passen zu meiner Situation?
  • Gibt es körperliche, sprachliche, mathematische oder technische Anforderungen?
  • Erfülle ich die formalen Voraussetzungen für den gewünschten Ausbildungsweg?
  • Passt eine duale, schulische oder gegebenenfalls eine Teilzeitausbildung zu mir?

Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit, Praktika und Schnuppertage helfen bei der Orientierung. Ein Praktikum zeigt dir, wie die Tätigkeiten tatsächlich aussehen. Gleichzeitig liefert es dir Beispiele für dein Anschreiben und deinen Lebenslauf.

Beispiel: Praktikum als Beleg für die Berufswahl

Während meines zweiwöchigen Praktikums in einer Kfz-Werkstatt habe ich erlebt, wie wichtig sorgfältiges Arbeiten, technisches Verständnis und die Zusammenarbeit im Team sind. Deshalb möchte ich diese Fähigkeiten in einer Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker weiterentwickeln.

Diese Formulierung ist ein Beispiel. Du solltest nur Erfahrungen nennen, die du tatsächlich gemacht hast.

So sieht der Ausbildungsalltag aus

Bei einer dualen Ausbildung lernst du an mehreren Orten: Im Ausbildungsbetrieb arbeitest du praktisch mit und in der Berufsschule erwirbst du fachliche und allgemeinbildende Kenntnisse. Je nach Beruf kommt eine überbetriebliche Ausbildungsstätte hinzu.

Typische Bestandteile des Ausbildungsalltags sind:

  • Einführung in Arbeitsabläufe und Sicherheitsregeln
  • praktische Aufgaben unter Anleitung
  • Mitarbeit im Tagesgeschäft
  • Kunden- oder Lieferantenkontakt
  • Dokumentation von Arbeitsschritten
  • Berufsschulunterricht
  • Prüfungsvorbereitung
  • zunehmend selbstständige Aufgaben

Die Ausbildungsordnung und der Ausbildungsrahmenplan legen fest, welche Inhalte vermittelt werden. Der Betrieb konkretisiert diese Vorgaben in einem betrieblichen Ausbildungsplan. Zusätzlich führst du einen Ausbildungsnachweis, in dem du die Inhalte und den zeitlichen Verlauf deiner Ausbildung dokumentierst.

Bei einer schulischen Ausbildung findet der größte Teil des Unterrichts an einer Berufsfachschule oder einer vergleichbaren Einrichtung statt. Praktische Phasen können dazugehören. Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsfristen unterscheiden sich je nach Beruf, Schule und Bundesland. Manche schulischen Ausbildungen verlangen einen bestimmten Schulabschluss, ein Mindestalter, ein Vorpraktikum oder weitere Nachweise.

Eine bestimmte schulische Vorbildung ist bei vielen dualen Ausbildungsberufen gesetzlich nicht vorgeschrieben. Betriebe legen jedoch eigene Auswahlkriterien fest und können bestimmte Abschlüsse, Noten oder Kenntnisse erwarten. Lies deshalb die jeweilige Stellenanzeige genau.

Ausbildung in Teilzeit

Eine Ausbildung in Teilzeit kommt unter bestimmten Voraussetzungen infrage. Die Ausbildungsinhalte bleiben grundsätzlich erhalten, während sich die wöchentliche Ausbildungszeit reduziert. Gründe können beispielsweise die Betreuung eines Kindes, die Pflege von Angehörigen oder gesundheitliche Einschränkungen sein. Ob eine Teilzeitausbildung möglich ist, klärst du direkt mit dem Betrieb und der zuständigen Stelle.

Mobiles Lernen oder einzelne Arbeitsphasen außerhalb des Betriebs hängen vom Beruf und vom Betrieb ab. In handwerklichen, pflegerischen, gastronomischen oder verkaufsbezogenen Berufen ist praktische Präsenz besonders wichtig. In kaufmännischen oder IT-Berufen lassen sich einzelne Aufgaben gegebenenfalls anders organisieren. Einen allgemeinen Anspruch auf Homeoffice während der Ausbildung gibt es daraus nicht.

Anforderungen aus der Stellenanzeige ableiten

Die Stellenanzeige nennt meist Aufgaben, gewünschte Kenntnisse und persönliche Eigenschaften. Häufig geht es um:

  • den erwarteten Schulabschluss
  • bestimmte Noten oder Schulfächer
  • technisches oder kaufmännisches Verständnis
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Sorgfalt und Zuverlässigkeit
  • Kundenorientierung
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit
  • Belastbarkeit und Lernbereitschaft

Die Bedeutung einzelner Anforderungen hängt vom Beruf ab. Im Einzelhandel sind beispielsweise Kundenorientierung, Kontaktbereitschaft, kaufmännisches Denken und Sorgfalt wichtig. Technische Berufe verlangen häufig technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse an Mathematik. Für Büro- und Verwaltungsberufe zählen Organisation, schriftliche Kommunikation und digitale Grundkenntnisse. Soziale und medizinische Berufe erfordern unter anderem Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit.

Übertrage die Anforderungen in konkrete Beispiele. Die Aussage „Ich bin teamfähig“ überzeugt weniger als eine kurze Beschreibung dessen, was du in einer Gruppe getan hast.

Allgemein:

Ich bin zuverlässig und teamfähig.

Konkreter:

Bei der Organisation unserer Abschlussfahrt habe ich Anfragen verglichen, Termine koordiniert und Informationen für die Klasse aufbereitet. Dabei habe ich gelernt, Aufgaben verbindlich zu planen und Absprachen einzuhalten.

Auch schwächere Schulnoten müssen nicht das einzige Thema deiner Bewerbung sein. Praktika, Projekte, Ferienjobs, Ehrenamt, Sprachkenntnisse oder digitale Kenntnisse können zeigen, was du bereits kannst und woran du weiterarbeiten möchtest.

Wann solltest du dich bewerben?

Beginne idealerweise etwa ein Jahr vor dem gewünschten Ausbildungsbeginn mit der Suche. Größere Betriebe und einige Branchen starten ihre Auswahl deutlich früher. Banken, Versicherungen und der öffentliche Dienst veröffentlichen Ausbildungsplätze teilweise lange vor dem Beginn der Ausbildung.

Eine bundesweit einheitliche Bewerbungsfrist gibt es nicht. Maßgeblich sind:

  • die Frist des Betriebs
  • die Frist der Berufsfachschule
  • der Ausbildungsberuf
  • der Ausbildungsbeginn
  • die Region
  • der vorgeschriebene Bewerbungsweg

Bei schulischen Ausbildungen solltest du die Website der jeweiligen Schule und die dort genannten Zugangsvoraussetzungen prüfen. Frage bei Unklarheiten direkt bei der Schule nach.

Bewerbung kurz vor Ausbildungsbeginn

Eine verpasste Frist beendet die Suche nicht automatisch. Prüfe aktuelle Ausbildungsplatzbörsen und rufe regionale Betriebe direkt an. Frage, ob der Ausbildungsplatz noch frei ist oder kurzfristig ein Platz frei geworden ist. Auch eine Initiativbewerbung kann sinnvoll sein, wenn ein Betrieb grundsätzlich in deinem Wunschberuf ausbildet.

Zusätzliche Anlaufstellen sind:

  • die Agentur für Arbeit
  • Industrie- und Handelskammer
  • Handwerkskammer
  • Berufsfachschulen
  • regionale Ausbildungsplatzbörsen

Prüfe bei Bedarf auch verwandte Berufe oder andere Regionen. Der Ausbildungsmarkt passt nicht überall gleich gut zusammen. Freie Ausbildungsstellen und passende Bewerberinnen und Bewerber finden sich häufig nicht in derselben Region oder im selben Beruf.

Diese Unterlagen gehören in die Bewerbung

Welche Unterlagen du einreichst, steht in der Stellenanzeige. Typische Bestandteile sind:

  1. Anschreiben
  2. tabellarischer Lebenslauf
  3. das letzte Schulzeugnis oder mehrere aktuelle Zeugnisse
  4. Praktikums- und Tätigkeitsnachweise
  5. Zertifikate oder Teilnahmebescheinigungen
  6. gegebenenfalls Arbeitsproben
  7. gegebenenfalls ein Bewerbungsfoto

Ein Bewerbungsfoto ist kein allgemeiner Pflichtbestandteil. Manche Betriebe nennen es als mögliche Ergänzung, andere verlangen es nicht. Orientiere dich an den Angaben des Betriebs und entscheide selbst, ob du ein Foto beifügen möchtest.

Versende die Unterlagen als PDF, wenn der Betrieb dieses Format verlangt oder empfiehlt. Bei einem Bewerbungsportal gelten die dortigen Vorgaben. Prüfe vor dem Absenden, ob alle Dateien lesbar sind und tatsächlich geöffnet werden können.

Achte außerdem auf:

  • die korrekte Schreibweise des Betriebs und der Ansprechperson
  • eine seriöse E-Mail-Adresse
  • eine einheitliche Schrift und Formatierung
  • einen eindeutigen Dateinamen, zum Beispiel Bewerbung_Max_Mustermann_Kfz-Mechatroniker.pdf
  • vollständige Anlagen
  • die richtige Empfängeradresse
  • den vorgegebenen Bewerbungsweg

Das Anschreiben mit persönlichem Bezug

Das Anschreiben beantwortet vier zentrale Fragen:

  • Für welche Ausbildung bewirbst du dich?
  • Warum interessiert dich dieser Beruf?
  • Warum möchtest du gerade in diesem Betrieb lernen?
  • Welche Erfahrungen und Stärken bringst du mit?

Ein sinnvoller Aufbau sieht so aus:

  1. Absender mit Kontaktdaten
  2. Empfänger und Ansprechperson
  3. Datum
  4. Betreff
  5. persönliche Anrede
  6. konkreter Einstieg
  7. Motivation für den Ausbildungsberuf
  8. Bezug zum Betrieb
  9. passende Erfahrungen und Stärken
  10. voraussichtlicher Schulabschluss oder Abschlussdatum
  11. freundlicher Schlusssatz
  12. Grußformel und Unterschrift

Einstieg ins Anschreiben

Der Satz „Hiermit bewerbe ich mich um einen Ausbildungsplatz in Ihrem Unternehmen“ ist formal korrekt. Er zeigt jedoch noch nicht, warum du dich für den Beruf oder den Betrieb interessierst.

Konkreter Einstieg mit Praktikum:

Bei meinem Praktikum in Ihrer Werkstatt hat mich besonders interessiert, wie aus einer Fehlerdiagnose ein konkreter Reparaturplan entsteht. Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz zum Kfz-Mechatroniker.

Konkreter Einstieg ohne Praktikum:

Die Verbindung aus Kundenkontakt, Warenorganisation und kaufmännischen Aufgaben interessiert mich an der Ausbildung im Einzelhandel besonders. Ihr Unternehmen kenne ich als Anbieter mit einem breiten Sortiment und starkem Bezug zur Region.

Beide Beispiele sind Formulierungsvorschläge. Ersetze allgemeine Aussagen durch deine eigenen Erfahrungen und den tatsächlichen Namen des Betriebs.

Schreibstil passend zum Beruf

Der Schreibstil sollte höflich, klar und professionell sein. Eine Bewerbung für einen kommunikationsintensiven Beruf verlangt besondere Sorgfalt bei Sprache und Ausdruck. In einem handwerklichen Beruf darf das Anschreiben direkt formuliert sein. Für eine kreative Ausbildung können zusätzlich Arbeitsproben oder eine besondere Form der Bewerbung erforderlich sein.

Vermeide lange Floskeln und übertriebene Selbsteinschätzungen. Beschreibe lieber, was du getan, gelernt oder ausprobiert hast. Lies das Anschreiben anschließend laut vor und lasse es von einer anderen Person prüfen. Rechtschreib- und Grammatikfehler lassen sich durch langsames Korrekturlesen und eine digitale Rechtschreibprüfung reduzieren.

Den Lebenslauf übersichtlich gestalten

Der Lebenslauf wird in der Regel tabellarisch aufgebaut. Die wichtigsten Informationen sollten schnell auffindbar sein. Sinnvolle Rubriken sind:

  • Kontaktdaten
  • angestrebter Schulabschluss
  • schulischer Werdegang
  • Praktika
  • Ferienjobs oder Nebenjobs
  • besondere Kenntnisse
  • Sprachkenntnisse
  • digitale Kenntnisse
  • Ehrenamt
  • passende Hobbys

Ordne die Stationen übersichtlich und verwende ein einheitliches Datumsformat. Beschreibe bei Praktika kurz die Tätigkeiten, die für die gewünschte Ausbildung relevant sind.

Hobbys sind kein Pflichtbestandteil. Sie können sinnvoll sein, wenn sie einen Bezug zum Beruf haben oder eine konkrete Erfahrung verdeutlichen. Mannschaftssport kann regelmäßige Zusammenarbeit zeigen. Ein Ehrenamt kann Verantwortungsbewusstsein belegen. Schreibe nur Punkte hinein, über die du im Gespräch sicher sprechen kannst.

Vorstellungsgespräch vorbereiten

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zeigt, dass deine schriftliche Bewerbung überzeugt hat. Jetzt möchte der Betrieb dich und deine Motivation besser kennenlernen. Typische Themen sind:

  • dein Lebenslauf
  • deine Berufswahl
  • der Ausbildungsbetrieb
  • deine Interessen
  • deine Stärken
  • wie du mit Schwierigkeiten umgehst
  • deine Lernbereitschaft
  • deine Erwartungen an die Ausbildung

Bereite dich vor, indem du die Stellenanzeige erneut liest und Informationen zum Betrieb sammelst. Kenne die Angaben aus deinem Lebenslauf und überlege dir konkrete Beispiele für deine Stärken.

Plane die Anfahrt und erscheine pünktlich. Die Kleidung sollte gepflegt und passend zur Branche sein. Für einen Bankberuf gelten andere Erwartungen als für einen handwerklichen Ausbildungsplatz. Entscheidend ist ein angemessenes Erscheinungsbild, in dem du dich sicher bewegen kannst.

Bei einem Videogespräch prüfst du vorher Kamera, Mikrofon und Internetverbindung. Wähle einen ruhigen Raum, einen passenden Hintergrund und eine gute Beleuchtung. Halte deine Bewerbungsunterlagen griffbereit.

Eigene Fragen im Gespräch

Eigene Fragen helfen dir, den Ausbildungsplatz besser einzuschätzen. Geeignet sind zum Beispiel:

  • Wie ist die Ausbildung im Betrieb organisiert?
  • Welche Abteilungen lerne ich kennen?
  • Wie oft findet der Berufsschulunterricht statt?
  • Welche Aufgaben übernehmen Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr?
  • Wie werden Auszubildende in den ersten Monaten begleitet?
  • Gibt es zusätzliche Schulungen?
  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
  • Wie geht es nach dem Gespräch weiter?

Auswahltests und weitere Schritte

Je nach Betrieb folgt nach der Bewerbung ein weiterer Auswahlprozess. Möglich sind:

  • Telefoninterview
  • Einstellungstest
  • Arbeitsprobe
  • Assessment-Center
  • Gruppendiskussion
  • Vorstellungsgespräch
  • Probearbeit oder ein Schnuppertag

Bei einem Einstellungstest können beispielsweise Sprachverständnis, Mathematik, logisches Denken oder berufsspezifische Kenntnisse geprüft werden. Ein Assessment-Center enthält häufig Einzel- und Gruppenaufgaben mit Bezug zum Ausbildungsberuf.

Führe eine Übersicht über deine Bewerbungen. Notiere den Betrieb, den Ausbildungsberuf, das Versanddatum, die Ansprechperson, die Frist und die nächste Rückmeldung. Wenn nach etwa vier Wochen keine Antwort eingegangen ist, ist eine höfliche Nachfrage sinnvoll.

Beispiel für eine Nachfrage:

Sehr geehrte Frau Müller,

am 12. September habe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz als Industriekaufmann beworben. Da ich bisher noch keine Rückmeldung erhalten habe, möchte ich mich erkundigen, ob meine Unterlagen vollständig eingegangen sind und wann ungefähr mit einer Entscheidung zu rechnen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann

Bei einer Absage kannst du höflich nachfragen, ob der Betrieb dir eine kurze Rückmeldung geben kann. Überarbeite deine Unterlagen und bewirb dich parallel bei weiteren Betrieben.

Nach der Zusage

Lies den Ausbildungsvertrag aufmerksam durch. Nach dem Berufsbildungsgesetz müssen unter anderem Beginn und Dauer der Ausbildung, Ausbildungsstätte, tägliche Ausbildungszeit, Probezeit und Vergütung festgehalten werden. Bei Fragen wendest du dich an den Betrieb, die zuständige Kammer oder eine Beratungsstelle.

Für den Ausbildungsbeginn werden häufig folgende Unterlagen benötigt:

  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Nachweis der Krankenversicherung
  • Bankverbindung
  • gegebenenfalls ein ärztliches Attest
  • gegebenenfalls Führungszeugnis

Bei einem Umzug solltest du dich außerdem um die Ummeldung kümmern. Prüfe frühzeitig, wie du deinen Lebensunterhalt während der Ausbildung finanzierst. Je nach persönlicher Situation kommen beispielsweise Kindergeld, Berufsausbildungsbeihilfe, Wohngeld oder bei einer schulischen Ausbildung Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz infrage.

Die Ausbildungsvergütung hängt unter anderem vom Beruf und vom Ausbildungsjahr ab. Auch Branche, Tarifvertrag und Region spielen eine Rolle. Für viele duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung gilt eine gesetzliche Mindestvergütung. Die genaue Höhe solltest du für das jeweilige Eintrittsjahr anhand aktueller Angaben prüfen.

Praktische Beispiele für eine überzeugende Bewerbung

Technischer Ausbildungsberuf

Eine Schülerin interessiert sich für Elektronik, hat aber keine herausragenden Mathematiknoten. Sie kann in ihrer Bewerbung andere passende Erfahrungen nennen:

  • ein Schulprojekt mit einem einfachen technischen Modell
  • ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb
  • sorgfältiges Arbeiten beim Aufbau
  • Interesse an Fehlersuche
  • Bereitschaft, mathematische Grundlagen weiterzulernen

Die Bewerbung wird dadurch nachvollziehbarer. Sie erklärt Interesse, belegt praktische Erfahrungen und zeigt Lernbereitschaft.

Kaufmännischer Ausbildungsberuf

Ein Bewerber möchte Kaufmann für Büromanagement werden. Als passende Belege eignen sich beispielsweise:

  • Organisation einer Klassenfahrt
  • Erfahrung mit Textverarbeitung und Tabellen
  • Nebenjob mit Kundenkontakt
  • sorgfältige Terminplanung
  • Interesse an kaufmännischen Abläufen

Ein möglicher Satz lautet:

Bei der Organisation unserer Abschlussfahrt habe ich Anfragen verglichen, Termine koordiniert und Informationen für die Klasse aufbereitet. Diese Erfahrung hat mein Interesse an organisatorischen und kaufmännischen Aufgaben verstärkt.

Bewerbung ohne ausgeschriebene Stelle

Wenn ein Betrieb grundsätzlich im Wunschberuf ausbildet, aber keine Stelle veröffentlicht hat, kannst du zuerst telefonisch nachfragen. Ermittle die zuständige Ansprechperson und sende anschließend eine kurze Initiativbewerbung. Nenne darin den gewünschten Ausbildungsberuf und den frühestmöglichen Ausbildungsbeginn. Ein Praktikum oder Schnuppertag kann den Kontakt erleichtern.

Bewerbung kurz vor Ausbildungsbeginn

Prüfe kurzfristig freie Stellen. Rufe regionale Betriebe an und halte deine Unterlagen als PDF bereit. Suche außerdem nach verwandten Berufen. Frage bei der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer nach. Eine Einstiegsqualifizierung oder eine berufsvorbereitende Maßnahme kann eine weitere Möglichkeit sein, wenn der direkte Ausbildungsstart noch nicht gelingt.

Checkliste vor dem Absenden

Gehe diese Punkte durch:

  • Passt der Ausbildungsberuf zu meinen Interessen und Fähigkeiten?
  • Habe ich die Anforderungen der Stellenanzeige berücksichtigt?
  • Nenne ich den richtigen Ausbildungsberuf und Betrieb?
  • Ist das Anschreiben persönlich und frei von Floskeln?
  • Enthält der Lebenslauf alle wichtigen Stationen?
  • Sind Zeugnisse und verlangte Nachweise beigefügt?
  • Ist ein Bewerbungsfoto gewünscht oder sinnvoll?
  • Sind Ansprechperson, Adresse und Datum korrekt?
  • Habe ich Rechtschreibung und Grammatik geprüft?
  • Sind alle PDF-Dateien lesbar und eindeutig benannt?
  • Nutze ich den vom Betrieb gewünschten Bewerbungsweg?
  • Habe ich die Bewerbung und die Frist in meiner Übersicht notiert?

Wenn du bei der Erstellung unsicher bist, helfen die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Kammern, Schulen oder Beratungsstellen bei der Prüfung. Eine überzeugende Bewerbung entsteht Schritt für Schritt: durch eine passende Berufswahl, konkrete Beispiele, vollständige Unterlagen und eine gute Vorbereitung auf den persönlichen Kontakt.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.