Bewerben, wenn der Wunschbetrieb nicht ausschreibt
Wenn Ihr Wunschbetrieb gerade keine Ausbildungsplätze ausschreibt, haben Sie dennoch eine Chance: eine Initiativbewerbung. Damit bewerben Sie sich ohne ausgeschriebene Stelle. Sie zeigen Interesse und Initiative. Viele Betriebe schätzen das.
Was eine Initiativbewerbung ist
Bei einer Initiativbewerbung bewerben Sie sich, obwohl das Unternehmen keine Stelle ausgeschrieben hat. Sie gehen selbst auf den Betrieb zu und fragen nach einer Ausbildungsmöglichkeit. In der Schweiz nennt man das Spontanbewerbung. Eine Blindbewerbung ist etwas anderes: Sie wird massenhaft verschickt und ist nicht auf einen bestimmten Betrieb oder eine bestimmte Position zugeschnitten. Das sollten Sie vermeiden.
Eine Initiativbewerbung zeigt dem Betrieb, dass Sie sich wirklich für ihn interessieren. Sie haben sich Gedanken gemacht und wollen genau dort arbeiten. Das hinterlässt einen guten Eindruck, oft einen besseren als eine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle, bei der sich viele andere bewerben.
Vorteile und Nachteile der Initiativbewerbung
Der größte Vorteil einer Initiativbewerbung ist die geringe Konkurrenz. Sie bewerben sich nicht gegen Dutzende andere. Sie kommen von sich aus auf den Betrieb zu. Sie können Ihre Bewerbung außerdem freier gestalten, weil kein Anforderungsprofil vorgegeben ist. Sie können Ihre Stärken und Motivation in den Vordergrund stellen.
Der Nachteil ist genau dieses fehlende Anforderungsprofil. Bei einer ausgeschriebenen Stelle wissen Sie, was der Betrieb erwartet. Bei einer Initiativbewerbung müssen Sie selbst einschätzen, welche Qualifikationen und Eigenschaften für den Betrieb wichtig sind. Sie müssen also mehr recherchieren und Ihre Bewerbung gut begründen.
Bewerben Sie sich außerdem nicht für mehrere verschiedene Berufe im selben Betrieb. Das wirkt unentschlossen und nicht ernsthaft. Wählen Sie einen Beruf, der zu Ihnen passt, und begründen Sie, warum Sie genau diesen Beruf in genau diesem Betrieb erlernen möchten.
Den richtigen Ansprechpartner finden
Bevor Sie Ihre Bewerbung schreiben, sollten Sie herausfinden, wer im Betrieb für Ausbildungsplätze zuständig ist. Das ist oft der Ausbildungsleiter oder die Personalabteilung. Rufen Sie im Betrieb an und fragen Sie einfach nach. Sie können auch auf der Website des Unternehmens nachsehen, wer dort als Ansprechpartner für Ausbildung genannt wird.
Ein kurzer Anruf hat noch einen weiteren Vorteil: Sie können direkt fragen, ob der Betrieb überhaupt Ausbildungsplätze plant und ob eine Initiativbewerbung sinnvoll ist. Manche Betriebe sagen Ihnen dann, dass sie im nächsten Jahr ausbilden werden oder dass Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt melden sollen. So sparen Sie sich unnötige Arbeit und wissen, woran Sie sind.
Inhalt und Aufbau der Initiativbewerbung
Eine Initiativbewerbung besteht aus den gleichen Teilen wie eine normale Bewerbung: Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Das Anschreiben ist dabei das Wichtigste. Erklären Sie darin, warum Sie sich gerade bei diesem Betrieb bewerben und warum Sie diesen Beruf erlernen möchten. Nennen Sie konkrete Gründe, zum Beispiel die Produkte des Unternehmens, die Arbeitsweise oder die Ausbildungsqualität.
Gehen Sie auch darauf ein, was Sie mitbringen. Das können schulische Leistungen sein, aber auch praktische Erfahrungen wie Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Zeigen Sie, dass Sie motiviert sind und sich mit dem Betrieb beschäftigt haben. Vermeiden Sie allgemeine Floskeln wie „Ich bin zuverlässig und teamfähig". Belegen Sie Ihre Eigenschaften lieber mit Beispielen.
Alternativen, wenn der Wunschbetrieb nicht ausbildet
Wenn der Wunschbetrieb trotz Ihrer Initiativbewerbung keine Stelle anbietet, gibt es andere Wege. Fragen Sie nach einem Praktikum. Ein Praktikum ist eine gute Möglichkeit, den Betrieb kennenzulernen und zu zeigen, was Sie können. Viele Betriebe übernehmen Praktikanten später in die Ausbildung, wenn sie überzeugen.
Sie können sich auch bei ähnlichen Betrieben bewerben. Wenn Ihr Wunschbetrieb zum Beispiel ein bestimmtes Handwerk ausübt, gibt es in der Region oft andere Betriebe mit ähnlichen Aufgaben. Die Ausbildung ist dieselbe, auch wenn der Betrieb ein anderer ist. Sie können später immer noch wechseln.
Eine weitere Möglichkeit ist die Berufsschule oder ein Berufsvorbereitungsjahr. Damit überbrücken Sie die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsjahr und verbessern gleichzeitig Ihre Chancen. Manche Betriebe stellen lieber Bewerber ein, die bereits eine berufsvorbereitende Maßnahme absolviert haben.