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Berufswahl und Bewerbung mit dem BIK Netz planen

BIK Netz ist ein bundesweites Informations- und Kompetenznetzwerk für pädagogische Fachkräfte. Diese arbeiten mit Jugendlichen, die von Rechtsextremismus gefährdet sind oder sich bereits in diese Richtung orientieren. Eine gelungene Berufswahl und ein erfolgreicher Bewerbungsprozess geben diesen Jugendlichen eine Perspektive und helfen ihnen, sich von extremistischen Angeboten zu lösen.

Das BIK Netz hilft Ihnen als Lehrkraft, Sozialarbeiterin oder Elternteil, Berufswahl und Bewerbung mit den Jugendlichen zu planen.

Was das BIK Netz leistet

Das BIK Netz ist ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der pädagogischen Praxis, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft. Es sammelt Konzepte zur Vorbeugung von Rechtsextremismus bei jungen Menschen, entwickelt sie weiter und macht sie bekannt. Dazu vernetzt es bestehende Strukturen und knüpft neue Kooperationen zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und pädagogischen Fachkräften.

Für die Berufsorientierung bedeutet das: Das BIK Netz vermittelt keine Ausbildungsplätze, sondern qualifiziert die Menschen, die Jugendliche auf dem Weg in den Beruf begleiten. Es stellt Materialien bereit, organisiert Fortbildungen und vermittelt Kontakte zu Projekten, die mit gefährdeten Jugendlichen arbeiten. Wenn Sie also mit jungen Menschen arbeiten, die Unterstützung bei der Berufswahl brauchen und gleichzeitig für extremistische Angebote anfällig sind, finden Sie über das BIK Netz passende Ansprechpartner und Methoden.

Berufsvorbereitungsklassen in Bayern

Ein wichtiger Baustein für die berufliche Integration ist in Bayern das System der Berufsvorbereitungsklassen an allgemeinbildenden Berufsschulen. Der Freistaat gewährt den Schulträgern dafür einen Zuschuss oder erstattet die Kosten für die Einrichtung und Durchführung dieser Klassen. Die Jugendlichen sollen dabei ihre Berufsorientierung vertiefen und sowohl allgemeine als auch berufliche Kompetenzen erwerben.

Diese Klassen richten sich an junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder besondere Unterstützung brauchen. Sie lernen dort nicht nur fachliche Grundlagen, sondern auch, wie man sich bewirbt, welche Berufe zu den eigenen Fähigkeiten passen und wie man im Arbeitsalltag zurechtkommt. Für viele Jugendliche ist das der erste Schritt in ein geregeltes Arbeitsleben.

Das BIK Netz kann hier als ergänzendes Angebot wirken. Es bringt pädagogische Fachkräfte zusammen, die in diesen Klassen unterrichten. Dabei unterstützt es sie mit Konzepten, die speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen mit extremistischen Tendenzen zugeschnitten sind. Die Berufsvorbereitung wird so zu einem Teil der Präventionsarbeit.

Berufswahl konkret planen

Wenn Sie mit einem jungen Menschen die Berufswahl angehen, hilft ein strukturiertes Vorgehen. Zuerst klären Sie, welche Stärken und Interessen der Jugendliche mitbringt, welche schulischen Leistungen vorhanden sind und welche Einschränkungen es gibt. Das tun Sie am besten in einem persönlichen Gespräch, bei dem der Jugendliche selbst zu Wort kommt.

Danach folgt die Erkundung der Möglichkeiten. Praktika sind der direkteste Weg, um herauszufinden, ob ein Beruf wirklich passt. Viele Betriebe bieten Schnupperpraktika an, die nur wenige Tage dauern. Auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hilft weiter. Ebenso helfen die Berufsinformationszentren, die in vielen Städten kostenlos zugänglich sind.

Das BIK Netz ergänzt diese klassischen Angebote durch spezielle Projekte, die oft mit Kooperationspartnern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten. Diese Projekte vermitteln nicht nur Praktikumsplätze, sondern begleiten die Jugendlichen auch während der Praktikumszeit. Danach besprechen sie gemeinsam mit ihnen die Erfahrungen. Das ist besonders wertvoll, weil es den Jugendlichen zeigt, dass ihre berufliche Entwicklung ernst genommen wird.

Bewerbungsunterlagen Schritt für Schritt

Die Bewerbung ist für viele Jugendliche eine Hürde, weil sie nicht wissen, worauf es ankommt. Zuerst braucht es einen Lebenslauf, der lückenlos und ehrlich ist. Lücken lassen sich erklären, etwa mit einem Praktikum, einem Sprachkurs oder einer Familienphase. Wichtig ist, dass der Lebenslauf übersichtlich bleibt und die wichtigsten Stationen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge nennt.

Das Anschreiben sollte kurz und konkret sein. Es beantwortet die Frage, warum sich der Jugendliche bei genau diesem Betrieb bewirbt und was ihn für die Stelle qualifiziert. Statt allgemeiner Floskeln wie "Ich bin ein teamfähiger und zuverlässiger Mensch" wirken konkrete Beispiele besser: "In meinem Schulpraktikum im Einzelhandel habe ich Kunden beraten und die Kasse bedient."

Vor dem Abschicken lohnt es sich, die Unterlagen von einer zweiten Person gegenlesen zu lassen. Viele Schulen und Beratungsstellen bieten Bewerbungscoachings an, bei denen die Unterlagen gemeinsam durchgesehen werden. Auch das BIK Netz vermittelt solche Angebote, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Bildungsträgern.

Vorstellungsgespräch und Start in den Beruf

Kommt die Einladung zum Vorstellungsgespräch, beginnt die nächste Phase. Ein Rollenspiel im Vorfeld hilft, typische Fragen zu üben: "Erzählen Sie etwas über sich", "Warum haben Sie diesen Beruf gewählt", "Was sind Ihre Stärken und Schwächen". Der Jugendliche sollte auch eigene Fragen vorbereiten, etwa nach den Arbeitszeiten, der Einarbeitung oder den Kollegen. Das zeigt Interesse und macht einen selbstbewussten Eindruck.

Nach der Zusage beginnt der Start in den Beruf. Gerade Jugendliche, die vorher Schwierigkeiten in der Schule hatten, brauchen in den ersten Monaten oft Unterstützung. Viele Ausbildungsbetriebe bieten eine begleitete Ausbildung an, bei der ein Ausbildungscoach regelmäßig vorbeischaut und bei Problemen hilft. Diese Unterstützung kann einen Abbruch verhindern und zum erfolgreichen Abschluss führen.

Das BIK Netz kann auch hier ansetzen, indem es pädagogische Fachkräfte darin schult, Jugendliche in der Anfangsphase der Ausbildung zu begleiten. Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, wenn jemand überfordert ist, und rechtzeitig Lösungen zu finden, bevor der Jugendliche die Ausbildung abbricht.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.