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Berufsschule: Fächer, Stundenplan und Ablauf

In einer dualen Ausbildung lernen Sie an zwei Orten: Der Betrieb vermittelt die Praxis, die Berufsschule die Theorie. Beide arbeiten nach derselben Ausbildungsordnung zusammen.

Wie oft Sie zwischen Betrieb und Schule wechseln, ist fest geregelt und hängt vom Beruf und der Region ab. Der Unterricht findet wöchentlich oder in Blöcken statt. Die Noten aus der Berufsschule zählen für die Abschlussprüfung und können in die Endnote einfließen.

Wie Schule und Betrieb zusammenarbeiten

In der dualen Ausbildung sind Sie Angestellter Ihres Ausbildungsbetriebs und gehen parallel zur Berufsschule. Der betriebliche Teil ist im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt. Schule und Betrieb arbeiten nach demselben Bildungsauftrag, vermitteln die Inhalte aber unterschiedlich. Beide richten sich nach der Ausbildungsordnung und den darauf abgestimmten Rahmenlehrplänen. Die Schule vermittelt Theorie und Hintergrundwissen, der Betrieb die praktische Anwendung im Arbeitsalltag.

In der Berufsschule sitzen Sie in Fachklassen, die nach Ausbildungsberuf zusammengesetzt sind. Bei Berufen mit wenigen Auszubildenden bilden die Schulen überregional Klassen, wenn sich genug Auszubildende anmelden. Dann fahren Sie für die Schule unter Umständen weiter als für den Betrieb.

Wochenunterricht oder Blockunterricht

Der Stundenplan folgt je nach Beruf und Schule einem von zwei Modellen. Beim Wochenunterricht besuchen Sie die Berufsschule ein bis zwei Tage pro Woche und arbeiten die übrigen drei bis vier Tage im Betrieb. Beim Blockunterricht wechseln sich längere Phasen ab: etwa vier bis sechs Wochen Schule, danach acht bis zwölf Wochen Betrieb.

Ob Sie Wochen- oder Blockunterricht haben, hängt vom Ausbildungsberuf und von der Schule ab. Technische und handwerkliche Berufe nutzen oft Blockunterricht, weil sich größere Themenblöcke am Stück besser behandeln lassen. Kaufmännische Berufe haben öfter Wochenunterricht. Fragen Sie im Betrieb oder bei der Berufsschule nach, bevor Sie Ihren Alltag und Ihre Freizeit planen.

Welche Fächer Sie erwartet

Der Unterricht an der Berufsschule hat zwei Bereiche. Der berufsbezogene Teil behandelt die Theorie Ihres Ausbildungsberufs, also das, was Sie für die praktische Arbeit im Betrieb brauchen. Der berufsübergreifende Teil umfasst allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Wirtschaft und Politik. Diese Fächer sind in vielen Ausbildungsberufen ähnlich.

Die genaue Fächerliste steht im Rahmenlehrplan Ihres Ausbildungsberufs. Diesen Plan geben die Kultusministerien der Länder heraus, denn die Berufsschule ist Ländersache. Die Inhalte sind mit dem Ausbildungsrahmenplan abgestimmt, den Ihr Betrieb für die praktische Ausbildung nutzt. So stellen beide Seiten sicher, dass Sie im Betrieb nichts lernen, was die Schule nie behandelt hat, und umgekehrt.

Noten und Leistungsnachweise

In der Berufsschule schreiben Sie Klassenarbeiten und bekommen mündliche Noten. Diese Noten stehen in Ihrem Zeugnis, das Sie am Ende jedes Schulhalbjahres erhalten. Der Betrieb bekommt eine Kopie, denn er muss den Ausbildungsstand nachvollziehen können. Fehlzeiten und Verspätungen werden ebenfalls dokumentiert, weil der Schulbesuch während der Ausbildung Pflicht ist.

Die Schulnoten sind nicht nur für das Zeugnis da. Die Berufsschule bereitet Sie auf die Abschlussprüfung vor, die vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer stattfindet. Je nach Ausbildungsordnung können schulische Leistungen in die Abschlussnote einfließen. Wie genau die Gewichtung aussieht, steht in der Ausbildungsordnung Ihres Berufs. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Ausbilder oder die Lehrkräfte.

Der Start in der Berufsschule

Für die meisten Auszubildenden beginnt der Schulbesuch in den ersten Wochen der Ausbildung, oft mit einer Einführungswoche, in der Sie den Stundenplan, die Lehrkräfte und die Räume kennenlernen. Bringen Sie zu Beginn die Unterlagen mit, die die Schule anfordert, meist den Ausbildungsvertrag und eine Anmeldung vom Betrieb. Die Schule informiert Sie über Termine für Klassenarbeiten und über die Prüfungstermine für Ihren Berufsabschluss.

Eine Ausnahme vom dualen Modell ist die schulische Ausbildung, etwa in vielen Gesundheitsberufen. Dort besuchen Sie die Berufsschule über die gesamte Ausbildungszeit und sammeln praktische Erfahrung durch wiederholte kurze Praktika in Einrichtungen. Der Betrieb als fester Ausbildungsort entfällt, die Schule übernimmt die Organisation.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.