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Berufsbegleitend lernen: Abendschule, Fernstudium und Co.

Wer neben dem Job weiterlernen möchte, hat drei Optionen: Abendschule mit festen Unterrichtszeiten, Fernstudium mit freier Zeiteinteilung und Blended Learning als Kombination beider Ansätze. Sie unterscheiden sich im wöchentlichen Zeitaufwand, in der Flexibilität und im möglichen Abschluss.

Welche Form passt, hängt von Ihren Prioritäten ab. Die Abendschule bietet feste Termine und günstige Kosten. Wer unregelmäßig arbeitet und sich selbst organisieren kann, profitiert vom Fernstudium. Wer beides will, findet im Blended Learning einen Mittelweg.

Feste Zeiten in der Abendschule

Die Abendschule ist der klassische Weg, um einen Schulabschluss nachzuholen, zum Beispiel das Abitur. Der Unterricht findet an festen Abenden pro Woche statt, meist in einer Klasse mit festen Lehrkräften. Weil viele dieser Einrichtungen staatlich getragen oder gefördert werden, ist der Besuch oft kostenlos oder günstig.

Die klare Struktur ist ein großer Vorteil: Sie haben feste Termine, müssen sich nicht selbst um die Organisation kümmern und erhalten direkte Rückmeldung von Lehrern und Mitschülern. Dafür fehlt die Flexibilität: Wenn Sie regelmäßig Überstunden machen, auf Dienstreise sind oder Schichtdienst haben, werden die festen Abendtermine schnell zur Belastung.

Für wen die Abendschule passt: Wer eine feste Wochenstruktur schätzt und nach Feierabend zu Hause keine Lernmotivation aufbringt, profitiert vom regelmäßigen Unterricht. Der Abschluss ist dabei meist ein Schulabschluss wie das Abitur, mit dem Sie später auch studieren können.

Flexibel lernen im Fernstudium

Das Fernstudium setzt auf Selbstorganisation. Das Lernmaterial steht online bereit. Sie arbeiten es in Ihrem eigenen Tempo durch und melden sich zu Prüfungen an, sobald Sie den Stoff beherrschen. Ein klassisches Präsenzstudium mit festen Vorlesungszeiten ist neben dem Job kaum machbar.

Sie sparen sich den Weg zur Hochschule und können Lernzeiten in den frühen Morgen, die Mittagspause oder das Wochenende legen. Ohne feste Termine fehlt die äußere Struktur, und Sie müssen selbst dafür sorgen, dass Sie den Stoff nicht aufschieben. Die Anbieter solcher Programme erwarten von ihren Studierenden, dass sie das Pensum eigenständig einteilen.

Bei den Abschlüssen sind Fern- und Präsenzstudium vergleichbar: Sie erwerben je nach Programm einen Schulabschluss, einen Bachelor oder Master oder ein Zertifikat. Die Kosten sind allerdings sehr unterschiedlich. Während die Abendschule oft fast kostenlos ist, verlangen Fernstudienanbieter Gebühren, die je nach Studiengang und Hochschule stark schwanken. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Flexibilität, sondern auch die Gesamtkosten inklusive Prüfungsgebühren und Materialien.

Blended Learning als Mittelweg

Blended Learning ist eine Mischform aus Fern- und Präsenzstudium. Die Vorlesungen und Vorbereitungsmaterialien erhalten Sie online, sodass Sie zeitlich flexibel lernen können. Zusätzlich gibt es Präsenzphasen, in denen Sie mit Dozierenden und Kommilitonen zusammenkommen, etwa für Diskussionen, Übungen oder Labortermine.

Wie viel Präsenz Sie einplanen müssen, hängt von der Programmgestaltung der jeweiligen Hochschule ab. Einige Studiengänge setzen auf wöchentliche Abendtermine, andere auf wenige Blockseminare im Semester. Viele neuere berufsbegleitende Studiengänge setzen auf dieses Modell, weil es Flexibilität mit persönlichem Austausch verbindet.

Blended Learning passt zu Menschen, die den direkten Kontakt schätzen, aber nicht jeden Abend im Klassenzimmer sitzen möchten. Prüfen Sie bei der Anmeldung, wie viele Präsenztermine vorgesehen sind und ob diese in Ihren Arbeitsplan passen.

Drei Fragen vor der Entscheidung

Bevor Sie sich für eine Form entscheiden, klären Sie drei Fragen.

Erstens: Wie viele Stunden pro Woche können Sie dauerhaft aufbringen? Feste Abendveranstaltungen binden einen festen Zeitblock, den Sie nicht verschieben können. Ein Fernstudium verteilt sich flexibel, verlangt aber, dass Sie das Pensum selbst einhalten. Planen Sie lieber großzügiger, als sich zu übernehmen, denn die meisten Programme laufen über mehrere Semester.

Zweitens: Welchen Abschluss brauchen Sie? Wenn Sie das Abitur nachholen möchten, ist die Abendschule der direkteste Weg. Für einen Hochschulabschluss im Beruf stehen Fernstudium und Blended Learning im Vordergrund. Überlegen Sie, ob ein Zertifikat oder ein vollwertiger Abschluss für Ihre berufliche Entwicklung ausreicht.

Drittens: Wie lernen Sie am besten? Feste Termine sind ideal, wenn Sie äußere Struktur brauchen. Wer sich selbst gut organisieren kann und unregelmäßige Arbeitszeiten hat, ist mit einem Fernstudium besser beraten. Berücksichtigen Sie auch die Kosten: Die Abendschule ist in der Regel deutlich günstiger als ein Fernstudiengang, dessen Gebühren je nach Anbieter stark variieren.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.