Duale Ausbildung, Schule oder Studium?
Welcher Weg in Ihren Wunschberuf passt, hängt davon ab, welchen Abschluss der Beruf verlangt und wie Sie am liebsten lernen. In der dualen Ausbildung wechseln sich Betrieb und Berufsschule ab. Eine schulische Ausbildung findet überwiegend an einer beruflichen Schule statt. Im Studium erwerben Sie Fachwissen an einer Hochschule; der Praxisanteil hängt vom Studiengang ab.
Die Wege unterscheiden sich bei Voraussetzungen, Praxis und Finanzierung. Prüfen Sie zuerst, welchen Abschluss Ihr Wunschberuf verlangt, und vergleichen Sie dann passende Angebote.
Duale Ausbildung im Betrieb
Bei einer dualen Ausbildung lernen Sie an zwei Orten: Im Ausbildungsbetrieb lernen Sie die Aufgaben Ihres Berufs kennen und arbeiten mit. Die Berufsschule vermittelt Ihnen die fachlichen Grundlagen. Die Ausbildung dauert je nach Beruf üblicherweise zwei bis dreieinhalb Jahre. Währenddessen erhalten Sie in der Regel eine Vergütung. Ihre Höhe richtet sich unter anderem nach dem Beruf und der Region. Auch ob für den Betrieb ein Tarifvertrag gilt, spielt eine Rolle.
Dieser Weg passt, wenn Sie früh im Berufsalltag mitarbeiten und praktische Erfahrung sammeln möchten. Unterricht gehört trotzdem dazu. Informieren Sie sich deshalb über die Aufgaben im Betrieb und die Inhalte der Berufsschule, bevor Sie sich entscheiden.
Schulische Ausbildung
Bei einer schulischen Ausbildung findet der Unterricht überwiegend an einer Berufsfachschule oder einer spezialisierten Schule statt. Praktika und praktische Übungen gehören je nach Beruf dazu. Solche Ausbildungen gibt es beispielsweise in Gesundheits- und Pflegeberufen sowie im Erziehungs- und Sozialbereich. Weitere Bereiche sind Labor, Technik und Gestaltung. Dauer und Zugangsvoraussetzungen hängen vom Beruf und vom Bundesland ab. Laut Bundesagentur für Arbeit dauert eine schulische Ausbildung meist ein bis vier Jahre.
Viele schulische Ausbildungen werden nicht vergütet. Eine wichtige Ausnahme sind Pflegeberufe, in denen Auszubildende eine Vergütung erhalten. Der Unterricht an staatlichen Schulen ist in der Regel kostenfrei. Trotzdem können Kosten für Lernmittel und Arbeitskleidung entstehen. Auch Fahrten oder Unterkunft können Ausgaben verursachen. Private Schulen können Schulgeld verlangen. Prüfen Sie daher vor der Bewerbung, welche Kosten entstehen und ob eine Förderung infrage kommt.
Studium an einer Hochschule
Ein Studium passt, wenn Ihr Wunschberuf einen Hochschulabschluss verlangt oder Sie sich eingehend mit einem Fachgebiet beschäftigen möchten. Studiengänge unterscheiden sich stark darin, wie viel praktische Erfahrung sie bieten. Manche enthalten Praktika oder andere Praxisphasen, besonders an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.
Für ein Studium brauchen Sie häufig eine Hochschulzugangsberechtigung, zum Beispiel das Abitur oder die Fachhochschulreife. Auch mit einer beruflichen Qualifikation können Sie unter bestimmten Voraussetzungen studieren. Die Regeln hängen vom Bundesland, der Hochschule und dem Studiengang ab. Fragen Sie direkt bei der Hochschule nach den Zugangsvoraussetzungen. Auch die Finanzierung sollten Sie für den konkreten Studienort und Studiengang planen.
Duales Studium mit Praxis
Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit längeren Zeiten, in denen Sie in einem Unternehmen arbeiten. Bei einem Studiengang, der Studium und Berufsausbildung verbindet (ausbildungsintegrierend), absolvieren Sie zusätzlich eine Berufsausbildung. So können Sie einen Hochschulabschluss und einen anerkannten Ausbildungsabschluss erwerben. Ein praxisintegrierendes Studium umfasst ebenfalls Arbeit im Betrieb, führt aber nicht zwingend zu einem zusätzlichen Ausbildungsabschluss.
Beim dualen Studium müssen sich die Zeiten an der Hochschule und im Betrieb gut verbinden lassen. Auch die Aufgaben im Betrieb sollten zum Studium passen. Prüfen Sie deshalb vorab, welche Abschlüsse der Studiengang bietet. Informieren Sie sich außerdem darüber, wie die Arbeit im Betrieb organisiert ist. Lesen Sie im Vertrag nach, was zu Vergütung und Arbeitszeit steht.
Ausbildung oder Studium auswählen
Überlegen Sie zuerst, welchen Beruf Sie anstreben und welche Aufgaben dazugehören. Prüfen Sie dann, welche Ausbildung oder welcher Studienabschluss dafür nötig ist. Dann können Sie überlegen, ob Sie lieber im Betrieb lernen, hauptsächlich Unterricht an einer beruflichen Schule haben oder sich eingehend mit einem Hochschulfach beschäftigen möchten.
Ein Praktikum zeigt Ihnen, ob Ihre Vorstellungen zum Berufsalltag passen. Prüfen Sie außerdem, welche Kosten entstehen und welche Einnahmen Sie haben. Dazu zählen die Ausbildungsvergütung oder die Finanzierung des Studiums sowie Schulgeld, Fahrtkosten und Arbeitsmittel. Auch nach einer Ausbildung können Sie sich weiterbilden oder, wenn Sie die Zugangsvoraussetzungen erfüllen, später studieren.