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Verdienst in der Ausbildung: Vergütung, Mindestlohn und finanzielle Hilfe

Wer eine Ausbildung beginnt, möchte meist zuerst wissen: Wie viel Geld bekomme ich jeden Monat? Die Antwort hängt vor allem davon ab, ob es sich um eine duale oder schulische Ausbildung handelt, welcher Beruf gewählt wird und ob der Ausbildungsbetrieb tarifgebunden ist.

Für eine duale Ausbildung mit Beginn im Jahr 2026 gelten gesetzliche Mindestvergütungen. Im Durchschnitt erhalten Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben jedoch mehr. Die genannten Beträge sind Bruttowerte. Wie viel davon auf dem Konto ankommt, hängt von den persönlichen Abzügen ab.

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Ausbildungsvergütung 2026 im Überblick

Für duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung gelten bei Ausbildungsbeginn zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2026 folgende Mindestbeträge:

Ausbildungsjahr Gesetzliche Mindestvergütung 2026
Erstes Jahr 724 Euro brutto monatlich
Zweites Jahr 854 Euro brutto monatlich
Drittes Jahr 977 Euro brutto monatlich
Viertes Jahr 1.014 Euro brutto monatlich

Die Beträge gelten für Ausbildungsverträge, die im Kalenderjahr 2026 beginnen. Die Mindestvergütung ist eine gesetzliche Untergrenze. Sie beschreibt deshalb nicht den typischen Verdienst in jedem Beruf.

Ein Tarifvertrag kann eine andere Ausbildungsvergütung festlegen. Tarifliche Regelungen gelten in der Regel, wenn der Betrieb und die beschäftigte Person an den Tarifvertrag gebunden sind. Auch in nicht tarifgebundenen Betrieben gibt es Grenzen: Die Vergütung muss angemessen sein und die gesetzliche Mindestvergütung einhalten.

Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Sachleistungen, etwa Verpflegung oder Unterkunft, auf die Vergütung angerechnet werden. Die Anrechnung ist begrenzt und darf höchstens 75 Prozent der Bruttovergütung ausmachen.

Tarifliche Ausbildungsvergütung: 1.209 Euro im Durchschnitt

Das Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelte für den 1. Oktober 2025 eine durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung von 1.209 Euro brutto im Monat. Dieser Wert bezieht sich auf tarifgebundene Betriebe und auf alle Ausbildungsjahre zusammen.

Der Durchschnitt zeigt deshalb nicht, dass jede Person im ersten Ausbildungsjahr 1.209 Euro erhält. Beruf, Ausbildungsjahr, Branche, Region und Tarifvertrag führen zu unterschiedlichen Beträgen.

Für 2025 wurden unter anderem folgende durchschnittliche tarifliche Vergütungen über alle Ausbildungsjahre hinweg ausgewiesen:

Ausbildungsbereich oder Beruf Durchschnittliche Vergütung
Öffentlicher Dienst 1.329 Euro brutto
Hauswirtschaft 1.295 Euro brutto
Industrie und Handel 1.266 Euro brutto
Handwerk 1.093 Euro brutto
Milchtechnologe oder Milchtechnologin 1.463 Euro brutto
Kaufmann oder Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen 1.404 Euro brutto
Maler oder Malerin und Lackierer oder Lackiererin 985 Euro brutto
Bodenleger oder Bodenlegerin 950 Euro brutto
Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter oder Angestellte 925 Euro brutto
Friseur oder Friseurin 727 Euro brutto

Die Werte sind tarifliche Durchschnittswerte. Für einen konkreten Ausbildungsplatz zählt der Betrag im Ausbildungsvertrag beziehungsweise im geltenden Tarifvertrag.

Brutto und netto: Was kommt auf dem Konto an?

Ausbildungsvergütungen werden in Stellenanzeigen und Verträgen als Bruttobeträge angegeben. Vom Brutto können Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgehen. Je nach persönlicher Situation fällt zusätzlich Lohnsteuer an.

Ein einheitlicher Nettobetrag lässt sich nicht seriös nennen. Entscheidend sind unter anderem:

  • Steuerklasse
  • Höhe der Vergütung
  • Alter sowie Familienstand
  • Kirchensteuer
  • Bundesland
  • Versicherungsstatus
  • persönliche Freibeträge

Wer den monatlichen Spielraum berechnen möchte, sollte deshalb einen aktuellen Brutto-Netto-Rechner mit den eigenen Daten verwenden. Für die Finanzplanung zählen außerdem regelmäßige Kosten wie Miete, Fahrt, Verpflegung, Telefon, Arbeitskleidung und Lernmittel.

Duale und schulische Ausbildung unterscheiden sich

Duale Ausbildung

Eine duale Ausbildung findet an zwei Lernorten statt:

  1. im Ausbildungsbetrieb
  2. in der Berufsschule

Im Betrieb lernen Auszubildende praktische Arbeitsabläufe. Die Berufsschule vermittelt berufliche Theorie und allgemeinbildende Inhalte. Der Unterricht findet je nach Beruf an einzelnen Wochentagen oder in Blockform statt.

Für die Arbeit im Ausbildungsbetrieb wird eine monatliche Ausbildungsvergütung gezahlt. Die Höhe hängt vom Beruf, der Branche, dem Bundesland, dem Ausbildungsjahr und der Tarifbindung ab.

Schulische Ausbildung

Bei einer schulischen Ausbildung findet der Unterricht überwiegend an einer Berufsfachschule oder einer vergleichbaren Schule statt. Praktika gehören häufig zur Ausbildung.

Eine Ausbildungsvergütung wird dort oft nicht gezahlt. Es gibt jedoch Ausnahmen, unter anderem in bestimmten Pflege- und Gesundheitsberufen. Ob Geld gezahlt wird und welche Unterstützung infrage kommt, hängt vom Beruf, der Schule, dem Bundesland und der Ausbildungsform ab.

Wer sich für eine schulische Ausbildung interessiert, sollte daher vor der Bewerbung klären:

  • Wird eine Vergütung gezahlt?
  • Fallen Schulgebühren an?
  • Ist ein Praktikum vorgeschrieben?
  • Welche Kosten entstehen für Lernmittel, Fahrten oder Arbeitskleidung?
  • Besteht Anspruch auf BAföG oder eine andere Förderung?

Teilzeitausbildung

Eine Teilzeitausbildung kann eine Möglichkeit sein, wenn eine Ausbildung in Vollzeit wegen Kinderbetreuung, Pflege oder anderer persönlicher Gründe nicht infrage kommt. Die Arbeitszeit im Betrieb kann um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Die Ausbildungsdauer verlängert sich entsprechend, höchstens auf das Eineinhalbfache der regulären Dauer.

Die Vergütung kann sich an der verkürzten Arbeitszeit orientieren. Die konkreten Bedingungen müssen im Ausbildungsvertrag stehen.

Warum unterscheiden sich die Vergütungen?

Die Unterschiede entstehen vor allem durch fünf Faktoren.

Ausbildungsberuf

Berufe in Industrie, Finanzwesen, öffentlichem Dienst oder bestimmten technischen Bereichen werden häufig besser vergütet als andere Ausbildungsberufe. Die Vergütung allein sollte aber nicht über die Berufswahl entscheiden.

Branche

Ein Betrieb im öffentlichen Dienst zahlt nach anderen Regelungen als ein Friseurbetrieb, ein Handwerksunternehmen oder ein Industriebetrieb. Auch innerhalb derselben Berufsbezeichnung können Branchenunterschiede auftreten.

Tarifbindung

Tarifgebundene Betriebe zahlen nach einem Tarifvertrag. Dieser legt die Vergütung für die Ausbildungsjahre und häufig auch weitere Bedingungen fest.

Ein nicht tarifgebundener Betrieb legt die Vergütung innerhalb der gesetzlichen Grenzen selbst fest. Deshalb lohnt sich der Vergleich mehrerer Ausbildungsplätze.

Region

Vergütungen können sich nach Bundesland und Region unterscheiden. Die alten und neuen Bundesländer haben sich bei vielen Ausbildungsvergütungen angenähert, dennoch bestehen weiterhin Unterschiede zwischen Regionen und Tarifgebieten.

Ausbildungsjahr

Die Vergütung steigt in einer regulären Ausbildung mit jedem Ausbildungsjahr. Im Vertrag sollte deshalb für jedes Jahr ein eigener Betrag stehen.

Ausbildungsvergütung sinnvoll vergleichen

Vergleiche nicht nur die Monatsbeträge. Prüfe auch die Rahmenbedingungen des Ausbildungsplatzes:

Kriterium Wichtige Frage
Vergütung Wie hoch ist der Bruttobetrag in jedem Ausbildungsjahr?
Tarifvertrag Gilt ein Tarifvertrag für den Betrieb?
Sonderzahlungen Gibt es Urlaubs- oder Weihnachtsgeld?
Arbeitszeit Wie viele Stunden pro Woche und wann wird gearbeitet?
Berufsschule Wo findet der Unterricht statt und wie lang ist der Weg?
Fahrtkosten Wie teuer ist der tägliche Arbeitsweg?
Arbeitskleidung Muss sie selbst bezahlt werden?
Überstunden Wie werden zusätzliche Stunden ausgeglichen?
Urlaub Wie viele Urlaubstage stehen im Vertrag?
Perspektive Welche Weiterbildungen oder Übernahmemöglichkeiten gibt es?
Arbeitsalltag Gibt es Schicht-, Wochenend- oder Außendienst?

Eine geringfügig höhere Vergütung lohnt sich nicht automatisch, wenn der Arbeitsweg deutlich länger ist oder regelmäßig hohe Fahrtkosten entstehen.

Was kostet das Leben während der Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütung reicht nicht in jeder Lebenssituation für alle Ausgaben. Besonders teuer wird eine Ausbildung, wenn der Ausbildungsort weit vom Elternhaus entfernt liegt und eine eigene Wohnung nötig ist.

Zu den möglichen monatlichen Kosten gehören:

  • Miete und Nebenkosten
  • Lebensmittel
  • Fahrten zum Betrieb und zur Berufsschule
  • Telefon und Internet
  • Versicherungen
  • Arbeitskleidung und Arbeitsschuhe
  • Lernmittel
  • Freizeit und persönliche Ausgaben

Berufsausbildungsbeihilfe

Die Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, unterstützt unter bestimmten Voraussetzungen bei einer dualen Ausbildung. Sie kommt insbesondere infrage, wenn Auszubildende wegen der Entfernung zum Ausbildungsbetrieb nicht bei den Eltern wohnen können.

Die zuständige Agentur für Arbeit prüft unter anderem die Ausbildungsvergütung und das Einkommen der Eltern. Auch die persönliche Wohnsituation fließt in die Prüfung ein. Der Antrag sollte frühzeitig gestellt werden, weil die Förderung nicht automatisch beginnt.

Weitere Unterstützung

Je nach Situation kommen außerdem infrage:

  • Kindergeld
  • Wohngeld, wenn kein Anspruch auf BAB besteht
  • Zuschüsse für Bewerbungskosten
  • ein Mobilitätszuschuss
  • Unterstützung durch eine Assistierte Ausbildung

Für schulische Ausbildungen besteht grundsätzlich kein Anspruch auf BAB. Dort können andere Förderungen gelten. Die zuständige Stelle sollte die individuelle Situation prüfen.

Berufswahl: Geld ist ein Kriterium unter mehreren

Eine hohe Ausbildungsvergütung hilft bei der Finanzierung. Sie sagt jedoch wenig darüber aus, ob ein Beruf zum eigenen Alltag und zu den eigenen Fähigkeiten passt.

Beantworte vor der Entscheidung möglichst diese Fragen:

  • Arbeite ich lieber praktisch, im Büro, mit Menschen oder mit Technik?
  • Liegt mir der Umgang mit Zahlen, Sprache oder Maschinen?
  • Komme ich mit körperlicher Arbeit zurecht?
  • Stören mich Schichtarbeit, Wochenendarbeit oder wechselnde Einsatzorte?
  • Wie lang ist mein täglicher Arbeitsweg?
  • Welche schulischen Fächer brauche ich für den Beruf?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach dem Abschluss?
  • Wie entwickeln sich die beruflichen Möglichkeiten nach der Ausbildung?

Ein Praktikum vermittelt einen besseren Eindruck vom Arbeitsalltag als eine reine Beschreibung im Internet. Auch Gespräche mit Berufsberaterinnen und Berufsberatern, Ausbilderinnen und Ausbildern oder Beschäftigten aus dem Beruf helfen bei der Entscheidung.

Beispiel für einen Berufsvergleich

Zwei Betriebe bieten dieselbe Ausbildung an. Betrieb A zahlt nach Tarif, Betrieb B zahlt knapp über der gesetzlichen Mindestvergütung. Betrieb B liegt dafür näher am Wohnort und bietet feste Arbeitszeiten.

Für eine faire Entscheidung sollten beide Angebote anhand mehrerer Punkte verglichen werden:

  • monatliche Vergütung
  • Fahrtkosten und Fahrzeit
  • Arbeitszeiten
  • Berufsschulweg
  • Urlaub
  • Betreuung durch die Ausbilderin oder den Ausbilder
  • technische Ausstattung
  • Übernahme- und Weiterbildungsperspektiven

So sieht der Ausbildungsalltag aus

Aufgaben im Betrieb

Auszubildende lernen zunächst die Abläufe und Sicherheitsregeln kennen. Danach übernehmen sie unter Anleitung praktische Aufgaben. Mit wachsender Erfahrung kommen anspruchsvollere Tätigkeiten hinzu.

Je nach Beruf gehören dazu beispielsweise:

  • Kundinnen und Kunden beraten
  • Werkzeuge, Maschinen oder Software nutzen
  • Waren prüfen und lagern
  • Arbeitsabläufe dokumentieren
  • Angebote oder Rechnungen bearbeiten
  • Materialien vorbereiten
  • Hygiene- und Sicherheitsvorschriften einhalten
  • Arbeitsschritte im Berichtsheft dokumentieren

Ein Kfz-Mechatroniker arbeitet häufig an Fahrzeugen und technischen Anlagen. Kaufleute für Büromanagement organisieren Termine, bearbeiten Schriftverkehr und unterstützen kaufmännische Abläufe. Die Beispiele zeigen den Unterschied zwischen Berufen, ersetzen aber keine genaue Tätigkeitsbeschreibung.

Aufgaben in der Berufsschule

In der Berufsschule stehen unter anderem auf dem Stundenplan:

  • berufsspezifische Theorie
  • Fachrechnen
  • wirtschaftliche Grundlagen
  • Deutsch sowie Englisch
  • Projektarbeit
  • Prüfungsvorbereitung

Der Berufsschulbesuch gehört zur Ausbildung. Bei Krankheit müssen sich Auszubildende sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule nach den geltenden Regeln abmelden.

Anforderungen an Auszubildende

Betriebe achten häufig auf:

  • Pünktlichkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Lernbereitschaft
  • sorgfältiges Arbeiten
  • respektvollen Umgang
  • Interesse am Beruf
  • Bereitschaft, Fragen zu stellen
  • Einhaltung von Sicherheits- und Betriebsregeln

Für eine duale Ausbildung gibt es rechtlich keinen einheitlichen Schulabschluss, der für alle Berufe vorgeschrieben ist. Die Betriebe legen ihre Anforderungen selbst fest. Gute Noten, Praktika und passende Erfahrungen können die Bewerbung stärken.

Bewerbung für einen Ausbildungsplatz

Eine vollständige Bewerbung enthält meist:

  1. Anschreiben
  2. einen tabellarischen Lebenslauf
  3. Schulzeugnisse
  4. Praktikumsbescheinigungen und weitere Nachweise

Ein Bewerbungsfoto ist nicht verpflichtend. Manche Betriebe verlangen zusätzlich Arbeitsproben, ein Motivationsschreiben oder ein Bewerbungsvideo. Maßgeblich sind die Angaben in der Stellenausschreibung.

Das Anschreiben

Das Anschreiben sollte auf den konkreten Betrieb zugeschnitten sein. Es sollte kurz und nachvollziehbar erklären:

  • für welchen Ausbildungsberuf du dich bewirbst
  • warum dich dieser Beruf interessiert
  • warum du diesen Betrieb ausgewählt hast
  • welche Erfahrungen und Stärken dazu passen
  • ab wann du die Ausbildung beginnen kannst

Ein allgemeines Anschreiben für viele Betriebe wirkt weniger überzeugend als eine Bewerbung, die sich auf die konkrete Stelle bezieht.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte übersichtlich und vollständig sein. Dazu gehören üblicherweise:

  • Persönliche Kontaktdaten
  • Schulischer Werdegang
  • Praktika
  • Nebenjobs oder ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Kenntnisse
  • Interessen, wenn sie einen Bezug zur Ausbildung haben

Lücken sollten verständlich erklärt werden. Für digitale Bewerbungen werden meist PDF-Dateien erwartet. Das Bewerbungsportal des Betriebs legt fest, welche Unterlagen und Dateiformate akzeptiert werden.

Bewerbungsfristen für die Ausbildung

Eine bundesweit einheitliche Bewerbungsfrist gibt es nicht. Der passende Zeitpunkt hängt vom Ausbildungsberuf, dem Betrieb und der Ausbildungsform ab.

Größere Unternehmen beginnen teilweise etwa eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn mit der Suche. Banken, Versicherungen und der öffentliche Dienst veröffentlichen ihre Stellen teilweise besonders früh. Kleinere Betriebe besetzen Ausbildungsplätze mitunter später. Schulische Ausbildungen haben häufig eigene Fristen.

Prüfe deshalb immer:

  • Die Stellenausschreibung
  • Die Internetseite des Betriebs
  • Die Fristen der Berufsfachschule
  • Die Voraussetzungen für ein vorgeschriebenes Praktikum

Sinnvoller Zeitplan

Zeitpunkt vor Ausbildungsbeginn Nächster Schritt
18 bis 24 Monate Interessen prüfen und Berufe recherchieren
12 bis 18 Monate Praktika absolvieren und Betriebe auswählen
9 bis 15 Monate Bewerbungsunterlagen vorbereiten
Ab etwa 12 Monaten Bewerbungen an größere Betriebe senden
Laufend kleinere Betriebe, Ausbildungsbörsen und Initiativbewerbungen prüfen
Nach der Bewerbung Nach angemessener Zeit höflich nach dem Stand fragen

Nicht jeder Betrieb veröffentlicht freie Ausbildungsplätze. Ausbildungsmessen, Berufsberatung, Ausbildungsspeed-Datings und direkte Anfragen erweitern die Suche.

Vorstellungsgespräch und Einstellungstest

Im Vorstellungsgespräch geht es häufig um:

  • den bisherigen Schulweg
  • die Gründe für die Berufswahl
  • das Interesse am Betrieb
  • Praktika und Erfahrungen
  • Stärken und Lernfelder
  • relevante Schulfächer
  • Erwartungen an die Ausbildung

Bereite dich vor, indem du deinen Lebenslauf erklären kannst und dich über den Betrieb informierst. Eigene Fragen zeigen, dass du dich mit dem Ausbildungsplatz beschäftigt hast. Sinnvolle Fragen betreffen zum Beispiel den Berufsschulunterricht, die Betreuung, Arbeitszeiten und typische Aufgaben im ersten Ausbildungsjahr.

Einige Betriebe führen zusätzlich Einstellungstests durch. Dabei können je nach Beruf Sprachkenntnisse, Rechnen, logisches Denken oder Fachwissen geprüft werden.

Ausbildungsvertrag sorgfältig prüfen

Vor der Unterschrift sollten alle Angaben verständlich sein. Besonders wichtig sind:

  • Ausbildungsberuf
  • Beginn und Dauer der Ausbildung
  • Vergütung für jedes Ausbildungsjahr
  • tägliche und wöchentliche Ausbildungszeit
  • Urlaub
  • Probezeit
  • Ausbildungsort
  • Regelungen zu Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen
  • Umgang mit Überstunden
  • mögliche Sonderzahlungen
  • Hinweise zu Arbeitskleidung und Werkzeugen

Mehrarbeit muss nach den geltenden Regelungen ausgeglichen oder vergütet werden. Unklare Punkte sollten vor der Unterschrift mit dem Betrieb, der zuständigen Kammer oder einer Beratungsstelle besprochen werden.

Rechenbeispiele zur Ausbildungsvergütung

Gesetzliche Mindestvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026

Bei einer dreijährigen dualen Ausbildung und den gesetzlichen Mindestbeträgen für 2026 ergibt sich folgende Modellrechnung:

  • Erstes Jahr: 12 × 724 Euro = 8.688 Euro brutto
  • Zweites Jahr: 12 × 854 Euro = 10.248 Euro brutto
  • Drittes Jahr: 12 × 977 Euro = 11.724 Euro brutto

Insgesamt wären das 30.660 Euro brutto über drei Jahre.

Die Rechnung gilt nur als Beispiel auf Grundlage der Mindestbeträge. Sie berücksichtigt keine individuellen Vertragsbedingungen, Sonderzahlungen, Sachleistungen, Verkürzungen oder Teilzeit.

Tariflicher Durchschnitt

Der tarifliche Durchschnitt von 1.209 Euro brutto im Jahr 2025 umfasst alle Ausbildungsjahre und verschiedene Berufe. Eine Person im ersten Ausbildungsjahr erhält deshalb nicht automatisch diesen Betrag. Für eine genaue Einschätzung muss der konkrete Tarifvertrag oder der Betrag im Ausbildungsvertrag geprüft werden.

Ausbildung mit eigener Wohnung

Eine Person erhält 800 Euro brutto und zieht für die Ausbildung in eine andere Stadt. Zusätzlich zur Miete fallen Fahrtkosten und Ausgaben für den täglichen Lebensunterhalt an. In dieser Situation sollte früh geprüft werden, ob BAB, Kindergeld oder eine andere Unterstützung infrage kommt.

Nächste Schritte

  1. Wähle mehrere Berufe aus, die zu deinen Interessen, Fähigkeiten und Arbeitsbedingungen passen.
  2. Vergleiche duale und schulische Ausbildungsformen.
  3. Ermittle die Vergütung für das jeweilige Ausbildungsjahr.
  4. Prüfe Tarifvertrag, Arbeitszeit, Urlaub und Fahrtkosten.
  5. Sammle Praktikums- und Schulnachweise.
  6. Erstelle einen individuellen Lebenslauf und ein passendes Anschreiben.
  7. Prüfe die Fristen jedes Betriebs und jeder Schule.
  8. Stelle Förderanträge frühzeitig, wenn du finanzielle Unterstützung benötigst.
  9. Bereite dich auf Vorstellungsgespräche und Einstellungstests vor.
  10. Lies den Ausbildungsvertrag vor der Unterschrift vollständig durch.

Häufige Fragen zum Verdienst in der Ausbildung

Wie hoch ist die Mindestausbildungsvergütung 2026?

Bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2026 beträgt die Mindestausbildungsvergütung 724 Euro im ersten Ausbildungsjahr. Im zweiten Ausbildungsjahr sind es 854 Euro. Im dritten sind es 977 Euro. Im vierten Ausbildungsjahr sind es 1.014 Euro. Die Beträge gelten grundsätzlich für duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung.

Sind die Beträge brutto oder netto?

Die gesetzliche Mindestvergütung und tarifliche Durchschnittswerte sind Bruttobeträge. Der Nettobetrag hängt von den persönlichen Steuer- und Versicherungsmerkmalen ab.

Wird jede Ausbildung vergütet?

Eine duale Ausbildung wird vergütet. Bei einer schulischen Ausbildung wird häufig keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Bestimmte Berufe, insbesondere in Pflege und Gesundheit, bilden Ausnahmen.

Welche Ausbildungsberufe zahlen besonders gut?

Tarifliche Durchschnittswerte lagen 2025 unter anderem bei Milchtechnologen sowie Kaufleuten für Versicherungen und Finanzanlagen vergleichsweise hoch. Die Vergütung hängt jedoch vom konkreten Tarifvertrag, Ausbildungsjahr und Betrieb ab.

Kann ich während der Ausbildung finanzielle Hilfe bekommen?

Unter bestimmten Voraussetzungen kommen BAB, Kindergeld, Wohngeld, Bewerbungskostenzuschüsse, ein Mobilitätszuschuss oder eine Assistierte Ausbildung infrage. Für schulische Ausbildungen gelten andere Förderbedingungen.

Gibt es eine feste Bewerbungsfrist?

Nein. Betriebe und Schulen legen unterschiedliche Fristen fest. Größere Unternehmen und bestimmte Branchen suchen häufig frühzeitig. Die konkrete Ausschreibung entscheidet.

Ist eine Teilzeitausbildung möglich?

Ja. Eine Teilzeitausbildung kommt beispielsweise bei Kinderbetreuung oder Pflegeverantwortung infrage. Die Arbeitszeit und damit möglicherweise auch die Vergütung können reduziert werden. Die Ausbildungsdauer verlängert sich entsprechend.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.