Ausbildungsplatz in der Region finden: So geht’s
Wer in der eigenen Region einen Ausbildungsplatz sucht, nutzt am besten mehrere Wege parallel: Online-Börsen, lokale Betriebe, Jobcenter und persönliche Vorsprachen.
Unterscheiden Sie zwei Ausbildungsformen. Bei der dualen Ausbildung arbeiten Sie im Betrieb und besuchen nebenher die Berufsschule. Dafür erhalten Sie eine Vergütung. Die schulische Ausbildung findet überwiegend in einer Berufsfachschule statt. Sie kommt oft ohne oder mit geringer Vergütung aus. Für beide Wege gibt es unterschiedliche Suchwerkzeuge.
Die richtige Ausbildungsbörse wählen
Die Bundesagentur für Arbeit betreibt zwei getrennte Suchsysteme. Die Wahl des richtigen entscheidet, ob Sie passende Angebote sehen. Für duale Ausbildungsplätze, also Stellen in Betrieben, nutzen Sie die Jobbörse der Bundesagentur. Für schulische Ausbildungsplätze an Berufsfachschulen oder vergleichbaren Einrichtungen ist die Ausbildungsstellenvermittlung der Agentur die richtige Anlaufstelle. Wer die Systeme verwechselt, übersieht passende Angebote, weil sie in der jeweils anderen Datenbank nicht auftauchen.
Die Jobbörse der Bundesagentur ist einer der größten Online-Stellenmärkte in Deutschland. Sie können dort nach Berufsfeldern filtern, etwa nach Gesundheit, IT, Handwerk oder Verwaltung, und das Suchgebiet auf Ihre Region eingrenzen. Die Ausbildungsstellenvermittlung funktioniert ähnlich, listet aber gezielt die schulischen Angebote. Beide Dienste sind kostenlos und brauchen keine Registrierung für die erste Suche.
Lokale Betriebe direkt ansprechen
Viele Ausbildungsplätze, besonders in kleineren Betrieben, erscheinen nie in überregionalen Börsen. Handwerksbetriebe, Arztpraxen, Kitas oder mittelständische Unternehmen besetzen ihre Stellen häufig über persönliche Kontakte, Aushänge oder die eigene Karriereseite. Prüfen Sie daher regelmäßig die Websites der Betriebe in Ihrer Umgebung, die Sie sich als Arbeitgeber vorstellen können.
Eine Initiativbewerbung ist ein üblicher Weg. Schreiben Sie einen kurzen Lebenslauf, ein Anschreiben mit Ihrem Wunschberuf und Ihrem Schulabschluss. Fragen Sie telefonisch nach, ob ein Ausbildungsplatz geplant ist. Viele Betriebe entscheiden erst spät, ob sie im kommenden Jahr ausbilden. Eine Anfrage im Herbst oder Winter fällt dann genau in diese Planungsphase.
Auch die lokale Tageszeitung, besonders die Wochenendausgabe, und regionale Online-Portale wie Nachrichtenseiten oder lokale Jobbörsen führen regelmäßig Ausbildungsanzeigen. Diese Kanäle erreichen oft genau die Betriebe, die nicht auf den großen Plattformen vertreten sind.
Jobcenter und Berufsinformationszentrum einbeziehen
Das Jobcenter vor Ort unterstützt junge Menschen bei der Arbeitssuche, der Berufsorientierung und der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Mitarbeiter kennen den regionalen Ausbildungsmarkt und weisen gezielt auf freie Stellen hin, die nicht öffentlich ausgeschrieben sind. Ein Termin dort lohnt sich auch dann, wenn Sie nicht arbeitslos gemeldet sind. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit steht allen offen.
Zusätzlich bieten die Berufsinformationszentren, kurz BiZ, das ganze Jahr über Veranstaltungen an: Vorträge zu einzelnen Berufen, Bewerbungstrainings und Informationsabende. Diese Termine finden Sie auf der Website Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit. Der Besuch einer solchen Veranstaltung gibt Ihnen Einblick in die Anforderungen und die Gelegenheit, Fragen direkt an Ausbilder oder Berater zu stellen.
Offene Türen und Messen gezielt nutzen
Jobmessen und Tage der offenen Tür sind eine der effektivsten Möglichkeiten, mit Ausbildungsbetrieben ins Gespräch zu kommen. Viele Unternehmen öffnen im Frühjahr ihre Türen für interessierte Schüler und Eltern. Auf regionalen Ausbildungsmessen stellen sich Betriebe aus der Umgebung mit ihren Ausbildungsberufen vor. Gegenüber einer schriftlichen Bewerbung haben Sie den Vorteil, die Arbeitsumgebung zu sehen, mit Auszubildenden und Personalverantwortlichen zu sprechen und einen persönlichen Eindruck zu hinterlassen.
Bereiten Sie sich auf solche Termine vor. Informieren Sie sich vorab über die teilnehmenden Betriebe und halten Sie zwei oder drei Fragen zu den Ausbildungsinhalten parat. Ein kurzer Lebenslauf in der Tasche schadet nicht. Viele Betriebe nehmen auf Messen direkt Kontaktdaten entgegen. Die Termine finden Sie über die lokale Presse, die Websites der Betriebe und die Veranstaltungskalender der Agentur für Arbeit.
Zusätzlich gibt es die kostenlose App AzubiWelt. Sie bündelt Ausbildungsplätze und filtert nach Region und Berufsfeld. Sie ergänzt die Börsen der Bundesagentur, ersetzt sie aber nicht. Nicht alle Betriebe stellen ihre Stellen dort ein.
Früh bewerben und Fristen beachten
Der Zeitpunkt der Bewerbung entscheidet oft über den Erfolg. Für viele schulische Ausbildungsplätze gilt: Bewerben Sie sich etwa ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Wer diese Frist verpasst, wird für das laufende Jahr unter Umständen nicht mehr berücksichtigt, weil die Plätze früh vergeben sind. Bei dualen Ausbildungen ist der Zeitraum flexibler. Auch hier gilt: Je früher Sie sich bewerben, desto größer ist die Auswahl an freien Stellen.
Ein sinnvoller Rhythmus beginnt im Herbst des Vorjahres, wenn Sie die Börsen und Betriebe prüfen. Im Winter verschicken Sie Bewerbungen. Im Frühjahr fassen Sie auf Messen und offenen Tagen nach. Wer im Sommer noch keinen Platz hat, findet über die Nachvermittlung der Agentur für Arbeit oft kurzfristig freie Stellen. Einige Bewerber ziehen ihre Zusage zurück.