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Ausbildungsmöglichkeiten: Wege zum passenden Beruf

Nach der Schule führen mehrere Wege in den Beruf. Die bekannteste Möglichkeit ist die duale Ausbildung mit Lernorten im Betrieb und in der Berufsschule. Daneben gibt es schulische Ausbildungen, Teilzeitausbildungen, Ausbildungsangebote im öffentlichen Dienst, unterstützte Ausbildungsformen und das duale Studium.

Welche Ausbildung passt, hängt von den eigenen Interessen, den gewünschten Arbeitsbedingungen, dem Schulabschluss und den Zugangsvoraussetzungen des konkreten Berufs ab. Eine gute Entscheidung entsteht deshalb Schritt für Schritt: Berufsfelder kennenlernen, Tätigkeiten vergleichen, praktische Erfahrungen sammeln und Bewerbungsfristen beachten.

Diese Ausbildungswege gibt es

Duale Ausbildung im Betrieb

Bei der dualen Ausbildung wechseln sich praktische Arbeit im Ausbildungsbetrieb und Unterricht in der Berufsschule ab. Je nach Beruf findet der Unterricht an einzelnen Wochentagen oder in längeren Blöcken statt.

Im Betrieb lernen Auszubildende zum Beispiel:

  • Arbeitsabläufe und Werkzeuge kennen
  • Kundenaufträge oder Produktionsaufgaben zu bearbeiten
  • digitale Programme und Maschinen zu bedienen
  • Arbeitsschritte zu dokumentieren
  • Sicherheits- und Qualitätsregeln einzuhalten
  • mit Kolleginnen, Kollegen und Kundschaft zu kommunizieren

Die Berufsschule vermittelt berufliche Theorie, Fachrechnen, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Grundlagen für die Prüfungen. Die Ausbildungsordnung und der betriebliche Ausbildungsplan legen fest, welche Inhalte vermittelt werden.

Eine duale Ausbildung dauert je nach Beruf in der Regel zwei bis dreieinhalb Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich. Darüber entscheidet die zuständige Stelle gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb und der auszubildenden Person.

Während der Ausbildung besteht Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Ihre Höhe hängt unter anderem vom Beruf, dem Ausbildungsjahr, einem Tarifvertrag und dem Betrieb ab. Die konkrete Vergütung steht im Ausbildungsvertrag.

Typische duale Ausbildungsberufe sind beispielsweise:

  • Mechatronikerin oder Mechatroniker
  • Elektronikerin oder Elektroniker
  • Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Friseurin oder Friseur
  • Tischlerin oder Tischler
  • Industriemechanikerin bzw. Industriemechaniker

Am Ende stehen Prüfungen vor der zuständigen Kammer oder einer anderen zuständigen Stelle. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Auszubildende je nach Ausbildungsweg unter anderem ein Prüfungszeugnis und ein Zeugnis der Berufsschule.

Schulische Ausbildung

Bei einer schulischen Ausbildung findet der Unterricht überwiegend an einer Berufsfachschule oder einer anderen beruflichen Schule statt. Praktika in Betrieben, Einrichtungen oder Kliniken ergänzen die Theorie. Sie können als einzelne Praxistage, in Blöcken oder als längere Praktikumsphasen organisiert sein.

Schulische Ausbildungen gibt es unter anderem in sozialen, gesundheitlichen, kaufmännischen, technischen und gestalterischen Bereichen. Beispiele sind:

  • Erzieherin bzw. Erzieher
  • Pflegefachfrau oder Pflegefachmann
  • medizinische Assistenzberufe
  • kaufmännische Fachrichtungen
  • gestalterische Berufe
  • technische Assistenzberufe

Die Dauer liegt je nach Beruf, Bildungsgang und Bundesland etwa zwischen einem und vier Jahren. Voraussetzungen und Bewerbungsfristen unterscheiden sich ebenfalls. Manche Schulen verlangen einen bestimmten Schulabschluss, ein Mindestalter, ein Vorpraktikum, gesundheitliche Nachweise oder bestimmte Sprachkenntnisse.

Eine Ausbildungsvergütung wird bei schulischen Ausbildungen nicht grundsätzlich gezahlt. Private Schulen können Gebühren verlangen, während öffentliche Schulen andere Kostenregelungen haben. Bei bestimmten Berufen gelten eigene Vergütungsregelungen. Vor der Bewerbung sollten Interessierte deshalb direkt bei der Schule klären:

  • Welcher Abschluss wird vergeben?
  • Ist der Abschluss staatlich anerkannt?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Gibt es eine Vergütung oder finanzielle Unterstützung?
  • Welche Praktika gehören zur Ausbildung?
  • Bis wann müssen die Unterlagen eingereicht sein?

Für bestimmte schulische Ausbildungen kommt Schüler-BAföG infrage. Die Voraussetzungen hängen unter anderem von der Ausbildungsform und der persönlichen Situation ab.

Ausbildung in Teilzeit

Eine duale Ausbildung lässt sich grundsätzlich in Teilzeit absolvieren. Dafür müssen Ausbildungsbetrieb und auszubildende Person eine entsprechende Vereinbarung treffen. Die Arbeitszeit im Betrieb kann reduziert werden, zum Beispiel wegen Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, gesundheitlicher Belastungen oder anderer persönlicher Gründe.

Der Berufsschulunterricht bleibt in der Regel unverändert und findet häufig weiterhin in Vollzeit statt. Durch die geringere Arbeitszeit im Betrieb verlängert sich die Ausbildung oft. Die Gesamtdauer darf höchstens das Eineinhalbfache der regulären Ausbildungsdauer betragen.

Wer eine Teilzeitausbildung sucht, sollte bereits im Bewerbungsgespräch offen über den gewünschten Umfang sprechen. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit und die zuständige Kammer informieren über passende Modelle.

Ausbildung im öffentlichen Dienst

Behörden, Kommunen und andere Einrichtungen des öffentlichen Dienstes bieten verschiedene Ausbildungswege an. Dazu gehören duale Ausbildungsberufe sowie Ausbildungen für den mittleren Dienst, die je nach Laufbahnrecht als Beamtenausbildung organisiert sein können.

Die Anforderungen legt die jeweilige Behörde fest. Dazu gehören beispielsweise:

  • ein bestimmter Schulabschluss
  • bei bestimmten Laufbahnen die deutsche oder europäische Staatsangehörigkeit
  • ein Auswahltest
  • gesundheitliche Voraussetzungen
  • ein Führungszeugnis
  • feste Bewerbungsfristen

Die Ausschreibungen der Behörden enthalten die verbindlichen Angaben. Bewerbungen müssen dort häufig deutlich vor dem Ausbildungsbeginn eingehen.

Überbetriebliche und unterstützte Ausbildung

Überbetriebliche Lehrgänge ergänzen die Ausbildung, wenn ein Betrieb einzelne Inhalte nicht selbst vermitteln kann. Auszubildende lernen dann bestimmte Fertigkeiten in einer Ausbildungsstätte außerhalb des Betriebs.

Für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten, Behinderung oder besonderem Unterstützungsbedarf gibt es weitere Angebote. Dazu gehören Fachpraktikerausbildungen, Rehabilitationsangebote und die Assistierte Ausbildung. Diese Angebote können fachliche Förderung, sozialpädagogische Begleitung oder Unterstützung bei Problemen im Betrieb umfassen.

Die passende Möglichkeit hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Eine Beratung durch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder eine berufliche Rehabilitationseinrichtung klärt, welcher Weg infrage kommt.

Duales Studium

Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit längeren Praxisphasen in einem Unternehmen. In der Regel wird bereits während des Studiums Geld gezahlt. Die genaue Vertragsgestaltung hängt vom Unternehmen und vom Studienmodell ab.

Beim ausbildungsintegrierten dualen Studium werden zwei Abschlüsse miteinander verbunden:

  • ein Hochschulabschluss
  • ein anerkannter Berufsabschluss

Beim praxisintegrierten Modell wechseln sich Studium und betriebliche Praxis ab. Ein zusätzlicher Berufsabschluss ist dabei nicht zwingend vorgesehen.

Für ein duales Studium ist in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung erforderlich. Bewerbende müssen sich je nach Modell beim Unternehmen, bei der Hochschule oder bei beiden bewerben. Die Auswahlverfahren sind häufig anspruchsvoll und beginnen bei vielen Unternehmen früh.

So gelingt die Berufswahl

Die Berufswahl sollte sich an konkreten Tätigkeiten orientieren. Ein Berufsname sagt allein wenig über den Arbeitsalltag aus. Entscheidend ist, welche Aufgaben, Arbeitszeiten und Bedingungen tatsächlich dazugehören.

Interessen sammeln

Am Anfang hilft eine einfache Bestandsaufnahme:

  • Arbeite ich gern mit Menschen, Technik, Zahlen, Sprache, Tieren oder Materialien?
  • Liegt mir praktisches, kreatives, organisatorisches oder analytisches Arbeiten?
  • Möchte ich überwiegend am Schreibtisch, in einer Werkstatt, im Freien oder an wechselnden Orten arbeiten?
  • Wie wichtig sind mir feste Arbeitszeiten, Kundenkontakt, körperliche Aktivität oder Schichtarbeit?

Dabei muss noch keine endgültige Entscheidung fallen. Drei bis fünf Berufsfelder reichen als erste Auswahl.

Eigene Stärken prüfen

Schulnoten spielen eine Rolle, bilden aber nicht alle Fähigkeiten ab. Für eine Ausbildung zählen auch Erfahrungen aus Praktika, Schulprojekten, Nebenjobs, Vereinen oder ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Wichtige Beispiele sind:

  • Zuverlässigkeit
  • sorgfältiges Arbeiten
  • handwerkliches Geschick
  • Verständnis für Mathematik und Technik
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Organisationstalent
  • Ausdauer
  • Lernbereitschaft
  • Verantwortungsbewusstsein

Ein konkretes Beispiel macht eine Stärke glaubwürdiger. Wer etwa ein Vereinsfest organisiert hat, kann daran Organisation und Verantwortungsübernahme zeigen. Wer Fahrräder repariert, kann praktisches Interesse und technisches Verständnis erläutern.

Arbeitsalltag vergleichen

Vor der Bewerbung sollten Interessierte für jeden Wunschberuf recherchieren:

  • Welche Aufgaben fallen täglich an?
  • Wie viel Kundenkontakt gibt es?
  • Wird im Team oder selbstständig gearbeitet?
  • Wie hoch ist der Anteil an Bildschirmarbeit?
  • Gibt es Schicht-, Wochenend- oder Außendienst?
  • Welche Werkzeuge, Maschinen oder Programme werden verwendet?
  • Welche körperlichen oder emotionalen Anforderungen bestehen?
  • Welche Prüfungen und Lerninhalte gehören zur Ausbildung?

Ein Praktikum oder Schnuppertag vermittelt oft ein realistischeres Bild als eine Berufsbezeichnung. Bei manchen schulischen Ausbildungen ist ein Vorpraktikum sogar vorgeschrieben.

Beispiele für passende Berufsfelder

Interessen und Stärken Mögliche Richtungen Vorher prüfen
Technik, Tüfteln, Mathematik Mechatronik, Elektronik, Industriemechanik Sicherheitsregeln, Werkstattarbeit, technisches Verständnis
Organisation und Kommunikation Büromanagement, Industrie, Verwaltung Kundenkontakt, digitale Büroarbeit, sorgfältige Dokumentation
Menschen helfen und begleiten Pflege, medizinische Assistenz, soziale Berufe Schichtdienst, emotionale Belastung, Zugangsvoraussetzungen
Kreativität und Gestaltung Mediengestaltung, Floristik, Gestaltung Kundenwünsche, Arbeitsproben, Termindruck
Natur, Tiere und Umwelt Gartenbau, Landwirtschaft, Tierpflege Arbeit im Freien, körperliche Belastung, saisonale Arbeitszeiten
Handwerk und sichtbare Ergebnisse Bau, Tischlerei, Anlagenmechanik, Friseurhandwerk Arbeitsumgebung, praktische Fähigkeiten, körperliche Anforderungen

Die genannten Berufe dienen als Orientierung. Fachrichtungen und Zugangsvoraussetzungen müssen für den jeweiligen Ausbildungsgang geprüft werden.

Welcher Schulabschluss ist erforderlich?

Bei einer dualen Ausbildung gibt es grundsätzlich keinen einheitlich vorgeschriebenen Schulabschluss. Der Ausbildungsbetrieb legt fest, welchen Abschluss, welche Noten und welche Kenntnisse er erwartet. In vielen Ausschreibungen wird ein Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss genannt.

Mit einem Hauptschulabschluss kommen je nach Beruf und Betrieb verschiedene Ausbildungen infrage. Ein mittlerer Schulabschluss erweitert die Auswahl. Für viele Studiengänge und duale Studiengänge wird eine Hochschulzugangsberechtigung benötigt.

Auch ohne Schulabschluss gibt es Wege in eine Ausbildung. Einige Betriebe stellen Bewerbende ohne Abschluss ein, wenn Interesse, Zuverlässigkeit und praktische Eignung überzeugen. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und andere Förderangebote helfen dabei, fehlende Grundlagen nachzuholen.

Bei schulischen Ausbildungen gelten häufiger formale Vorgaben. Möglich sind beispielsweise:

  • ein bestimmter Schulabschluss
  • ein Mindestalter
  • ein Vorpraktikum
  • gesundheitliche Eignung
  • ein Führungszeugnis
  • Nachweise für den Gesundheitsschutz
  • bestimmte Noten oder Fächer
  • ausreichende Deutschkenntnisse

Diese Regeln unterscheiden sich nach Beruf, Schule und Bundesland. Die jeweilige Schule nennt die verbindlichen Voraussetzungen.

So sieht der Ausbildungsalltag aus

Eine Ausbildung verbindet Lernen und berufliche Mitarbeit. Auch in einer praktischen Ausbildung gehört regelmäßiger Unterricht dazu.

Im Betrieb

Der betriebliche Alltag hängt vom Beruf ab. Auszubildende erhalten zunächst Einweisungen und übernehmen anschließend Aufgaben mit wachsender Verantwortung. Dazu gehören beispielsweise:

  • Arbeitsmittel sicher verwenden
  • Aufträge vorbereiten sowie bearbeiten
  • Kundinnen und Kunden betreuen
  • Waren prüfen und dokumentieren
  • Maschinen oder Software bedienen
  • verschiedene Abteilungen kennenlernen
  • an Besprechungen teilnehmen
  • Arbeitsschritte im Ausbildungsnachweis festhalten

Die Aufgaben müssen dem Ausbildungszweck dienen und dem Alter sowie den körperlichen Kräften entsprechen. Der Ausbildungsplan zeigt, welche Kenntnisse im jeweiligen Zeitraum vermittelt werden sollen.

Pünktlichkeit, respektvoller Umgang und zuverlässige Absprachen gehören zum Berufsalltag. Bei Krankheit müssen Betrieb und Berufsschule unverzüglich informiert werden.

In der Berufsschule

Der Unterricht umfasst berufsspezifische Theorie und allgemeine Inhalte. Je nach Beruf geht es unter anderem um:

  • Fachkunde
  • Fachrechnen
  • technische Grundlagen
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Kommunikation
  • Dokumentation
  • digitale Anwendungen
  • rechtliche sowie organisatorische Grundlagen
  • Prüfungsvorbereitung

Der Unterricht ist ein verbindlicher Teil der dualen Ausbildung. Fehlende Lernzeiten lassen sich deshalb nicht einfach durch zusätzliche Arbeit im Betrieb ersetzen.

Im dualen Studium

Im dualen Studium wechseln sich Vorlesungen, Seminare, Prüfungen und Praxisphasen ab. Die Praxisphasen finden in einem Unternehmen statt und können in verschiedene Abteilungen führen. Der Wechsel verlangt eine gute Selbstorganisation, weil Studium und betriebliche Aufgaben parallel bewältigt werden müssen.

Bewerbung für einen Ausbildungsplatz

Die Unterlagen

Für eine Bewerbung werden meistens folgende Dokumente verlangt:

  • Anschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf
  • letztes Schulzeugnis
  • weitere Zeugnisse (falls vorhanden)
  • Praktikumsnachweise
  • Bescheinigungen über Zusatzqualifikationen
  • Arbeitsproben oder Portfolio bei kreativen Berufen

Viele Betriebe nehmen Bewerbungen über ein Online-Portal oder als PDF entgegen. Die Vorgaben des Unternehmens sollten genau eingehalten werden.

Das Anschreiben

Ein gutes Anschreiben beantwortet drei Fragen:

  1. Warum interessiert mich dieser Ausbildungsberuf?
  2. Warum bewerbe ich mich bei diesem Betrieb oder dieser Schule?
  3. Welche Erfahrungen und Stärken bringe ich mit?

Ein Praktikum, ein Schulprojekt oder eine Tätigkeit im Verein liefert oft einen konkreten Einstieg. Allgemeine Aussagen über Motivation wirken weniger überzeugend als ein Beispiel aus dem eigenen Alltag.

Vorstellungsgespräch und Einstellungstest

Im Gespräch geht es häufig um den Beruf, den Betrieb und die bisherigen Erfahrungen. Bewerbende sollten sich auf Fragen zu folgenden Themen vorbereiten:

  • Motivation für den Beruf: Warum dieser Beruf?
  • Kenntnisse über den Betrieb
  • eigene Stärken und Lernfelder
  • Umgang mit Fehlern und Kritik
  • Teamarbeit
  • Belastung und Prioritäten
  • Praktika und Schulprojekte
  • Erwartungen an die Ausbildung

Auch eigene Fragen sind sinnvoll. Zum Beispiel:

  • Wie sind Betrieb und Berufsschule organisiert?
  • Welche Abteilungen lernen Auszubildende kennen?
  • Wer begleitet die Ausbildung?
  • Welche Software oder Maschinen werden eingesetzt?
  • Wie laufen Feedbackgespräche ab?
  • Wie läuft die Prüfungsvorbereitung ab?

Bei längerer Funkstille ist eine höfliche Nachfrage angemessen. Nach etwa vier Wochen ohne Rückmeldung kann der Bewerbungsstand erfragt werden.

Fristen und Zeitplanung

Es gibt keine bundesweit einheitliche Bewerbungsfrist für alle Ausbildungsplätze. Der Zeitpunkt hängt von Beruf, Branche, Arbeitgeber, Schule und Region ab.

Für viele duale Ausbildungsplätze ist es sinnvoll, etwa ein Jahr vor dem geplanten Beginn mit der Suche zu starten. Größere Unternehmen, Banken, Versicherungen und Behörden beginnen ihre Auswahl teilweise früher. Ausbildungsbetriebe vergeben Plätze aber auch später oder nehmen kurzfristige Bewerbungen an.

Schulische Ausbildungen haben die Fristen der jeweiligen Schule. Diese können je nach Bundesland und Bildungsgang stark voneinander abweichen. Die Schule sollte deshalb frühzeitig direkt kontaktiert werden.

Orientierung für die Planung

Zeitraum vor Ausbildungsbeginn Sinnvolle Schritte
18 bis 15 Monate Berufsfelder vergleichen und Praktika suchen
15 bis 12 Monate Wunschberufe, Anforderungen und Fristen prüfen
12 bis 9 Monate Lebenslauf erstellen und erste Bewerbungen versenden
9 bis 6 Monate weitere Bewerbungen schreiben und Auswahlverfahren vorbereiten
6 bis 3 Monate Alternativen prüfen und Schulen oder Betriebe kontaktieren
Kurz vor dem Beginn Vertrag, Berufsschule, Fahrtweg und Finanzierung klären

Eine Bewerbungsliste hilft, den Überblick über Fristen, Ansprechpartner, Rückmeldungen und nächste Schritte zu behalten. Neben ausgeschriebenen Stellen können Ausbildungsmessen, direkte Anfragen bei Betrieben und Initiativbewerbungen weitere Möglichkeiten eröffnen.

Vertrag, Kosten und finanzielle Unterstützung

Vor der Unterschrift sollten Auszubildende den Vertrag aufmerksam prüfen. Dazu gehören insbesondere:

  • Ausbildungsberuf und Ausbildungsziel
  • Beginn und Dauer der Ausbildung
  • Probezeit
  • Arbeitszeit
  • Urlaub
  • Vergütung
  • Ausbildungsort
  • Aufgaben und Abteilungen
  • zuständige Berufsschule
  • Kündigungsbedingungen

Die Probezeit einer dualen Ausbildung dauert nach dem Berufsbildungsgesetz mindestens einen und höchstens vier Monate.

Neben der Vergütung entstehen Kosten für Fahrt, Arbeitskleidung, Lernmittel oder gegebenenfalls einen Umzug. Je nach Ausbildungsform und persönlicher Situation kommen unter anderem folgende Hilfen infrage:

  • Berufsausbildungsbeihilfe für bestimmte duale Ausbildungen
  • Schüler-BAföG für bestimmte schulische Ausbildungen
  • Wohngeld, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind
  • Kindergeld unter den geltenden Bedingungen
  • Unterstützung bei bestimmten Bewerbungskosten
  • Hilfe bei notwendigen Fahrt- oder Umzugskosten

Die Förderbedingungen unterscheiden sich. Anträge und Kostenübernahmen sollten vor der Entstehung der Kosten mit der zuständigen Stelle geklärt werden.

Wenn der erste Weg nicht passt

Eine getroffene Berufswahl lässt sich korrigieren. Wer während eines Praktikums oder der ersten Ausbildungsmonate merkt, dass Aufgaben und Erwartungen nicht zusammenpassen, sollte frühzeitig das Gespräch mit der ausbildenden Person, der Berufsschule oder der zuständigen Kammer suchen.

Auch verwandte Berufe können eine passende Alternative sein. Wer sich für Technik interessiert, kann beispielsweise mehrere Ausbildungsberufe aus Metall, Elektronik oder Mechatronik vergleichen. Wer gern organisiert, findet neben Büromanagement auch kaufmännische oder verwaltungsbezogene Richtungen.

Bei Schwierigkeiten in der Berufsschule oder im Betrieb gibt es Beratungs- und Unterstützungsangebote. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Kammern und berufliche Schulen helfen bei der Suche nach Alternativen und Fördermöglichkeiten.

Die nächsten Schritte

Diese Reihenfolge erleichtert den Einstieg:

  1. Drei bis fünf Berufsfelder auswählen.
  2. Interessen, Stärken und gewünschte Arbeitsbedingungen notieren.
  3. Tätigkeiten und Zugangsvoraussetzungen konkreter Berufe vergleichen.
  4. Ein Praktikum oder einen Schnuppertag organisieren.
  5. Duale, schulische und gegebenenfalls duale Studienmodelle vergleichen.
  6. Fristen, Kosten, Vergütung und Fahrtwege prüfen.
  7. Eine Liste geeigneter Betriebe oder Schulen erstellen.
  8. Lebenslauf, Zeugnisse und Nachweise vorbereiten.
  9. Für jede Bewerbung ein passendes Anschreiben formulieren.
  10. Bewerbungen frühzeitig und parallel versenden.
  11. Vorstellungsgespräche und Einstellungstests üben.
  12. Finanzierung und Wohnsituation rechtzeitig klären.

Die Berufsberatung, Ausbildungsmessen, Kammern und berufliche Schulen bieten zusätzliche Orientierung. So wird aus einer allgemeinen Suche nach Ausbildungsmöglichkeiten eine konkrete Entscheidung mit realistischen nächsten Schritten.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.