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Ausbildungsbörsen für die Bewerbung nutzen

Eine Ausbildungsbörse ist eine Messe, auf der Unternehmen ihre offenen Ausbildungsplätze persönlich vorstellen. Der Vorteil gegenüber einer schriftlichen Bewerbung: Sie sprechen direkt mit Personalverantwortlichen, können Fragen stellen und hinterlassen mit einem guten Auftritt einen bleibenden Eindruck. Ob sich der Besuch lohnt, entscheidet jedoch Ihre Vorbereitung und das, was Sie nach dem Gespräch tun.

Vor dem Messebesuch

Der wichtigste Schritt passiert zu Hause am Schreibtisch. Holen Sie sich vorab die Liste der Aussteller, entweder als Messekatalog oder auf der Homepage der Veranstaltung. Arbeiten Sie diese Liste durch und markieren Sie alle Betriebe, die für Sie in Frage kommen. Das können Unternehmen sein, deren Ausbildungsberufe Sie interessieren, aber auch Betriebe, von denen Sie bisher nur wenig wissen und die Sie genauer kennenlernen möchten.

Aus dieser Auswahl erstellen Sie eine Prioritätenliste. Überlegen Sie, mit welchen drei bis fünf Unternehmen Sie auf jeden Fall sprechen möchten. Diese Betriebe haben Vorrang, denn eine Ausbildungsbörse ist groß, und Sie haben in der Regel nur einen Tag Zeit. Wenn Sie erst vor Ort entscheiden, welchen Stand Sie ansteuern, verlieren Sie Zeit und laufen Gefahr, die wichtigsten Gespräche zu verpassen.

Zu Ihrer Prioritätenliste gehört auch eine kurze Recherche. Schauen Sie sich die Homepage der Wunschbetriebe an und klären Sie grundlegende Punkte: Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen? Gibt es Standorte im Ausland? Welche Abteilungen gibt es, und welche Ausbildungsberufe werden konkret angeboten? Diese Informationen helfen Ihnen, im Gespräch gezielte Fragen zu stellen und zu zeigen, dass Sie sich mit dem Betrieb beschäftigt haben.

Der Messebesuch

Am Messetag selbst zählt ein klarer Plan. Verschaffen Sie sich zu Beginn einen Überblick über die Halle und markieren Sie auf dem Hallenplan die Stände Ihrer Wunschbetriebe. Planen Sie auch ein, welche Vorträge oder Präsentationen Sie besuchen möchten, denn viele Messen bieten kurze Programmpunkte zu einzelnen Berufen oder Unternehmen an. Ein Zeitplan mit Puffern verhindert, dass Sie hektisch durch die Halle laufen oder ein Gespräch abbrechen müssen, weil der nächste Termin drängt.

Wenn Sie an einem Stand ankommen, stellen Sie sich kurz und freundlich vor: Name, Schule, angestrebter Abschluss und der Beruf, der Sie interessiert. Danach übernehmen Sie das Gespräch aktiv, indem Sie Fragen stellen. Gute Fragen zeigen Interesse und liefern Ihnen gleichzeitig wichtige Informationen für die spätere Bewerbung. Fragen Sie zum Beispiel nach dem Ablauf der Ausbildung, nach den Aufgaben im ersten Lehrjahr oder danach, wie die Betreuung durch die Ausbilder organisiert ist. Auch der Verdienst ist ein legitimes Thema, ebenso wie Übernahmechancen nach der Ausbildung.

Machen Sie sich während oder direkt nach dem Gespräch Notizen. Schreiben Sie auf, wer Sie am Stand beraten hat, welche Informationen Sie erhalten haben und was Ihnen besonders zugesagt hat. Diese Notizen sind Gold wert, wenn Sie später die Bewerbung schreiben oder ein Vorstellungsgespräch führen, denn Sie erinnern sich dann genau an die Details des jeweiligen Betriebs.

Die passenden Unterlagen: Was Sie mitbringen sollten

Eine vollständige Bewerbungsmappe gehört in jede Tasche, auch wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie sie vor Ort abgeben. Packen Sie Ihren Lebenslauf, die letzten beiden Schulzeugnisse, eventuelle Praktikumsbescheinigungen und ein Bewerbungsfoto ein. Ordnen Sie die Unterlagen in einer Klarsichtfolie oder einem Schnellhefter, damit sie knitterfrei bleiben und Sie sie schnell zur Hand haben.

Nicht jeder Betrieb nimmt die Unterlagen auf der Messe an. Manche Vertreter bitten Sie, die Bewerbung über das Online-Portal des Unternehmens einzureichen. Fragen Sie am Stand einfach, wie der Betrieb sich Bewerbungen wünscht. Wenn Sie die Unterlagen abgeben dürfen, überreichen Sie die Mappe persönlich und notieren sich den Namen des Ansprechpartners. Wenn Sie online nachreichen sollen, notieren Sie sich die Adresse und die Frist, die genannt wurde.

Lassen Sie die Originalzeugnisse zu Hause. Auf der Messe genügen beglaubigte Kopien oder einfache Kopien, je nach Wunsch des Betriebs. Ein Verlust oder eine Beschädigung der Originale wäre ärgerlich, und die Unterlagen werden in der Regel ohnehin nur zur Ansicht benötigt.

Nach dem Gespräch

Der Messebesuch endet nicht mit dem Verlassen der Halle. Die Zeit danach entscheidet darüber, ob aus dem guten Gespräch eine Einladung zum Vorstellungsgespräch wird. Gehen Sie Ihre Notizen am selben Abend oder am nächsten Tag durch und sortieren Sie die Betriebe nach Priorität. Überlegen Sie, bei welchem Unternehmen Sie sich wie bewerben möchten und welche Fristen gelten.

Eine kurze Dankesnachricht per E-Mail ist eine unkomplizierte Möglichkeit, sich für das Gespräch zu bedanken und Interesse zu zeigen. Schreiben Sie innerhalb von ein bis zwei Werktagen nach der Messe und beziehen Sie sich auf ein konkretes Detail aus dem Gespräch, zum Beispiel auf die Ausbildungsinhalte oder die Unternehmensvorstellung. Die Nachricht sollte kurz sein, zwei bis drei Sätze genügen, und sie ersetzt nicht die eigentliche Bewerbung.

Reichen Sie die Bewerbung bald ein, idealerweise innerhalb einer Woche nach der Messe. Wenn Sie die Unterlagen bereits vor Ort abgegeben haben, können Sie in der E-Mail darauf hinweisen. Bei einer Online-Bewerbung geben Sie im Anschreiben an, dass Sie das Unternehmen auf der Ausbildungsbörse kennengelernt haben. Das schafft einen Wiedererkennungseffekt und zeigt, dass Sie den persönlichen Kontakt suchen, statt nur wahllos Bewerbungen zu verschicken.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.