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Büroberufe: mehr als nur Kopieren

Büroberufe verbinden heute Organisation, Kommunikation, digitale Arbeitsabläufe und kaufmännisches Denken. Wer sich für eine Ausbildung im Büro interessiert, arbeitet deshalb nicht automatisch nur am Telefon, sortiert Unterlagen oder schreibt Briefe. Je nach Beruf und Ausbildungsbetrieb geht es auch um Aufträge, Rechnungen, Personal, Einkauf, Kundenservice, Veranstaltungen oder Verwaltungsverfahren.

Besonders vielseitig ist die Ausbildung zum Kaufmann beziehungsweise zur Kauffrau für Büromanagement. Sie führt in Unternehmen nahezu aller Branchen, in Behörden und in Organisationen. Andere Büroberufe konzentrieren sich stärker auf Versicherungen, Arbeitsmarktverwaltung, Industrie, Personal, Tourismus oder den öffentlichen Dienst.

Welche Aufgaben gehören zu Büroberufen?

Büroarbeit findet häufig an einer Schnittstelle statt. Kaufleute stimmen Informationen zwischen Kundinnen und Kunden, Lieferanten, Beschäftigten, Abteilungen und der Geschäftsleitung ab. Sie planen Abläufe, bearbeiten Vorgänge und sorgen dafür, dass wichtige Unterlagen zur richtigen Zeit vorliegen.

Typische Aufgaben sind:

  • E-Mails und Geschäftsbriefe bearbeiten
  • Termine, Besprechungen und Geschäftsreisen organisieren
  • Präsentationen, Protokolle und Auswertungen erstellen
  • Kundinnen und Kunden beraten
  • Angebote vergleichen und Bestellungen vorbereiten
  • Aufträge erfassen und nachverfolgen
  • Rechnungen prüfen und Zahlungseingänge kontrollieren
  • Personalunterlagen bearbeiten
  • Daten sicher speichern und weitergeben
  • Veranstaltungen und Marketingaktionen unterstützen
  • Informationen recherchieren und ihre Qualität prüfen
  • Verwaltungsfälle dokumentieren

Welche Aufgaben im Mittelpunkt stehen, hängt vom Ausbildungsberuf und vom Betrieb ab. In einem Handelsunternehmen kann die Auftragsbearbeitung den Alltag bestimmen. In der Personalabteilung geht es stärker um Bewerbungen und Beschäftigtendaten. Eine Behörde bearbeitet Anträge, erteilt Auskünfte und wendet rechtliche Vorgaben an.

Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement

Kaufmann und Kauffrau für Büromanagement bilden einen anerkannten dualen Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt.

Der Beruf ist in vielen Wirtschaftszweigen möglich, zum Beispiel:

  • Industrie und Handel
  • Handwerk
  • Banken und Versicherungen
  • Dienstleistungsunternehmen
  • Verbände und Organisationen
  • öffentliche Verwaltung
  • Bildungseinrichtungen
  • Gesundheitswesen
  • Tourismus sowie Veranstaltungswirtschaft

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Jeder Betrieb legt selbst fest, welche Voraussetzungen er in einer Ausbildungsplatzanzeige erwartet. Gute Leistungen in Deutsch, Mathematik, Wirtschaft oder Englisch helfen bei vielen Aufgaben, ersetzen aber keine sorgfältige Prüfung der konkreten Anzeige.

Die Wahlqualifikationen bestimmen die Richtung

Die Ausbildung im Büromanagement enthält gemeinsame Pflichtinhalte und zwei Wahlqualifikationen. Die beiden ausgewählten Bereiche werden im Ausbildungsvertrag festgehalten und prägen den späteren Einsatz.

Zur Auswahl stehen:

  1. Auftragsprozesse steuern
  2. Instrumente zur kaufmännischen Steuerung und Kontrolle nutzen
  3. Kaufmännische Abläufe in kleinen und mittleren Unternehmen gestalten und umsetzen
  4. Einkauf und Logistikprozesse planen, koordinieren und durchführen
  5. Marketing- und Vertriebsaktivitäten mitgestalten
  6. Personalwirtschaftliche Prozesse umsetzen
  7. Assistenzaufgaben übernehmen
  8. Öffentlichkeitsarbeit gestalten und Aufgaben des Veranstaltungsmanagements übernehmen
  9. Aufgaben der Verwaltung wahrnehmen und Recht anwenden
  10. Haushaltsmittel planen und bewirtschaften

Dadurch lernen zwei Auszubildende im selben Ausbildungsberuf unterschiedliche Schwerpunkte. Eine Person unterstützt zum Beispiel die Personalabteilung und organisiert Bewerbungsgespräche. Eine andere prüft Rechnungen, vergleicht Lieferantenangebote und arbeitet im Einkauf.

Die Wahlqualifikationen „Aufgaben der Verwaltung wahrnehmen und Recht anwenden“ sowie „Haushaltsmittel planen und bewirtschaften“ passen besonders zu Tätigkeiten im öffentlichen Dienst. Wer sich für Personal, Kundenkontakt, Marketing oder Rechnungswesen interessiert, findet ebenfalls passende Schwerpunkte.

Was ändert sich durch die Ausbildungsordnung seit 2025?

Seit dem 1. August 2025 gilt eine modernisierte Ausbildungsordnung für Kaufleute für Büromanagement. Die dreijährige Ausbildungsdauer, die Wahlqualifikationen und die gestreckte Abschlussprüfung blieben erhalten. Die Inhalte berücksichtigen digitale Arbeitsabläufe jedoch klarer und dauerhaft.

Stärker hervorgehoben werden unter anderem:

  • digitale Kommunikation und Zusammenarbeit
  • Informationsbeschaffung und Informationsprüfung
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • nachhaltiges Handeln im Berufsalltag
  • digitale Büro- und Geschäftsprozesse
  • Lösungen selbstständig planen und begründen

Die Modernisierung beschreibt damit genauer, was Bürokräfte in der Praxis benötigen. Wer Informationen aus verschiedenen Quellen prüft, Kundendaten sorgfältig verarbeitet oder einen Beschaffungsprozess dokumentiert, braucht mehr als reine Schreib- und Ablagekenntnisse.

So sieht der Ausbildungsalltag aus

Der Ausbildungsalltag verändert sich mit dem Lernfortschritt. Am Anfang lernen Auszubildende die betrieblichen Abläufe, Programme und Zuständigkeiten kennen. Sie bearbeiten zunächst überschaubare Aufgaben und erhalten dabei Anleitung.

Zu Beginn der Ausbildung

In den ersten Monaten stehen häufig folgende Inhalte im Mittelpunkt:

  • E-Mail, Kalender sowie digitale Ablage
  • Textverarbeitung und Tabellenkalkulation
  • Telefon- und Kundenkommunikation
  • Terminplanung
  • Vorbereitung von Besprechungen
  • Protokollführung und Dokumentation
  • Bearbeitung und Prüfung von Informationen
  • Datenschutz und vertrauliche Daten
  • interne Kommunikationswege
  • grundlegende kaufmännische Abläufe

Später übernehmen Auszubildende zunehmend eigene Vorgänge. Sie stimmen sich mit anderen Abteilungen ab, setzen Prioritäten und dokumentieren ihre Arbeit.

Im weiteren Verlauf

Je nach Wahlqualifikation kommen beispielsweise diese Tätigkeiten hinzu:

  • Angebote einholen und vergleichen
  • Bestellungen vorbereiten
  • Aufträge erfassen sowie Liefertermine überwachen
  • Rechnungen prüfen
  • Zahlungseingänge kontrollieren
  • Personaldaten und Unterlagen bearbeiten
  • Bewerbungsgespräche organisatorisch vorbereiten
  • Veranstaltungen planen
  • Marketing- und Vertriebsaktionen unterstützen
  • Statistiken und Auswertungen erstellen
  • Geschäftsreisen organisieren und abrechnen
  • Verwaltungsfälle bearbeiten
  • Haushaltsmittel planen und überwachen

Ein möglicher Ausbildungstag könnte so aussehen:

Zeit Beispielaufgabe
8:00 Uhr E-Mails, Kalender und dringende Vorgänge prüfen
9:00 Uhr Unterlagen für eine Kundenbesprechung zusammenstellen
10:00 Uhr Lieferantenangebote vergleichen und Rückfragen klären
11:30 Uhr Rechnungseingänge im kaufmännischen Programm erfassen
13:00 Uhr An einer Besprechung teilnehmen und ein Protokoll erstellen
14:00 Uhr Termine mit Kundinnen, Kunden und internen Abteilungen abstimmen
15:00 Uhr Eine Auswertung oder Präsentation vorbereiten
16:00 Uhr Offene Aufgaben dokumentieren und priorisieren

Dieses Beispiel zeigt einen möglichen Ablauf. Der tatsächliche Tag hängt vom Ausbildungsbetrieb, der Abteilung und dem Ausbildungsjahr ab.

Betrieb und Berufsschule ergänzen sich

In der dualen Ausbildung lernen Auszubildende an zwei Lernorten.

Lernen im Betrieb

Im Betrieb erfahren sie, wie kaufmännische Abläufe praktisch funktionieren. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Aufträge im betrieblichen Programm bearbeiten
  • Kundendaten korrekt erfassen
  • Rechnungen sowie Belege prüfen
  • Termine und Fristen überwachen
  • interne Abläufe dokumentieren
  • Aufgaben mit anderen Abteilungen abstimmen
  • vertrauliche Informationen schützen
  • Prioritäten bei mehreren Vorgängen setzen

Der Ausbildungsbetrieb erstellt auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans einen betrieblichen Ausbildungsplan. Dieser legt fest, welche Inhalte wann und in welchem Umfang vermittelt werden sollen.

Lernen in der Berufsschule

Die Berufsschule behandelt unter anderem:

  • Geschäftsprozesse und Wirtschaft
  • Kundenbeziehungen
  • Rechnungswesen und kaufmännische Steuerung
  • Kommunikation
  • digitale Büroprozesse
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • rechtliche sowie gesellschaftliche Grundlagen

Die konkrete Organisation unterscheidet sich je nach Bundesland und Berufsschule. Möglich sind einzelne Berufsschultage oder Blockunterricht.

Welche Anforderungen sind wichtig?

Büroberufe passen zu Menschen, die gern organisieren, kommunizieren und sorgfältig arbeiten. Besonders hilfreich sind:

  • zuverlässiges und genaues Arbeiten
  • gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
  • Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen
  • grundlegende Mathematikkenntnisse
  • Freude an digitalen Programmen
  • Kunden- und Serviceorientierung
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Diskretion im Umgang mit Daten
  • Fähigkeit, mehrere Aufgaben zu ordnen
  • Bereitschaft, sich in neue Themen einzuarbeiten

Perfekte Computerkenntnisse sind zu Beginn nicht erforderlich. Auch Präsentationen, Telefonate und Gespräche mit Kundinnen und Kunden lassen sich während der Ausbildung üben. Entscheidend ist, dass Bewerberinnen und Bewerber Lernbereitschaft zeigen und nachvollziehbar erklären, warum sie diese Aufgaben interessieren.

Büroarbeit besteht außerdem nicht nur aus ruhigen Einzelaufgaben. Telefone klingeln, Fristen laufen ab und mehrere Personen benötigen gleichzeitig Informationen. Wer in solchen Situationen den Überblick behält oder lernen möchte, Prioritäten zu setzen, bringt eine wichtige Grundlage mit.

Welche anderen Büroberufe gibt es?

Das Büro ist kein eigener Beruf, sondern ein Arbeitsort für viele unterschiedliche Fachrichtungen. Je nach Interesse kommen beispielsweise infrage:

  • Industriekaufmann oder Industriekauffrau
  • Kaufmann oder Kauffrau für Digitalisierungsmanagement
  • Kaufmann oder Kauffrau für Dialogmarketing
  • Kaufmann oder Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen
  • Verwaltungsfachangestellter oder Verwaltungsfachangestellte
  • Personaldienstleistungskaufmann bzw. Personaldienstleistungskauffrau
  • Fachangestellter oder Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen
  • Kaufmann oder Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Die Unterschiede liegen vor allem in den Fachthemen und im Kundenkontakt. Im Versicherungswesen stehen Produkte, Schäden und Leistungen im Mittelpunkt. In der Arbeitsverwaltung geht es um Beratung und gesetzlich geregelte Verfahren. Im Tourismus gehören Reiseangebote und Kundenberatung dazu. Im Digitalisierungsmanagement verbinden sich kaufmännische Aufgaben mit IT-Prozessen.

Vergleiche deshalb konkrete Tätigkeiten und nicht nur Berufsbezeichnungen. Ein Praktikum zeigt oft schneller als eine allgemeine Beschreibung, ob der Arbeitsalltag zu den eigenen Interessen passt.

Praktikum und Berufsberatung nutzen

Ein Praktikum hilft bei zwei Fragen: Gefällt mir die Tätigkeit, und passt der Betrieb zu meinen Erwartungen? Interessierte können sich bei Unternehmen, Behörden, Verwandten, Bekannten oder Vereinen nach einem Praktikumsplatz erkundigen.

Achte während des Praktikums auf folgende Punkte:

  • Welche Aufgaben erledigen die Beschäftigten?
  • Wie viel Zeit verbringen die Beschäftigten am Computer?
  • Wie häufig gibt es Kundenkontakt?
  • Wie werden Aufgaben verteilt und kontrolliert?
  • Welche Programme und Geräte kommen zum Einsatz?
  • Gibt es feste Fristen und wiederkehrende Abläufe?
  • Welche Wahlqualifikationen wären in diesem Betrieb möglich?

Auch die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit und die Berufsinformationszentren unterstützen bei der Auswahl. Ausbildungsmessen, Ausbildungstage, Unternehmensseiten und regionale Ausbildungsbörsen liefern weitere Einblicke.

Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Eine Bewerbung besteht meistens aus:

  • Anschreiben
  • tabellarischem Lebenslauf
  • letzten Schulzeugnissen
  • Nachweisen über Praktika
  • gegebenenfalls Bescheinigungen über Nebenjobs, Ehrenamt oder Sprachkenntnisse

Passe das Anschreiben an den jeweiligen Betrieb an. Die Aussage „Ich arbeite gern im Büro“ bleibt allgemein. Ein konkretes Beispiel zeigt mehr:

Bei der Organisation eines Schulprojekts habe ich Termine abgestimmt, Aufgaben verteilt und die Ergebnisse in einer Präsentation zusammengefasst. Dabei habe ich gemerkt, dass mir organisatorische Aufgaben und die Zusammenarbeit mit anderen liegen.

Auch Erfahrungen aus einem Verein, einem Nebenjob oder einem Praktikum sind relevant. Beschreibe, welche Aufgabe du übernommen hast und was du dabei gelernt hast.

Das Vorstellungsgespräch

Im Gespräch geht es häufig um folgende Fragen:

  • Warum interessierst du dich für diesen Ausbildungsberuf?
  • Welche Büroaufgaben sprechen dich besonders an?
  • Wie gehst du mit mehreren dringenden Aufgaben um?
  • Wie reagierst du auf eine unzufriedene Kundin oder einen unzufriedenen Kunden?
  • Welche digitalen Programme kennst du?
  • Was erwartest du von der Ausbildung?
  • Welche Wahlqualifikationen passen zu deinen Interessen?

Bereite auch eigene Fragen vor. Zum Beispiel:

  • Welche Abteilungen durchlaufe ich während der Ausbildung?
  • Welche Wahlqualifikationen bietet der Betrieb an?
  • Wie wird der betriebliche Ausbildungsplan umgesetzt?
  • Wie ist der Berufsschulunterricht organisiert?
  • Gibt es einen Schnuppertag oder ein Praktikum?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Einige Betriebe nutzen zusätzlich Einstellungstests. Dafür helfen Übungen zu Deutsch, Mathematik, logischem Denken und kaufmännischen Grundaufgaben.

Wann sollte man sich bewerben?

Für Büroausbildungen gibt es keine bundesweit einheitliche Bewerbungsfrist. Der Zeitpunkt hängt unter anderem von der Größe des Betriebs, der Branche, der Region und dem Auswahlverfahren ab.

Viele Ausbildungen beginnen am 1. August oder am 1. September. Größere Unternehmen, Banken, Versicherungen und Behörden veröffentlichen Ausbildungsplätze teilweise schon etwa eineinhalb Jahre vorher. Kleinere Betriebe suchen häufig später. Schulische Ausbildungen haben eigene Fristen.

Dieser Zeitplan dient als Orientierung:

Zeitraum vor dem Ausbildungsbeginn Sinnvolle Schritte
18 bis 24 Monate Interessen prüfen, Praktikum suchen, Berufe vergleichen
12 bis 18 Monate Fristen größerer Unternehmen und Behörden prüfen
9 bis 12 Monate Bewerbungen verschicken und Unterlagen anpassen
6 bis 9 Monate Vorstellungsgespräche, Tests und Praktika wahrnehmen
3 bis 6 Monate weitere Betriebe anschreiben und Suche ausweiten
kurz vor Beginn Vertrag, Berufsschule, Fahrweg und Unterlagen klären

Der Zeitplan ist keine gesetzliche Frist. Prüfe jede Ausschreibung einzeln. Wenn kurz vor Ausbildungsbeginn noch kein Platz gefunden wurde, lohnt sich die Suche weiter. Einige Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt, und ein Einstieg nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn ist in bestimmten Fällen möglich.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung hängt vom Betrieb, dem Wirtschaftszweig, dem Bundesland und einer möglichen Tarifbindung ab. Deshalb lassen sich keine einheitlichen Beträge für alle Ausbildungen nennen.

Beispiele der Bundesagentur für Arbeit zeigen deutliche Unterschiede zwischen Handwerk, Industrie und öffentlichem Dienst. Tarifverträge und betriebliche Regelungen verändern die Beträge außerdem. Informiere dich deshalb in der konkreten Ausbildungsplatzanzeige oder frage den Betrieb nach der Vergütung für jedes Ausbildungsjahr.

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen

Die Ausbildung zum Kaufmann und zur Kauffrau für Büromanagement endet mit einer gestreckten Abschlussprüfung. Die Prüfung verteilt sich auf zwei zeitlich getrennte Teile.

Teil 1: Informationstechnisches Büromanagement

Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt und bezieht sich auf die ersten 15 Ausbildungsmonate. Der Prüfungsbereich heißt „Informationstechnisches Büromanagement“.

Geprüft wird unter anderem, ob Auszubildende computergestützte Büro- und Beschaffungsprozesse organisieren sowie Informationen recherchieren, dokumentieren und kalkulieren können.

  • Prüfungszeit: 120 Minuten
  • Gewichtung: 25 Prozent

Teil 2 am Ende der Ausbildung

Teil 2 umfasst drei Prüfungsbereiche:

Prüfungsbereich Prüfungszeit Gewichtung
Kundenbeziehungsprozesse 150 Minuten 30 Prozent
Fachaufgabe in der Wahlqualifikation 20 Minuten Fachgespräch 35 Prozent
Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten 10 Prozent

Bei der Fachaufgabe geht es um eine praxisbezogene Aufgabe aus einer Wahlqualifikation. Je nach Prüfungsvariante wird sie über betriebliche Reports vorbereitet oder durch eine Aufgabe des Prüfungsausschusses bearbeitet. Im Fachgespräch erklären Auszubildende ihr Vorgehen und begründen ihre Entscheidungen.

Die Prüfung verlangt damit digitale Anwendung, Organisation, Kundenorientierung, wirtschaftliches Denken und die Fähigkeit, eigene Lösungen verständlich zu erklären.

Welche Perspektiven gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung können Kaufleute für Büromanagement in verschiedenen Bereichen arbeiten, zum Beispiel:

  • Assistenz und Sekretariat
  • Personalverwaltung
  • Einkauf
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Kundenservice sowie Auftragsmanagement
  • Marketing und Veranstaltungsorganisation
  • öffentliche Verwaltung
  • Projektassistenz
  • Geschäftsorganisation

Die Perspektiven hängen vom Einsatzgebiet, von der Berufserfahrung und von den zusätzlichen Kenntnissen ab. Weiterbildungen können die berufliche Richtung vertiefen, etwa im Rechnungswesen, Personalwesen, Einkauf oder in der Verwaltung.

Die Ausbildungsordnung ermöglicht außerdem, eine weitere Wahlqualifikation als Zusatzqualifikation zu vereinbaren und gesondert prüfen zu lassen. Das kann sinnvoll sein, wenn ein Betrieb einen zusätzlichen Fachbereich anbietet und die Auszubildenden ihr Profil erweitern möchten.

Die Zahl der Ausbildungsplätze allein garantiert keine Übernahme oder eine bestimmte berufliche Entwicklung. Region, Branche, betriebliche Nachfrage und die eigene Spezialisierung spielen eine wichtige Rolle.

Fünf Beispiele für Büroarbeit

Termin- und Besprechungsorganisation

Eine Auszubildende koordiniert Termine für mehrere Abteilungen, prüft Überschneidungen, verschickt Einladungen und stellt die Unterlagen für eine Besprechung zusammen. Dabei muss sie Fristen beachten und Informationen korrekt weiterleiten.

Bearbeitung eines Auftrags

Ein Kunde stellt eine Anfrage. Die kaufmännische Fachkraft erfasst die Daten, stimmt den Liefertermin ab, erstellt die Auftragsunterlagen und prüft später die Rechnung und den Zahlungseingang.

Unterstützung im Personalbereich

Ein Auszubildender bereitet Bewerbungsgespräche organisatorisch vor, pflegt Personaldaten und erstellt Unterlagen für den Eintritt neuer Beschäftigter. Dabei behandelt er persönliche Informationen vertraulich.

Vorgang in einer Behörde

Eine Auszubildende nimmt das Anliegen einer Bürgerin auf, prüft die Zuständigkeit, fordert fehlende Unterlagen an und dokumentiert den Vorgang. Dafür braucht sie Kommunikationsfähigkeit, Sorgfalt und Grundkenntnisse rechtlicher Abläufe.

Planung einer Veranstaltung

Ein Betrieb organisiert eine Informationsveranstaltung. Die kaufmännische Fachkraft reserviert Räume, koordiniert Dienstleister, erstellt Einladungen, führt eine Teilnehmerliste und wertet die Kosten aus.

Die nächsten Schritte zur passenden Ausbildung

Wer sich für Büroberufe interessiert, kann folgendermaßen vorgehen:

  1. Eigene Interessen ordnen: Geht es eher um Organisation, Zahlen, Kundenkontakt, Personal, Verwaltung oder digitale Prozesse?
  2. Zwei oder drei passende Ausbildungsberufe vergleichen.
  3. Ein Praktikum oder einen Schnuppertag organisieren.
  4. Ausbildungsplätze recherchieren: auf Unternehmensseiten, in regionalen Ausbildungsbörsen und in der Jobsuche der Bundesagentur.
  5. Bewerbungsfristen in einer Übersicht festhalten.
  6. Lebenslauf, Zeugnisse und Praktikumsnachweise vorbereiten.
  7. Jedes Anschreiben auf den konkreten Betrieb zuschneiden.
  8. Bewerbungen möglichst früh verschicken.
  9. Vorstellungsgespräch und mögliche Einstellungstests üben.
  10. Bei der Berufsberatung oder im Berufsinformationszentrum Unterstützung anfordern.

Büroberufe bieten damit viele verschiedene Wege. Wer sorgfältig arbeitet, gern organisiert, digitale Werkzeuge nutzt und sich für Menschen oder wirtschaftliche Abläufe interessiert, findet in diesem Bereich mehr Möglichkeiten als klassische Vorstellungen von Kopieren und Kaffeekochen vermuten lassen.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.