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Ausbildung

Wer informiert über Ausbildungsmöglichkeiten?

Die erste neutrale Anlaufstelle für Fragen zur Ausbildung ist die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit. Sie unterstützt bei der Berufswahl, erklärt Ausbildungswege, vermittelt Ausbildungsplätze und hilft bei Bewerbungen. Auch Schulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Ausbildungsbetriebe und offizielle Online-Portale liefern wichtige Informationen.

Am besten verbinden Sie mehrere Angebote: Ein Berufswahltest hilft bei der Orientierung, Berufsbeschreibungen erklären Anforderungen und Ausbildungsinhalte, ein Praktikum zeigt den Arbeitsalltag und Gespräche mit Betrieben klären konkrete Fragen.

Die wichtigsten Anlaufstellen im Überblick

Anlaufstelle Wobei sie informiert oder unterstützt
Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit Berufswahl, Ausbildungswege, Ausbildungsplätze, Bewerbungen und Fördermöglichkeiten
Berufsinformationszentrum (BiZ) Berufsbilder, Informationsmaterial, Veranstaltungen und Bewerbung
Schule und Schulsozialarbeit Berufsorientierung, Praktika, Bewerbungstrainings und Kontakte zu Beratungsstellen
Industrie- und Handelskammer (IHK) Kaufmännische, technische und viele weitere Ausbildungsberufe, Betriebe und Lehrstellen
Handwerkskammer (HWK) Handwerkliche Berufe, Ausbildungsbetriebe, Praktika und regionale Angebote
Ausbildungsbetriebe Ausbildungsalltag, Aufgaben, Anforderungen, Fristen und Bewerbungsverfahren
Berufsfachschulen und Bildungsträger Schulische Ausbildungen, Zugangsvoraussetzungen, Praxisphasen und Bewerbung
Ausbildungsmessen und Berufsinformationstage Direkte Gespräche mit Betrieben, Kammern und Auszubildenden
Offizielle Online-Portale Berufsbeschreibungen, Orientierungstests und Ausbildungsplatzsuche

Berufsberatung und Berufsinformationszentrum

Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit ist für viele Jugendliche und Erwachsene der sinnvollste erste Kontakt. Die Beratung ist kostenlos und freiwillig. Gespräche finden in den Agenturen für Arbeit, online, telefonisch oder im Rahmen von Sprechstunden an Schulen statt.

Die Berufsberatung hilft unter anderem bei diesen Fragen:

  • Welche Berufe passen zu meinen Interessen und Stärken?
  • Welche Ausbildungsform passt zu meinem Schulabschluss?
  • Wie unterscheiden sich ähnliche Berufe?
  • Wo gibt es freie Ausbildungsplätze?
  • Wie erstelle ich eine gute Bewerbung?
  • Was mache ich, wenn ich keinen Ausbildungsplatz finde?
  • Welche Unterstützung gibt es während der Ausbildung?

Das Berufsinformationszentrum, kurz BiZ, bietet Informationen zu Ausbildungsberufen, Studiengängen und Arbeitsfeldern. Dort können Interessierte Materialien nutzen, Veranstaltungen besuchen und sich mit Fragen zur Bewerbung beschäftigen.

Für einen Beratungstermin ist es hilfreich, bereits einige Fragen zu sammeln. Notieren Sie zum Beispiel, welche Tätigkeiten Sie interessieren, welche Fächer Ihnen liegen und welche Arbeitsbedingungen für Sie wichtig sind.

Schulen unterstützen bei der Berufsorientierung

Schulen begleiten den Übergang von der Schule in die Ausbildung. Lehrkräfte, Beratungslehrkräfte und Schulsozialarbeit kennen regionale Angebote und vermitteln häufig Kontakte zu Betrieben, Kammern oder der Berufsberatung.

Zu den Angeboten gehören beispielsweise:

  • Berufsorientierung im Unterricht,
  • Betriebserkundungen,
  • Bewerbungstrainings,
  • Praktika,
  • Ausbildungsmessen,
  • Gespräche mit Berufsberaterinnen und Berufsberatern,
  • Informationsveranstaltungen von Betrieben.

Wer beim Einstieg in die Ausbildung besondere Unterstützung benötigt, kann sich über die Schule oder die Berufsberatung nach einer Berufseinstiegsbegleitung erkundigen. Sie unterstützt zum Beispiel bei der Suche nach einem Praktikum, beim Erstellen von Bewerbungen und bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.

Auch Eltern und andere vertraute Personen können helfen. Sie kennen die persönlichen Stärken und können bei der Vorbereitung unterstützen. Die Entscheidung sollte jedoch zu den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Vorstellungen vom Arbeitsleben passen.

IHK und Handwerkskammer informieren über regionale Berufe

Die Industrie- und Handelskammern beraten zu vielen kaufmännischen, technischen und gewerblichen Ausbildungsberufen. Ihre Ausbildungsberatung richtet sich an Jugendliche, Eltern und Betriebe. Sie informiert zum Beispiel über Ausbildungsinhalte, Ausbildungsdauer, Ausbildungsverträge und regionale Ausbildungsplätze.

Die IHK-Lehrstellenbörse bietet Ausbildungsplätze und duale Studiengänge. Teilweise finden sich dort auch Praktikumsangebote. Die zuständige IHK lässt sich über den eigenen Wohnort oder den Sitz des Ausbildungsbetriebs ermitteln.

Für handwerkliche Berufe sind die Handwerkskammern, Innungen und regionale Lehrstellenbörsen wichtige Ansprechpartner. Sie informieren über Berufe wie:

  • Elektronikerin oder Elektroniker,
  • Tischlerin oder Tischler,
  • Kfz-Mechatronikerin oder Kfz-Mechatroniker,
  • Anlagenmechanikerin oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik,
  • Friseurin oder Friseur,
  • Fachverkäuferin oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk.

Angebote und Zuständigkeiten unterscheiden sich regional. Deshalb sollten Interessierte die Handwerkskammer am eigenen Wohnort oder in der gewünschten Ausbildungsregion kontaktieren.

Offizielle Online-Angebote für die Recherche

Das Internet erleichtert die erste Orientierung. Für verlässliche Informationen eignen sich besonders die Angebote der Bundesagentur für Arbeit:

  • meinBERUF erklärt Ausbildungswege und unterstützt bei der Orientierung.
  • BERUFENET beschreibt Aufgaben, Arbeitsbedingungen, Anforderungen und Zugangswege einzelner Berufe.
  • Ausbildungsberufe A bis Z bietet einen Überblick über zahlreiche staatlich anerkannte Ausbildungsberufe.
  • Die Ausbildungssuche hilft bei der Suche nach dualen und schulischen Ausbildungsplätzen.
  • Check-U vergleicht Interessen, Stärken und Vorstellungen mit Ausbildungsberufen und Studienfächern.
  • meinBERUF GO bietet einen kurzen Einstieg über Berufsfelder, Arbeitsweisen und Arbeitsbedingungen.
  • BERUFE.TV vermittelt durch Filme einen ersten Eindruck von verschiedenen Berufen.

Ein Orientierungstest liefert eine gute Gesprächsgrundlage. Er entscheidet jedoch nicht über die Berufswahl und prüft nicht automatisch alle Zugangsvoraussetzungen. Lesen Sie die ausführliche Berufsbeschreibung und vergleichen Sie sie mit den Anforderungen der konkreten Schule oder Stellenanzeige.

Auch die Internetseiten einzelner Betriebe enthalten wichtige Informationen. Dort stehen häufig Ausbildungsberufe, Bewerbungsfristen, gewünschte Unterlagen und Ansprechpersonen.

Welche Ausbildungswege gibt es?

Die passende Ausbildungsform hängt vom Beruf und von den persönlichen Zielen ab.

Duale Ausbildung

Die duale Ausbildung verbindet zwei Lernorte:

  • den Ausbildungsbetrieb,
  • die Berufsschule.

Im Betrieb lernen Auszubildende praktische Aufgaben und berufliche Abläufe. In der Berufsschule erwerben sie Fachwissen sowie allgemeinbildende Kenntnisse. Die Inhalte richten sich nach der Ausbildungsordnung und dem Ausbildungsrahmenplan des jeweiligen Berufs.

Beispiele für duale Ausbildungsberufe sind:

  • Fachinformatikerin oder Fachinformatiker,
  • Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement,
  • Elektronikerin oder Elektroniker,
  • Tischlerin oder Tischler,
  • Kfz-Mechatronikerin oder Kfz-Mechatroniker,
  • Anlagenmechanikerin oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Die Berufsschule findet je nach Beruf und Region an bestimmten Wochentagen oder in längeren Unterrichtsblöcken statt.

Schulische Ausbildung

Bei einer schulischen Ausbildung findet der Unterricht überwiegend an einer Berufsfachschule, Fachschule oder einem Berufskolleg statt. Viele Bildungsgänge enthalten praktische Übungen und längere Praktika in Einrichtungen oder Betrieben.

Mögliche Beispiele sind:

  • Erzieherin oder Erzieher,
  • Physiotherapeutin oder Physiotherapeut,
  • Pflegefachfrau oder Pflegefachmann,
  • medizinisch-technische Berufe,
  • sozialpädagogische Fachschulausbildungen.

Dauer, Zugangsvoraussetzungen, Kosten, Praxisanteile und Bewerbungsfristen unterscheiden sich je nach Beruf, Schule und Bundesland. Deshalb sollten Sie die jeweilige Schule direkt nach den aktuellen Bedingungen fragen.

Weitere Ausbildungswege

Je nach Situation kommen außerdem infrage:

  • Teilzeitausbildung,
  • assistierte Ausbildung,
  • außerbetriebliche Ausbildung,
  • Ausbildung mit Unterstützung für Menschen mit Behinderung,
  • Ausbildung im öffentlichen Dienst,
  • duales Studium,
  • Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung auf eine Ausbildung.

Die Berufsberatung erklärt, welcher Weg zur persönlichen Situation passt und welche Voraussetzungen gelten.

Berufswahl: Interessen mit dem Arbeitsalltag vergleichen

Ein Beruf passt langfristig besser, wenn die Tätigkeiten und Arbeitsbedingungen zu den eigenen Vorstellungen passen. Der Schulabschluss allein reicht für eine gute Entscheidung nicht aus.

Fragen Sie sich:

  • Arbeite ich lieber praktisch, organisatorisch, kreativ oder analytisch?
  • Möchte ich mit Menschen, Technik, Zahlen, Tieren oder Materialien arbeiten?
  • Arbeite ich gern im Team?
  • Komme ich mit körperlicher Arbeit zurecht?
  • Sind Schichtdienst, frühe Arbeitszeiten oder wechselnde Einsatzorte für mich akzeptabel?
  • Möchte ich im Büro, im Freien, in einer Werkstatt oder unterwegs arbeiten?
  • Welche Schulfächer und Fähigkeiten liegen mir?
  • Wie viel Verantwortung möchte ich übernehmen?
  • Welche Anforderungen erscheinen mir realistisch?

Gehen Sie bei der Berufswahl schrittweise vor:

  1. Interessen, Stärken und gewünschte Arbeitsbedingungen notieren.
  2. Mit meinBERUF GO oder Check-U erste Berufsfelder erkunden.
  3. Mehrere Berufsbeschreibungen in BERUFENET vergleichen.
  4. Ausbildungsalltag, Lernorte und Anforderungen prüfen.
  5. Ein Praktikum oder eine Betriebserkundung organisieren.
  6. Die Eindrücke mit der Berufsberatung, der Schule oder einer Kammer besprechen.
  7. Mehrere passende Berufe und Betriebe auswählen.

Ein Praktikum zeigt, wie sich ein Beruf im Alltag anfühlt. Dabei erleben Sie typische Aufgaben, Arbeitszeiten und den Umgang im Betrieb. Gleichzeitig kann der Betrieb Ihre Motivation und Zuverlässigkeit kennenlernen. Fragen Sie nach einem Praktikumsplatz, auch wenn aktuell keine Ausbildungsstelle ausgeschrieben ist.

So sieht der Ausbildungsalltag aus

Der Alltag hängt vom Ausbildungsberuf und vom Betrieb ab. Ein typischer Ablauf in einer dualen Ausbildung besteht aus praktischer Arbeit im Betrieb, Unterricht in der Berufsschule und selbstständiger Prüfungsvorbereitung.

Im Betrieb übernehmen Auszubildende zunächst Aufgaben unter Anleitung. Mit wachsendem Wissen und Können steigt die Verantwortung. Zum Alltag gehören beispielsweise:

  • Arbeitsabläufe beobachten und ausprobieren,
  • Fachaufgaben unter Anleitung bearbeiten,
  • Kundinnen und Kunden betreuen,
  • Werkzeuge, Maschinen oder digitale Programme nutzen,
  • Arbeitsaufträge dokumentieren,
  • im Berufsschulunterricht Fachwissen vertiefen,
  • Lernkontrollen und Prüfungen vorbereiten.

Die Aufteilung zwischen Betrieb und Berufsschule ist je nach Ausbildungsberuf und Berufsschule unterschiedlich. Der Ausbildungsrahmenplan legt fest, welche Inhalte während der Ausbildung vermittelt werden.

Bei einer schulischen Ausbildung gehören häufig Unterricht, praktische Übungen, Projektarbeiten und Praktika zusammen. Die Praxis findet zum Beispiel in Unternehmen, Werkstätten, Praxen, Einrichtungen oder Behörden statt. Fragen Sie die Schule nach Stundenplan, Praxisphasen und Prüfungsform.

Anforderungen und Schulabschluss

Für viele duale Ausbildungsberufe gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschluss. Betriebe legen jedoch eigene Auswahlkriterien fest. Häufig achten sie auf:

  • Interesse am Beruf,
  • zuverlässiges und verantwortungsbewusstes Verhalten,
  • Lernbereitschaft,
  • Teamfähigkeit,
  • Kommunikationsfähigkeit,
  • passende Kenntnisse in wichtigen Schulfächern,
  • praktische Erfahrungen durch ein Praktikum,
  • körperliche oder gesundheitliche Voraussetzungen, wenn der Beruf dies erfordert.

Ein Haupt- oder Realschulabschluss reicht für viele duale Ausbildungen aus. Manche Betriebe erwarten einen höheren Abschluss oder bestimmte Noten. Maßgeblich sind die konkrete Stellenanzeige, das Berufsinformationsportal und das Auswahlverfahren des Betriebs.

Bei schulischen Ausbildungen gelten häufig genauere Vorgaben. Dazu können ein bestimmter Schulabschluss, Fachnoten, ein Praktikumsnachweis, ein Führungszeugnis, gesundheitliche Eignung oder ein Auswahlgespräch gehören. Die jeweilige Schule nennt die verbindlichen Voraussetzungen.

Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Eine Bewerbung enthält in vielen Fällen:

  • ein individuelles Anschreiben,
  • einen tabellarischen Lebenslauf,
  • das letzte Schulzeugnis,
  • weitere Zeugnisse oder Praktikumsnachweise,
  • Bescheinigungen über besondere Kenntnisse und Aktivitäten.

Passen Sie Anschreiben und Lebenslauf an den jeweiligen Betrieb an. Schreiben Sie konkret, warum Sie sich für den Beruf interessieren und welche Erfahrungen dazu passen. Ein Praktikum, ein Schulprojekt oder regelmäßige Tätigkeiten können zeigen, dass Sie sich bereits mit dem Beruf beschäftigt haben.

Je nach Betrieb erfolgt die Bewerbung:

  • über ein Online-Bewerbungsportal,
  • per E-Mail,
  • über eine Ausbildungsbörse,
  • per Post,
  • persönlich nach einem Gespräch auf einer Messe,
  • als Initiativbewerbung.

Lesen Sie die Stellenanzeige genau. Dort steht, welche Unterlagen verlangt werden und an wen die Bewerbung gerichtet ist. Nicht jeder Betrieb veröffentlicht alle Ausbildungsplätze auf derselben Plattform. Ein Anruf oder eine Initiativbewerbung kann deshalb sinnvoll sein.

Nach der Bewerbung folgen je nach Betrieb ein Vorstellungsgespräch, ein Einstellungstest, ein Auswahlverfahren, ein Gruppengespräch, ein Praktikum oder eine Probearbeit. Wenn nach etwa vier Wochen keine Rückmeldung eingegangen ist, können Sie höflich nach dem Bearbeitungsstand fragen.

Bewerbungsfristen richtig einschätzen

Eine einheitliche Frist für alle Ausbildungsberufe gibt es nicht. Der Beginn der Suche hängt vom Ausbildungsweg, vom Beruf und vom Betrieb ab.

Fristen bei dualen Ausbildungen

Viele größere Unternehmen suchen frühzeitig, teilweise bereits mehr als ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Banken, Versicherungen und Behörden veröffentlichen ihre Stellen ebenfalls häufig früh. Kleinere Betriebe schreiben Ausbildungsplätze teilweise später aus oder besetzen freie Plätze kurzfristig.

Beginnen Sie deshalb möglichst im letzten Schuljahr vor dem gewünschten Ausbildungsbeginn mit konkreten Bewerbungen. Prüfen Sie jede Stellenanzeige auf den angegebenen Bewerbungsschluss und bewerben Sie sich parallel bei mehreren passenden Betrieben.

Fristen bei schulischen Ausbildungen

Schulen haben eigene Bewerbungszeiträume. Bei vielen schulischen Ausbildungen liegt die Frist deutlich vor dem Ausbildungsbeginn. Teilweise müssen Bewerbungen etwa ein Jahr vorher eingehen. Manche Bildungsgänge verlangen zusätzlich ein Praktikum oder bestimmte Nachweise.

Fragen Sie die Schule frühzeitig nach:

  • Bewerbungsfrist,
  • erforderlichem Schulabschluss,
  • notwendigen Unterlagen,
  • Auswahlverfahren,
  • Praktikumsnachweisen,
  • Unterrichts- und Praxisphasen,
  • möglichen Kosten.

Wenn die Bewerbung spät beginnt

Auch eine späte Suche lohnt sich. Prüfen Sie freie Stellen in der Ausbildungssuche und bei den Kammern. Rufen Sie Betriebe in der Region direkt an, besuchen Sie Ausbildungsmessen und senden Sie passende Initiativbewerbungen.

Zusätzlich können Sie mit der Berufsberatung über diese Möglichkeiten sprechen:

  • verwandte Ausbildungsberufe,
  • weitere Ausbildungsregionen,
  • Einstiegsqualifizierung,
  • Berufsvorbereitung,
  • schulische Ausbildungswege,
  • Nachvermittlung freier Ausbildungsplätze.

Ein später Einstieg hängt vom freien Platz, vom Ausbildungsberuf und von den Möglichkeiten des Betriebs und der Berufsschule ab.

Drei typische Situationen

Noch kein Berufswunsch

Eine Schülerin weiß nach der 9. Klasse noch nicht, welche Ausbildung zu ihr passt. Sie kann zunächst einen Orientierungstest durchführen, die Ergebnisse mit der Berufsberatung besprechen und mehrere Berufsfelder auswählen. Anschließend helfen Berufsbeschreibungen und ein Praktikum bei der Entscheidung.

Wunschberuf, aber keine passende Stelle

Ein Jugendlicher interessiert sich für die Fachinformatik, findet in seiner Nähe jedoch keine passende Anzeige. Er kann den Suchradius erweitern, die IHK-Lehrstellenbörse prüfen, regionale IT-Betriebe direkt kontaktieren und verwandte Berufe vergleichen. Ein Praktikum kann den Einstieg erleichtern und zeigt, ob die Aufgaben den Erwartungen entsprechen.

Duales oder schulisches Modell?

Eine Bewerberin interessiert sich für Pflege oder Physiotherapie und vergleicht beide Ausbildungswege. Sie prüft Lernort, Praxisanteil, Unterrichtszeiten, Zugangsvoraussetzungen, Bewerbungsfristen und finanzielle Rahmenbedingungen. Gespräche mit einer Schule, einem Betrieb und der Berufsberatung helfen bei der Entscheidung.

Die nächsten Schritte

Gehen Sie am besten in dieser Reihenfolge vor:

  • Interessen, Stärken und gewünschte Arbeitsbedingungen notieren.
  • Einen Orientierungstest ausprobieren.
  • Berufsbeschreibungen und Zugangsvoraussetzungen prüfen.
  • Einen Termin bei der Berufsberatung vereinbaren.
  • Duales, schulisches oder anderes Ausbildungsmodell vergleichen.
  • Praktikum, Betriebserkundung oder Ausbildungstag organisieren.
  • Ausbildungsplätze bei der Bundesagentur, der zuständigen Kammer und bei Betrieben suchen.
  • Fristen und verlangte Unterlagen notieren.
  • Lebenslauf und Anschreiben vorbereiten.
  • Mehrere Bewerbungen versenden und dokumentieren.
  • Nach einigen Wochen den Bewerbungsstand erfragen.
  • Bei Absagen Alternativen mit der Berufsberatung besprechen.

Häufige Fragen

Wer ist die beste erste Anlaufstelle?

Für eine unabhängige erste Orientierung eignet sich die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit. Sie berät zu Berufen, Ausbildungsformen, freien Stellen, Bewerbungen und Unterstützungsangeboten. Auch die Schule kann den Kontakt herstellen.

Wo finde ich konkrete Ausbildungsplätze?

Geeignet sind die Ausbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit, die IHK-Lehrstellenbörse, regionale Angebote der Handwerkskammern und die Karriereseiten von Ausbildungsbetrieben. Ausbildungsmessen und direkte Anfragen bei Betrieben ergänzen die Suche.

Brauche ich für jede Ausbildung einen Realschulabschluss?

Nein. Für viele duale Ausbildungen reicht in der Praxis ein Hauptschulabschluss. Betriebe können jedoch eigene Anforderungen festlegen. Bei schulischen Ausbildungen gelten häufig besondere Zugangsvoraussetzungen.

Hilft ein Berufswahltest bei der Entscheidung?

Ein Test wie Check-U liefert Hinweise auf passende Berufsfelder. Die Ergebnisse ersetzen kein Beratungsgespräch, keine Berufsbeschreibung und kein Praktikum. Prüfen Sie zusätzlich die konkreten Anforderungen des gewünschten Berufs.

Wann sollte ich mich bewerben?

Das hängt vom Betrieb und vom Ausbildungsweg ab. Viele größere Unternehmen suchen frühzeitig. Bei schulischen Ausbildungen gelten häufig eigene Fristen, die deutlich vor dem Ausbildungsbeginn liegen. Beginnen Sie daher möglichst früh und prüfen Sie jede Ausschreibung einzeln.

Was mache ich, wenn ich keine Stelle finde?

Wenden Sie sich an die Berufsberatung, suchen Sie auch in Nachbarregionen, fragen Sie Betriebe direkt und prüfen Sie verwandte Berufe. Eine Einstiegsqualifizierung oder Berufsvorbereitung kann eine weitere Möglichkeit sein.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.