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Ausbildung beim Zoll: Aufgaben, Ablauf und Voraussetzungen

Die Ausbildung beim Zoll im mittleren Dienst dauert zwei Jahre und führt zur Berufsbezeichnung Finanzwirtin oder Finanzwirt. Sie beginnt jährlich am 1. September; die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober des Vorjahres. Voraussetzung ist mindestens ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung. Der Zoll ist eine Bundesbehörde. Er kontrolliert Waren, erhebt Steuern und fahndet. Die Ausbildung bereitet gezielt auf diese Aufgaben vor.

Der mittlere Dienst ist einer von mehreren Einstiegswegen beim Zoll.

Voraussetzungen für die Bewerbung

Für die Zulassung zur Ausbildung im mittleren Dienst genügt ein Realschulabschluss oder ein gleichwertig anerkannter Abschluss. Wer nur einen Hauptschulabschluss hat, kann sich ebenfalls bewerben, wenn zusätzlich eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Ausbildung vorliegt. Diese muss im Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) stehen und mindestens Niveau 3 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) erreichen. Der DQR ordnet Abschlüsse in acht Stufen ein; Niveau 3 entspricht einer abgeschlossenen zweijährigen Berufsausbildung.

Auch ausländische Schulabschlüsse können zur Zulassung führen. Dafür muss die Zeugnisanerkennungsstelle des jeweiligen Bundeslandes die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Realschulabschluss feststellen. Diese Prüfung dauert eine Weile. Stellen Sie den Antrag deshalb frühzeitig, am besten vor Beginn des Bewerbungszeitraums.

So läuft die Ausbildung ab

Die Ausbildung beginnt am 1. September. Die ersten Tage verbringen Sie im Hauptzollamt, danach folgt ein sechsmonatiger Einführungslehrgang an einer von fünf Ausbildungsstätten: Erfurt, Leipzig, Plessow, Rostock oder Sigmaringen. Dort lernen Sie in Klassen von etwa 25 Personen die rechtlichen Grundlagen für Ihre spätere Arbeit. Zum Unterricht gehört auch Arbeit im Freien.

Das lernen Sie in der Ausbildung

Der Unterricht deckt die Rechtsgebiete ab, die für die Zollarbeit zentral sind. Dazu gehören Vollzugsrecht (Regeln für Kontrollen und Zwangsmaßnahmen), Zolltarifrecht (Einordnung und Verzollung von Waren), Verbrauchsteuerrecht (Steuern auf Energie, Tabak und Alkohol), Strafrecht (Verfolgung von Schmuggel und Steuerhinterziehung), Vollstreckungsrecht (Beitreibung offener Forderungen) und Allgemeines Steuerrecht. Diese Fächer bereiten auf die späteren Aufgaben in Kontrolle, Abfertigung und Fahndung vor.

Was Sie nach der Ausbildung machen

Der Abschluss verleiht die Laufbahnbefähigung für den mittleren nichttechnischen Zolldienst. Damit führen Sie die Berufsbezeichnung Finanzwirtin oder Finanzwirt. Da die Ausbildung Vollzugsrecht, Zolltarifrecht und Strafrecht umfasst, sind Finanzwirtinnen und Finanzwirte sowohl im Büro als auch im Außendienst tätig. Kontrollen an Grenzen und auf Straßen, die Abfertigung von Waren und die Erhebung von Steuern gehören zum Alltag.

Welche Fähigkeiten zählen

Die Ausbildung verlangt vor allem, dass Sie sich in mehrere Rechtsgebiete einarbeiten. Wer sich für die Arbeit interessiert, sollte strukturiert lernen können und auch für Tätigkeiten im Freien geeignet sein. Bei Kontrollen und Fahndung haben Sie regelmäßig Kontakt mit Menschen. Deshalb ist ein sicheres Auftreten gegenüber Bürgerinnen und Bürgern hilfreich.

Vergütung und Rahmenbedingungen

Während der Ausbildung erhalten Anwärterinnen und Anwärter eine Besoldung. Sie ist vorläufig und steht unter dem Vorbehalt einer gesetzlichen Regelung; die genaue Höhe richtet sich nach der Rechtslage zum Ausbildungsbeginn.

Bewerbung und Fristen

Die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsstart am 1. September läuft bis zum 15. Oktober des Vorjahres. Wer sich informieren möchte, findet Termine für regionale Beratungsveranstaltungen beim jeweiligen Ausbildungshauptzollamt. Dort beantworten die Ausbilderinnen und Ausbilder Fragen zu Ablauf, Einsatzorten und Bewerbungsunterlagen direkt.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.