Ausbildung bei der Stadt: Berufe jenseits des Schreibtischs
Je nach Beruf arbeiten Sie bei einer Stadt im Freien, etwa in Parks oder auf Straßenbaustellen, sowie in Werkstätten, Kläranlagen und Bädern. Neben Verwaltungsfachangestellten bilden Kommunen in technischen und handwerklichen Berufen aus. Auch soziale und grüne Berufe gehören dazu. Welche Ausbildungsplätze es gibt, hängt vom Bedarf der Stadt ab.
Prüfen Sie bei jeder Stelle den Ausbildungsweg, die Voraussetzungen und die Bewerbungsfrist. Je nach Beruf findet die Ausbildung dual im Betrieb und in der Berufsschule statt. Andere Berufe führen über eine Fachschule oder eine Beamtenlaufbahn.
Welche Ausbildungsberufe bietet die Stadt?
In kommunalen Ausbildungsberufen pflegen Sie Parks und halten Straßen instand. Zu den Aufgaben gehören auch der Betrieb von Wasseranlagen und die Versorgung öffentlicher Einrichtungen. Das Angebot unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. Aachen wirbt beispielsweise mit 45 Ausbildungsberufen. Diese Zahl gilt für Aachen, nicht bundesweit.
| Arbeitsfeld | Beispiele für Ausbildungsberufe und Aufgaben |
|---|---|
| Grünflächen und Wald | Im Garten- und Landschaftsbau legen Sie Parks, Spielplätze oder Verkehrsgrün an und pflegen sie. Kommunen bilden außerdem etwa in der Friedhofsgärtnerei oder Forstwirtschaft aus. |
| Straßen und Verkehr | Straßenwärterinnen und Straßenwärter kontrollieren Verkehrswege und halten sie sicher. Straßenbauerinnen und Straßenbauer arbeiten am Bau und an der Instandhaltung von Straßen und Wegen. |
| Wasser und Umwelt | Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung überwachen Anlagen, nehmen Messungen vor und dokumentieren Abläufe. Andere Ausbildungsberufe befassen sich mit Rohrleitungsnetzen. |
| Bau und Technik | Je nach Stadt gehören Vermessung, Bauzeichnen, Elektronik sowie Fahrzeug- oder Baumaschinentechnik zum Angebot. In der Vermessung arbeiten Sie zum Beispiel mit Geländemessungen und Geodaten. |
| Kultur und soziale Einrichtungen | Kommunen bilden auch für Aufgaben in Bibliotheken, Archiven, Bädern, Küchen, Werkstätten und sozialen Einrichtungen aus. Hinzu kommen Ausbildungswege in IT und Erziehung. |
Diese Beispiele stehen unter anderem in den Ausbildungsangeboten von Augsburg, Köln und Gießen. Sie zeigen, welche Berufe Kommunen anbieten, aber nicht, welche Stellen Ihre Stadt gerade ausschreibt. Suchen Sie im Karriereportal Ihrer Kommune nach den konkreten Stellenbezeichnungen.
Wie sieht der Arbeitsalltag in praktischen Berufen aus?
Auch im Außendienst arbeiten Sie nicht den ganzen Tag draußen. Straßenwärterinnen und Straßenwärter erledigen handwerkliche Arbeiten und bedienen Maschinen und technische Geräte. Bei der Betreuung von Abwasseranlagen kontrollieren und warten Sie die Anlagen. Außerdem nehmen Sie Messungen vor und dokumentieren die Abläufe. Viele Ausbildungen umfassen auch Berufsschulunterricht.
Lesen Sie deshalb die Aufgabenbeschreibung vollständig. Achten Sie darauf, wie viel Zeit Sie im Freien, in einer Werkstatt oder an einer Anlage verbringen und welche Geräte Sie bedienen. Wenn die Ausschreibung das offenlässt, fragen Sie bei der Ausbildungsstelle nach einem typischen Arbeitstag oder einer Informationsveranstaltung.
Welche Ausbildungswege gibt es?
Bei einer dualen Berufsausbildung lernen Sie an zwei Orten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Beide stimmen ihre Lerninhalte aufeinander ab. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung dauern anerkannte duale Ausbildungen in der Regel zwei bis drei Jahre. Die genaue Dauer steht in der Ausschreibung und im Ausbildungsvertrag.
Daneben bieten Kommunen andere Wege an. Eine Beamtenlaufbahn beginnt mit einem Vorbereitungsdienst und hat eigene Voraussetzungen nach dem Beamtenrecht. Es gibt außerdem schulische oder praxisintegrierte Ausbildungen sowie duale Studiengänge. Bei einer praxisintegrierten Ausbildung wechseln sich Praxisphasen und Unterricht ab. Prüfen Sie daher, welche Ausbildungsform die Stadt für den gewünschten Beruf nennt: Davon hängen die Lernorte und die Dauer ab. Auch Status und Vergütung richten sich nach der Ausbildungsform.
Welcher Schulabschluss ist nötig?
Einen einheitlichen Schulabschluss für alle kommunalen Berufe gibt es nicht. Die Stadt Köln nennt für einzelne Ausbildungen einen Hauptschulabschluss der Klasse 9, für andere gewerblich-technische Berufe einen Hauptschulabschluss der Klasse 10 A oder die Fachoberschulreife. Diese Anforderungen gelten für die dort aufgeführten Stellen und lassen sich nicht automatisch auf andere Städte übertragen.
Prüfen Sie in der konkreten Ausschreibung, ob Ihr Abschluss passt und welche weiteren Voraussetzungen der Beruf nennt, etwa besondere gesundheitliche Anforderungen oder ein Auswahlverfahren. Für eine inklusive Fachpraktiker-Ausbildung nennt Köln zum Beispiel eine Eignungsfeststellung durch die Agentur für Arbeit. Solche Bedingungen gelten nur für das jeweilige Angebot.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?
Bei einer dualen Ausbildung erhalten Auszubildende in der Regel eine Vergütung. Kommunale Arbeitgeber nennen in ihren Ausschreibungen häufig eine Bezahlung nach Tarifvertrag. Prüfen Sie, welcher Tarifvertrag gilt, wie hoch die Vergütung in jedem Ausbildungsjahr ist und welche Zusatzleistungen es gibt. Ein Fahrtkostenzuschuss, ein Jobticket oder eine Jahressonderzahlung ist nicht automatisch bei jeder Stadt vorgesehen.
Für Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung gelten gesetzliche Mindestbeträge. Tariflich geregelte Ausbildungen sind davon ausgenommen. Die Mindestbeträge geben daher keine allgemeine Auskunft zur Vergütung kommunaler Auszubildender; maßgeblich ist die Vergütung in der konkreten Ausschreibung.
Wie bewerben Sie sich?
Suchen Sie auf der Karriereseite Ihrer Stadt nach Ausbildungsberufen und prüfen Sie, wann die Stelle beginnt. Notieren Sie die Bewerbungsfrist und welche Unterlagen Sie einreichen müssen. Fristen und Auswahlverfahren unterscheiden sich je nach Kommune und Beruf; eine bundesweite Bewerbungsfrist gibt es nicht.
Je nach Stelle gehören weitere Schritte zum Auswahlverfahren, zum Beispiel ein Eignungstest, ein Gespräch oder praktische Aufgaben. Für die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten verlangt Gießen beispielsweise einen Online-Test. Informieren Sie sich deshalb in der Ausschreibung, bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken, und fragen Sie bei offenen Punkten direkt bei der Ausbildungsstelle nach.