Categories
Allgemein

Ausbildung bei der Stadt: Berufe im Überblick

Städte und Gemeinden gehören zu den größten Ausbildern in Deutschland. Viele Bewerber denken bei der Stadt zuerst an den Verwaltungsfachangestellten. Das Angebot ist aber breiter: Kommunen bilden in der Verwaltung, in technischen Berufen, im Garten- und Landschaftsbau und in serviceorientierten Bereichen aus. Die Ausbildung ist tarifgebunden. Die Übernahmechancen sind in vielen Kommunen gut, und die Aufgaben sind abwechslungsreich, weil Sie direkt für die Bürgerinnen und Bürger arbeiten.

Der Verwaltungsfachangestellte

Der Verwaltungsfachangestellte ist der bekannteste Ausbildungsberuf bei Städten und Gemeinden. Die Ausbildung besteht aus praktischen Phasen in verschiedenen Ämtern und fachtheoretischen Abschnitten, oft an einer Verwaltungsschule. Auszubildende bei der Stadt Velbert durchlaufen zum Beispiel Bereiche wie Jugend, BürgerService und Finanzwesen und lernen so die Breite der Kommunalverwaltung kennen.

Die Zugangsvoraussetzungen sind nicht überall gleich. Bei der Stadt Velbert wird die Fachoberschulreife gewünscht, ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Gute Leistungen in Deutsch und Mathematik werden erwartet, denn beide Fächer sind in der täglichen Verwaltungsarbeit wichtig, etwa beim Verfassen von Bescheiden oder beim Rechnen mit Haushaltsmitteln.

Wer sich für die Verwaltung interessiert, sollte sich früh informieren: Bewerbungen sind in der Regel nur möglich, wenn die Stadt aktuell Ausbildungsplätze ausschreibt. Die Stellenangebote stehen auf den offiziellen Karriereseiten der jeweiligen Kommune. Die Bewerbungsfristen liegen oft ein Jahr vor Ausbildungsbeginn.

Technische Berufe im Bauhof und in den Stadtwerken

Neben der Verwaltung bilden viele Städte in technischen Berufen aus, häufig in Zusammenarbeit mit dem Bauhof oder den Stadtwerken. Typische Beispiele sind der Straßenwärter, der sich um Straßen, Brücken und Verkehrsschilder kümmert, sowie die Fachkraft für Abwassertechnik, die in Klärwerken und Kanalnetzen arbeitet. Auch der Vermessungstechniker gehört dazu, denn Städte brauchen genaue Daten über Grundstücke und Gebäude.

Wer eher mit Computern arbeitet, findet bei größeren Kommunen Ausbildungsplätze als Fachinformatiker, etwa in der Fachrichtung Systemintegration. Dort betreuen Sie die IT-Infrastruktur der Stadtverwaltung, von den Servern bis zur Ausstattung der Rathäuser. Diese Stellen sind begehrter und seltener als Verwaltungsplätze, weil sie eine eigene Abteilung brauchen.

Die technischen Berufe ähneln inhaltlich den Ausbildungen in der freien Wirtschaft. Sie unterscheiden sich aber im Arbeitsumfeld: Sie arbeiten für die öffentliche Infrastruktur, haben geregelte Arbeitszeiten und oft eine hohe Jobsicherheit. Voraussetzung ist in der Regel ein guter Hauptschul- oder Realschulabschluss, je nach Beruf auch das Abitur.

Grüne Berufe in Parks, Gärtnereien und Forstbetrieben

Viele Städte unterhalten eigene Grünflächenämter, Friedhöfe und Baumschulen und bilden dort Gärtnerinnen und Gärtner aus. Die Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau ist die bekannteste, aber es gibt auch Spezialisierungen wie Zierpflanzenbau oder Friedhofsgärtnerei. Die Arbeit findet ganzjährig im Freien statt. Sie umfasst das Pflanzen, Pflegen und Gestalten von öffentlichen Anlagen.

In Kommunen mit eigenem Forstbetrieb kommen Berufe wie Forstwirt oder Fachkraft Agrarservice dazu. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie listet für den Bereich Landwirtschaft und Gartenbau unter anderem die Ausbildungsberufe Gärtner, Forstwirt, Landwirt und Fachkraft Agrarservice auf. Diese Berufe gibt es nicht nur bei Städten, aber kommunale Forstämter und Grünflächenbetriebe gehören zu den regelmäßigen Ausbildern.

Ein Vorteil der grünen Berufe bei der Stadt ist die Vielfalt der Einsatzorte. Sie arbeiten mal im Stadtpark, mal auf dem Friedhof, mal an einer Straßenbaustelle. Wer körperliche Arbeit im Freien schätzt und keine Angst vor Wetter hat, findet hier eine solide Ausbildung mit guten Übernahmechancen. Grünflächen müssen auch in finanziell schwierigen Zeiten gepflegt werden.

Serviceberufe mit direktem Bürgerkontakt

Nicht jeder Ausbildungsberuf bei der Stadt ist klassische Büroarbeit. Es gibt mehrere serviceorientierte Berufe, bei denen der direkte Kontakt zu den Menschen im Mittelpunkt steht. Dazu gehört die Hauswirtschafterin. Sie arbeitet in kommunalen Einrichtungen wie Kindergärten, Seniorenheimen oder Tagungshäusern und ist dort für Verpflegung und Hausorganisation zuständig.

Auch der Fachangestellte für Bäderbetriebe gehört in diese Kategorie, denn viele Städte betreiben eigene Schwimmbäder und bilden dort das Personal selbst aus. Die Ausbildung umfasst Technik, Sicherheit und Aufsicht sowie den Umgang mit den Badegästen. In Bibliotheken und Archiven gibt es zudem Ausbildungsplätze als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste. Sie verwalten Bestände und beraten Besucher.

Diese Berufe haben gemeinsam, dass sie Kommunikation und Verlässlichkeit verlangen. Wer gern mit Menschen arbeitet und eine praktische Tätigkeit sucht, die nicht am Schreibtisch stattfindet, sollte sich diese Richtung genauer ansehen. Die Ausbildungsplätze sind oft weniger überlaufen als die in der Verwaltung, weil sie weniger bekannt sind.

So finden Sie den passenden Ausbildungsplatz

Der erste Schritt ist die eigene Interessenlage. Wollen Sie im Büro arbeiten, draußen, an Maschinen oder mit Menschen? Danach lohnt der Blick auf die Karriereseiten der Städte und Gemeinden in Ihrer Umgebung. Dort stehen die aktuell ausgeschriebenen Ausbildungsplätze. Nur für diese können Sie sich bewerben. Eine Bewerbung auf Verdacht, ohne ausgeschriebene Stelle, hat bei den meisten Kommunen keinen Erfolg.

Beachten Sie die Fristen. Sie liegen oft ein Jahr im Voraus. Für die Verwaltungsberufe zählen gute Noten in Deutsch und Mathematik. Für technische und grüne Berufe sind handwerkliches Geschick und praktische Erfahrung hilfreich, etwa durch Praktika oder Nebenjobs. Viele Städte bieten außerdem Schnuppertage und Praktika an. Damit können Sie den Berufsalltag vor der Bewerbung kennenlernen.

Julia Kuhn

Statt mich zu fragen: „Was will ich machen?“ habe ich überlegt „Was will ich auf keinen Fall machen?“ Ich wollte einfach einen Beruf, in dem ich mich freue, zur Arbeit zu gehen. Dieses Ziel habe ich erreicht. Um anderen bei der Entscheidung für einen Beruf zu helfen, habe ich biknetz.de gegründet.