Weiterbildung was

Fortbildung was

Weiterbildung: Jetzt muss endlich etwas gehen - aber wohin? "Wer etwas verändern will, sollte sich zunächst Gedanken darüber machen, ob die Weiterbildung ihm fachlich oder menschlich helfen soll", sagt die Wirtschaftspsychologin Irene Campi. Aus diffuser Unbefriedigung entscheidet man sich laut Campi oft für Weiterbildung und geht dann unbedacht vor. Ganz konkret: Wer bei der Arbeit nicht zufrieden ist, wird durch das Flötenspiel nichts verändern.

Der Entschluss zur beruflichen oder persönlichen Weiterentwicklung bestimmt daher die erste Grundausrichtung, um eine geeignete und vor allem zufriedenstellende Weiterbildung zu erwirken. Die Übergänge von einem erfüllten Freizeitbeschäftigung zur beruflichen Weiterbildung sind fließend. "Wer am Arbeitplatz Fortschritte machen will, sollte seine Ausbildung so nahe wie möglich an seinem Ursprungsberuf im Sinne der Fachrichtung fortsetzen", sagt die Arbeitsmedizin.

Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik BFS nahm 2009 in der Schweiz nahezu jede zweite Persönlichkeit zwischen 25 und 64 Jahren an der Weiterbildung teil - Männer etwas öfter (51,3 Prozent) als Frauen (47,5 Prozent).

Zehn Kugeln, zehn Kugeln, zehn Antworten: Fortbildung - Was Mitarbeiter wissen sollten!

1 ) Habe ich ein Recht auf Weiterbildung durch meinen Auftraggeber? Nein, das Recht gewährt einem Beschäftigten kein Grundrecht auf Weiterbildung. Dieses Recht kann einem Beschäftigten nur durch einen korrespondierenden Kollektivvertrag, einen Betriebsvertrag oder einen Einzelarbeitsvertrag eingeräumt werden. 2 ) Habe ich ein Recht auf Bildungskarenz? Dies sind Tage, an denen der Dienstgeber seinen Arbeitnehmern für die Weiterbildung zahlt.

Die meisten Länder haben neben dem regulären Ferienanspruch in den meisten Fällen auch fünf Tage im Jahr oder zehn Tage Bildungskarenz alle zwei Jahre. Hinweis: Der Auftraggeber muss die Weiterbildungskosten während des Bildungsurlaubs nicht tragen. 3 ) Muss mich der Auftraggeber auch für eine Weiterbildung freistellen, die nicht als Bildungskarenz gilt?

Nein. Ein solcher Schaden kann sich nur aus einem Kollektivvertrag, einem Betriebsvertrag oder einem individuellen Anstellungsvertrag ergaben. Ein genereller Urlaubsanspruch zur Weiterbildung besteht nicht. Gleiches trifft auf Arbeitnehmer zu, die regelmässig am Wochende tätig sind und an einem Wochenend-Kurs teilgenommen haben. 4 ) Kann mein Vorgesetzter mich bitten, einen Weiterbildungsvertrag abzuschließen?

Darüber müssen sich die Beteiligten im Vorfeld geeinigt haben und der Beschäftigte für die Dauer der Weiterbildung aus dem Arbeitsverhältnis entlassen worden sein. Vielfach ist die vom Auftraggeber geforderte vertragliche Verpflichtung jedoch zu lang und die getroffene Regelung daher wirkungslos, vor allem, wenn der Auftraggeber eine Schulung in voller Höhe finanziert hat, sein Angestellter dafür aber seinen Ferienaufenthalt opfert hat.

Anmerkung: Wenn es keine Einigung zwischen dem Auftraggeber und dem Beschäftigten gibt, kann der Beschäftigte ohne Angst vor Rückzahlungsansprüchen zu jeder Zeit kündigen. In diesem Fall ist es nicht möglich, die Kündigung vorzunehmen. 5 ) Ist es empfehlenswert, einen Ausbildungsvertrag mit meinem Auftraggeber zu schließen? Ein Arbeitsvertrag kann für den Beschäftigten Sinn machen, wenn die Bewilligung einer länger und teurer werdenden Weiterbildung eine wesentliche Bedingung dafür ist, dass er überhaupt bei seinem Auftraggeber bleib.

Ein solcher Arbeitsvertrag kommt an sich aber vor allem dem Auftraggeber zugute: Er kann z.B. erklären, dass der Arbeitnehmer die Weiterbildungskosten zu erstatten hat, wenn er vor dem Ende einer festgelegten Laufzeit gekündigt hat. Für ein Untenehmen ist es mehr als lästig, wenn ein Arbeitnehmer, in den er viel Zeit und Geldmittel in die Weiterbildung gesteckt hat, kurz darauf austritt.

Folgende drei Aspekte sind in einem solchen Arbeitsvertrag wichtig: Zum einen die Summe der Ausbildungskosten, die der Arbeitnehmer bei einer Kündigung vorzeitig zu erstatten hat, zum anderen die exakten Rückzahlungsmodalitäten. 6 ) Kann ich meinen Auftraggeber um Weiterbildung bitten, z.B. wenn ich einen neuen Job annehmen soll?

Nein, darauf haben wir keinen Anrecht. Die Arbeitgeberin ist nicht dazu angehalten, gewisse Schulungen zu bezahlen oder den Mitarbeiter von dieser Verpflichtung zu befreien. Dies trifft auch zu, wenn der Mitarbeiter neue Tätigkeiten übernimmt und es tatsächlich Sinn macht, sich vorab weiterzubilden: Mitarbeiter und Unternehmer haben einen korrespondierenden Kollektivvertrag geschlossen oder es gibt eine betriebliche Vereinbarung, die einen solchen beinhaltet.

7 ) Kann mein Boss mich dazu bringen, meine Ausbildung fortzusetzen? Der Arbeitnehmer ist in der Regelfall zunächst nur zur Erbringung der im Anstellungsvertrag festgelegten Dienstleistung angehalten. Der Auftraggeber kann jedoch im Zuge seines so genannten Weisungsrechts die Teilnahme an gewissen Weiterbildungsmaßnahmen einfordern. Dazu gehören vor allem Weiterbildungsmaßnahmen, die für die Arbeitnehmer unerlässlich sind, um ihre vertraglichen Verpflichtungen auch in Zukunft erfüllen zu können.

Allerdings muss sich der Angestellte nicht über den aus seinem Arbeitsvertrag resultierenden Betrag hinaus oder auf andere Weise qualifizieren. In diesem Fall ist es nicht erforderlich, dass der Angestellte einen höheren oder einen anderen Betrag erhält. Kann der Auftraggeber den Zeitrahmen für die formale Ausbildung festsetzen? Prinzipiell kann der Auftraggeber auch den Zeitrahmen der Weiterbildung mitbestimmen. Findet der Lehrgang außerhalb der normalen Arbeitszeiten statt, kann der Beschäftigte ablehnen, wenn dies zu einer Überschreitung der Grenzwerte des Arbeitsstundengesetzes führen würde.

9 ) Kann der Auftraggeber mich bitten, auf eigene Rechnung weiterzubilden? Erst wenn der Auftraggeber die anfallenden Aufwendungen trägt, kann der Mitarbeiter zur Weiterbildung gezwungen werden. Aber auch wenn der Leiter die Schulung bezahlt, kann es vorkommen, dass der Mitarbeiter nicht zur Mitarbeit herangezogen werden muss.

Wenn z. B. die geplante Weiterbildung nicht in einem sachlichen Zusammenhang mit seinen tatsächlichen Aufgaben steht, kann der Arbeitnehmer ablehnen. 10 ) Kann mich der Auftraggeber, wenn ich nur in einem Teilzeitverhältnis oder auf Zeit beschäftigt bin, von der Weiterbildung ausnehmen? Gemäß dem Gesetz über Teilzeitbeschäftigung und befristete Arbeitsverhältnisse müssen die Unternehmer sicherstellen, dass befristete oder teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer an Fortbildungsmaßnahmen teilhaben können - es sei denn, es liegen zwingende betriebsspezifische Ursachen dagegen vor.

Der Gesetzgeber schreibt jedoch nicht vor, dass der Auftraggeber prinzipiell Fortbildungsmöglichkeiten aufbaut. Der Auftraggeber ist daher nicht verpflichtet, solche Ereignisse aufzuführen. Befristete und Teilzeitbeschäftigte haben nach dem Recht nur dann das Recht auf gleiche Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen, wenn solche Maßnahmen allgemein geboten werden.

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