Umschulung Arbeitsamt

Umstieg im Arbeitsamt

Arbeitsämter überschreiten die Grenze für Umschulungen Die Behoerde lehnte kurz vor Ausbildungsbeginn die Finanzierung von der Firma ab. Tatsächlich will sie nicht auf der Schlafcouch in ihrer Gruna-Wohnung zu Haus sein. Tatsächlich wollte die 29-Jährige in Radebeul in einer Praxis arbeiten und ihre Lehre als Arzthelferin schon lange anstreben. Damit meinte sie das Arbeitsämter Dresden.

Dann wird sie am kommenden Freitag, den 3. Mai, eine Nachschulung erhalten. Ein so genanntes Integrationsvertrag wird von Karen Siebert unterzeichnet. Sie will den Einzug nach Dresden im Frühjahr dieses Jahrs für einen Neustart nutzbar machen - auch weil die Arbeiten im Camp für eine kleine Dame zu mühsam sind. "â??Ich kann keine 20 Kilogramm Lasten tragenâ??, sagt Karen Siebert.

Aufgrund ihres großen Wunsches nach einem Berufswechsel fragt sie bei der Staatsärztekammer nach offenen Stellen, führt ein Interview in einer Arztpraxis in Radebeul durch und unterzeichnet dort am späten Vormittag des Jahres - eine Jahrgangs nach dem regelmäßigen Ausbildungsbeginn - einen Lehrvertrag. Vermisst wird die Signatur des Arbeitslosenamtes.

Aber das wird sie nie haben. Darin ist zu erkennen, dass die Agentur für Arbeit während der beruflichen Neuorientierung nur dann weiterhin Arbeitslosenunterstützung zahlt, wenn sie auf zwei Dritteln der regulären Ausbildungszeit reduziert werden kann. Für Kaiserslautern würde das bedeuten, dass sie in zwei statt in drei Jahren bereit sein müsse.

Allerdings lässt die Staatsärztekammer nur eine Reduzierung der Ausbildungsdauer um sechs Monaten auf 30 zu. Deshalb nahm die Medizinerin aus Radebeul, mit der Kenneth Siebert ihre Lehre aufnehmen wollte, die Agentur für Arbeit auf. Die Agentur für Arbeit werde nur zwei Jahre lang eine Berufsausbildung bezahlen müssen, das dritte, das sie eingestellt hätte. Allerdings bezieht sich die Agentur für Arbeit auf den Entwurf und weist die Umqualifizierung für die Person von Frau Siebert zurück.

Grit Winkler, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit, macht die Bundesärztekammer für das Elend von Kaiserslautern verantwortlich. "â??Die LÃ?nderÃ?rztekammer hat mit den rechtlichen Vorgaben zu tunâ??, sagt sie. Allerdings kann die Ärztekammer die Fortbildung nur dann auf zwei Jahre kürzen, wenn die ärztliche Fortbildung bereits abgeschlossen ist. Aber das tat sie nicht.

So hat sie befürchtet, dass sie bis zum Monat April keinen neuen Job bekommt. Danach beendet sie ihr Arbeitsentgelt und schlüpft in Hartz VII.

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