Systemisches Coaching Handbuch

Handbuch für systemisches Coaching

Manuelles systemisches Coaching Die erste Ausgabe des "Handbuch Systems Organisationsberatung" wurde 1993 vom renommierten und erfolgreich emittenten Paar veröffentlicht, jetzt ist auch das "Handbuch Systemisches Coaching" erschienen. Die Autorinnen und Autoren erklären im Voraus, dass das Werk aus dem Zusammenhang ihres eigenen Coaching-Trainings hervorgegangen ist. Sie basiert auf mehr als dreißig Jahren Berufserfahrung im Coaching von Managern, Projektmanagern, Mitarbeitenden und Spezialisten.

Weil 1979 in diesem Land nicht von Coaching die Rede war, macht Sie diese Äußerung misstrauisch. Die Autorinnen und Autoren verweisen im Vorfeld des "Handbuch Systemsische Organisationsberatung" (2008) auf ihre eigenen Erfahrungswerte in diversen Change-Projekten der vergangenen 20 Jahre und auf die Trainingskurse in der systemischen Unternehmensberatung in den vergangenen 25 Jahren. Ab wann also haben die Autorinnen und Autoren ihre Arbeit konkret als Coaching bezeichnet, stellt sich der aufmerksame Betrachter an dieser Position als Fragestellung?

Coaching ist zum Schlagwort geworden, so die Autorinnen und Autoren des ersten Kapitels der Zeitschrift Koenig & Volmer. Mit anderen Worten: Ist Coaching nach Ansicht der Autorinnen und Autoren eine Unter- und Sonderform der Unternehmensberatung? Nach außen hin weisen die beiden Manuale einen sehr unterschiedlichen Anwendungsbereich auf: 541 bis 266 P. Allerdings unterscheidet das erste Kapital "Systemisches Coaching - was ist das?" nicht zwischen inhaltlicher Unternehmensberatung und Coaching.

In ihrem Verweis auf unspezifische Begriffsbestimmungen (Gallwey/Whitmore und Peterson/Hicks) sagen die Autorinnen nur: "Coaching ist eine ganz spezielle Form des Gesprächs, nicht jedes Konversation ist Coaching". Daher muss der Lektor diese Fragestellung selbst klären, was Werkstätten oder den Methodenkomplex von hybriden Veränderungsarchitekturen vom Coaching abhebt. Aber bevor der Gedanke erweckt wird, dass dieses Werk von minderwertiger Qualität ist, muss man beachten, dass es sich hier um ein solides Handbuch handelt, das vor allem für Praktiker eine nützliche Hilfestellung sein kann.

In dem einführenden ersten Abschnitt wird nun das "systemische" aufleuchten. Die Übersicht über die Systemtheorie reicht von Bertalanffy und Hall/Fagen über die Biosystemtheorie von Frederic Wester bis hin zur Soziosystemtheorie (Niklas Luhmann) und endet mit der "persönlichen Systemtheorie nach Gregory Batesons Tradition".

All dies erfolgt in kurzer und prägnanter Form, auch im Vergleich zur "Handbuch Organisationsberatung", und hätte mehr Platz gebraucht. Bei der Formulierung, dass "systemisches Coaching nicht nur die Betrachtung des Einzelnen, sondern auch des Sozialsystems bedeutet", mag dies eine wahre Behauptung sein, die der zweiten ähnelt, dass systemisches "über den eigenen Horizont hinausschauen" heißt, aber es ist auch eine, die viel differenzierter hätte spezifiziert werden können.

Inwiefern das an anderer Stelle besser funktionieren wird, zum Beispiel mit Sonja Rotatz, die vom "gemeinsamen Tanzen von Coach und Kunde" redet, liegt an der Frage. Zumindest drückt sich Rotatz detailliert über die Einstellung des Coaches aus, ein Teil, den wir im diskutierten Handbuch nicht haben. Mit diesem klaren und unspektakulären Phasenzeichen werden wir durch alle nachfolgenden Abschnitte geführt.

Im vierten Abschnitt wird ein Überblick über das Sozialsystem gegeben: Stakeholder-Analyse und Systemdarstellung dienen dazu, die Menschen des Sozialsystems zu erkennen. Dabei werden auch Systemkontexte und -grenzen sowie die Dimensionen der Zeit sichtbar. Das fünfte Kapital beschäftigt sich dann mit diagnostischen Verfahren im Kontext von Coachingprozessen: Diese Aussagen verweisen stark auf die naturwissenschaftliche Methode (Bortz/Döring) und können daher als klassische Aussagen bezeichnet werden.

Dabei kommt der spezifische Systemansatz mit seinem typischen theoretischen und multi-perspektivischen Rahmen bedauerlicherweise kaum ins Spiel. Außerdem wird die Einsicht, dass Diagnose wie ein Eingriff ist, dass Informationen "den entscheidenden Beitrag leisten" (Bateson), kaum konsequent und damit systemgestützt eingesetzt. Das sechste Kapital befasst sich mit Coaching-Themen wie Transformation, Leadership, Strategie oder Self-Management.

Im Anschluss daran wird der eigentliche Prozess im Coachingprozess durchlaufen - wiederum ausgerichtet am Stufenmodell. Das Coaching in vielschichtigen Lebenssituationen konzentriert sich auf das siebente Kapital und verweist damit zunächst auf Triadenkonstellationen. So werden Coaching und Vermittlung kongruent. Teamcoaching und Kollegialcoaching befassen sich nun mit verschiedenen Variationen. Die Funktionsweise des Konzepts "Leader als Coach" (Kapitel 8 ) oder das Erreichen seiner Begrenzungen wird näher erläutert und in einem Ablaufdiagramm dargestellt.

Coaching-Toolvolumen (Aufrauhung) - sind im Handbuch nicht enthalten.

Mehr zum Thema