Studium nach Berufsausbildung

Nach der Berufsausbildung studieren

Trainingskosten: Wenn Studienkosten unbestritten einkommensbezogene Kosten sind. Ausgaben für einen Erstabschluss nach dem Abi und für eine Berufsausbildung außerhalb eines Ausbildungsverhältnisses sind nur bis zu einer Obergrenze von 6.000 EUR als Nebenkosten abzugsfähig ( § 10 Abs. 1 Nr. 7 und § 9 Abs.

6 EStG). Andernfalls sind die Ausgaben in unbeschränkter Höhe als einkommensbezogene Ausgaben oder als im Voraus angefallene einkommensbezogene Ausgaben - oder als Betriebskosten bei Selbständigen, z.B. bei Berufsbildungsmaßnahmen nach Beendigung der Grundausbildung oder des Studiums, für ein zweites Studium oder Umqualifizierung, abzugsfähig.

Gleiches trifft auf die berufliche Erstausbildung im Zuge eines Ausbildungsverhältnisses zu (Lehre, Referendariat, duales Studium), da die Ausbildungsbeihilfe ist. Die Kosten des Studiums sind in den nachfolgenden Faellen unbestritten in unbeschraenkter Hoehe als einkommensbezogene Aufwendungen abzugsfaehig: Erstabschluss nach Abschluss der Berufsausbildung, z.B. Studium nach einer Ausbildung (BFH-Urteil vom 18. Juni 2009, HStBl. /2010 II S. 816).

Studienabschluss im Zuge eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses, z.B. mit Führungs- und Berufsangehörigen der Wehrmacht oder im Zuge einer doppelten Berufsausbildung (duales Studium). Zweiter Abschluss nach einem absolvierten ersten Abschluss. Sofern das Studium einen ausreichend sicheren Bezug zu zukünftigen Einkünften aus der gewünschten Erwerbstätigkeit hat und nicht aus rein privaten Interessen abgeschlossen wird.

Hochschulstudium nach Beendigung eines Studiums an einer Fachhochschule oder eines Studiums an einer Lehrerbildungsakademie oder Kunstakademie. Wenn zwei oder mehr Lehrveranstaltungen gleichzeitig gestartet und zu verschiedenen Zeitpunkten absolviert werden, wird das zweite Lehrveranstaltung nach Beendigung des ersten Lehrveranstaltung als zweites Lehrveranstaltung betrachtet, so dass die Kosten ab diesem Zeitpunkt als einkommensbezogene Ausgaben angerechnet werden.

Das erste juristische Examen wird als ein Studienabschluss angesehen, der die Studierenden für einen Beruf qualifiziert und ihnen die berufliche Befähigung für einen berufsvorbereitenden Dienst beibringt. Nach dem ersten juristischen Examen können daher die Kosten für das Rechtsreferendariat von Rechtsanwälten und angehenden Lehrern auf unbestimmte Zeit als einkommensbezogene Ausgaben abgezogen werden. Der Bachelor- oder Bachelorabschluss wird ebenfalls als beruflicher Qualifikationsnachweis eines ersten Abschlusses angesehen. Bei einem anschließenden Studium handelt es sich um einen zweiten Ausbildungsgang, so dass diese Kosten in unbeschränkter Höhe anrechenbar sind.

Das gilt vor allem für einen Masterstudiengang, da er nicht ohne Bachelor- oder sonstigen Abschluß begonnen werden kann. Für einen MBA mit dem Titel "Master of Business Administration" ist in der Regel ein Universitätsabschluss erforderlich. Dies ist somit ein zweiter Studiengang, so dass der volle Betrag der Ausgaben als einkommensbezogene Ausgaben abgezogen werden kann.

Nach erfolgreichem Bestehen des ersten Staatsexamens in Rechtswissenschaften schließen Rechtsanwälte zeitweise ein zusätzliches Studium zum "Master of Laws" (LL. M. Grad) an einer Auslandsuniversität ab. Die diesbezüglichen Kosten sind als einkommensbezogene Kosten voll abzugsfähig, sofern sie professionell anfallen. Das Doktoratsstudium wird in der Regel nach Beendigung eines ersten Abschlusses abgeschlossen.

Deshalb sind die Ausgaben dafür in unbeschränkter Weise als einkommensbezogene Ausgaben abzugsfähig, sofern ein beruflicher Bezug besteht. Als einkommensbezogene Ausgaben gelten auch dann die Promotionskosten, wenn sie im Einzelnen ohne vorherige berufliche Qualifikation erfolgen. Anmerkung: Bei einem Studienwechsel ohne Studienabschluss des ersten Studienganges, z.B. von der Rechtswissenschaft zur Humanmedizin, ist der erste Studiengang kein abgeschlossener Studiengang.

Infolgedessen handelt es sich bei dem neuen Kurs nicht um einen zweiten Abschluss und die Kosten dafür sind nur als Sonderkosten abzugsfähig.

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