Steuern Ausbildung Weiterbildung

Besteuerung Ausbildung Weiterbildung Weiterbildung

Zur Frage: Ich möchte meinen Beruf wechseln und eine zweijährige Ausbildung an einer Fachhochschule beginnen, eine Weiterbildung zum Betriebswirt, Finanzbuchhalter oder Steuerfachwirt kann ich mir vorstellen. Im Prinzip werden sie effektiv für die Weiterbildung eingesetzt.

Trainingskosten/Fortbildungskosten

Berufsbildung ist gegeben, wenn der Steuerzahler eine Ausbildung für einen künftigen (ersten oder neuen) Betrieb in einem ordnungsgemäßen Ausbildungsverlauf durchläuft. Dazu gehört auch die Ausbildung in einem Handwerks-, Handels-, technischen oder naturwissenschaftlichen Fach. Grundlegendes Ziel der beruflichen Bildung ist es, Wissen und Fähigkeiten für einen späteren Berufsweg zu vermitteln.

Die Ausgaben für den Schulbesuch sind Ausgaben für das private Leben und können daher nicht von den jeweiligen Einkommensarten abzugsfähig sein. Gleiches trifft zu, wenn eine solche Qualifikation, z.B. das Abi, nach Beendigung der Ausbildung erworben wird. Diese Ausgaben können als Sonderaufwendungen vom Gesamtertrag abgesetzt werden.

Wenn ein Arbeitsverhältnis zum Zweck der Ausbildung vorliegt, sind die im Rahmen der Ausbildung anfallenden Kosten als einkommensbezogene Kosten selbstbehaltlich. Berufsbildungskosten bestehen, wenn die fachlichen Fähigkeiten und Fähigkeiten des Steuerzahlers aufrechterhalten, ausgebaut oder an die veränderten Gegebenheiten angepaßt werden sollen. Geht einer Ausbildung eine absolvierte berufliche Erstausbildung oder ein abgeschlossener erster Abschluss (Weiterbildung) voraus, so sind die durch die Weiterbildung verursachten Kosten Betriebskosten oder einkommensbezogene Kosten, wenn ein ausreichend konkretes, objektivierbares Verhältnis zu einem später inländischen zu versteuernden Einkommen aus der vorgesehenen Berufstätigkeit vorliegt.

Als berufliche Erstausbildung gilt die Ausbildung, wenn ihr keine andere abgeschlossene berufliche Ausbildung oder ein anderer berufsqualifizierender Hochschulabschluss vorangestellt ist. Wenn ein Steuerzahler ohne korrespondierende Ausbildung in einem Berufe aktiv wird und anschließend die damit verbundene berufliche Ausbildung durchführt (anschließende Berufsausbildung), ist dies eine berufliche Erstausbildung. Der Studiengang im Sinne von § 1 Hochschulrahmengesetz ist ein Studiengang an einer Universität.

Die Untersuchungen können auch als Fernstudium absolviert werden. Anerkennungspunkte für Studium und Prüfung an Auslandshochschulen, die zum Besitz eines nach 20 HRG in Verbindung mit dem Recht des Staates, in dem der Studieninhaber seinen Wohn- oder Gewohnheitsort hat, anerkannten Bildungsabschlusses im Ausland berechtigt, sowie Lern- und Prüfungspunkte, die von Angehörigen eines Mitgliedstaates der EU oder von Vertragsstaaten des EWR oder der Schweiz an Hochschullehrstühlen dieser Länder erworben werden, werden wie inländische Lern- und Prüfungspunkte nach diesen Prinzipien behandelt.

Die Steuerzahler müssen nachweisen, dass sie zur Verwaltung des Abschlusses berechtigt sind. Als Grundlage für den Ausgleich von Studien- und Prüfungsleistungen dienen die in der Literaturdatenbank "anabin" (www.anabin. de) der Zentrale für Auslandsbildung im Secretariat der Kulturministerkonferenz gelisteten Gutachten. Im Falle eines Studiengangswechsels ohne Studienabschluss, z.B. von der Rechtswissenschaft zur Humanmedizin, gilt das zunächst begonnene juristische Studium nicht als beendet.

Im Falle einer Studienunterbrechung ohne Berufsabschluss und deren anschließender Fortsetzung ist der auf die Studienunterbrechung folgende Teil des Studiums kein weiterer Studiengang. Darin wird unter anderem präzisiert, dass die Kosten für einen ersten Studienabschluss nach einer absolvierten außeruniversitären Ausbildung angerechnet werden können (Anwendung der Rechtsprechung des BFH u.a. nach dem Beschluss vom 18. Juni 2009 - VI R 14/07).

Bei beiden Verfahren - Pilotausbildung und (medizinisches) Studium unmittelbar nach dem Abi - wurden die Weiterbildungskosten durch die anschließende berufliche Tätigkeit der Antragsteller ausreichend spezifisch verursacht, so dass sie als erwartete einkommensbezogene Ausgaben zu veranschlagen waren. Als Trainingskosten sind folgende Ausgaben abzugsfähig: Schul-, Studien-, Kurs-, Veranstaltungs- und Prüfungskosten, Ausgaben für Lehrmaterial, Sachbücher, Druck- und Nachahmungskosten.

Reisekosten können dann nur noch für Reisen zwischen Haus und Ausbildungsplatz im Zusammenhang mit der für Reisen zwischen Haus und Arbeitsplatz gültigen Fallpauschale (0,30 EUR pro Kilometer), für externe Unterkunft und Mahlzeiten (BFH, 20.03.1992 - VI R 40/89, HStBl II 1992, 1033) angerechnet werden. Steuerbefreite Zuwendungen, die zur direkten Weiterbildungsförderung (z.B. nach BAföG) bewilligt werden, reduzieren die absetzbaren Sonderkosten oder gelten nur für die Aufwandsermittlung.

Erst bei der Bezahlung der Studiengebühr für ein erstes Studienfach, die erst nach Abschluss des Studiengangs anfällt oder deren Fälligkeitsdatum aufgrund einer Rechtsvorschrift auf die Zeit nach Abschluss des Studiengangs verlagert wird (= nachträgliche Studiengebühren), fallen erst bei der Auszahlung aus steuerlichen Gründen an und können daher nur im Zahlungszeitraum der eigentlichen Auszahlung als Sonderausgabe in Abzug gebracht werden.

Dabei können im Jahr der Abgrenzung mangels zu versteuernden Einkommens aufgrund eines Verlustvortrages von der Gesamtsumme der Erträge in Folgejahren keine Auswirkungen haben.

Spätere Studienbeiträge sind im Jahr der effektiven Auszahlung steuerlich absetzbar.

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