Sozial Medizinische Berufe

Arbeitsmedizinische Berufe

Aktionsradius ">Aktionsradius[Bearbeitung | < Quelltext bearbeiten] Soziale Medizin bezeichnet und untersucht die vielschichtigen Interaktionen zwischen Mensch und Tier, ihren Gefahren und Schutzfaktoren auf der einen Seite und Sozialfakten auf der anderen Seite aus etiologischer, vorbeugender, rehabilitierender, fachlicher, rechtlicher und ökonomischer Sicht. Es beschäftigt sich naturwissenschaftlich und praxisnah mit dem gesundheitlichen Zustand der Menschen und ihren Einflussfaktoren, der Gestaltung der Gesundheitsversorgung, der Sozialversicherung und den gesundheitspolitischen Einflussfaktoren sowie den Auswirkungen und Aufwendungen der Medizin.

Laut Thehl, Gebäauer und GRONNER ist die soziale Gesundheitsmedizin nicht nur ein Querschnittsthema der Humanmedizin, sondern auch ein "Brückenfach zu anderen Fachgebieten - vor allem des Sozialrechts, der Sozialsoziologie, der Sozialarbeit, der Sozialwissenschaften, der Sozialpsychologie, der Statistik und der Gesundheitsökonomie"[1]. So werden beispielsweise in der gesellschaftsmedizinischen Erforschung die durch das soziale Umfeld verursachten Krankheitsursachen und Behinderungen sowie das Zusammenspiel zwischen der sozialen Lage (Sozialstruktur) und der Ge undheit analysiert.

Die Fortentwicklung von Gesundheitsorganisationen und Sozialversicherungsträgern ist ebenfalls ein wichtiger Bereich der sozialmedizinischen Forschung. Die als Sozialmediziner mit dem Zusatztitel Sozialmediziner arbeitende Fachärztin verfasst ihre Fachgutachten im Spannungsfeld zwischen den teils gerechtfertigten (bei Behinderung), teils ungerechtfertigten (Rentenantrag ohne ausreichende Krankheit) Belangen des Einzelnen auf der einen Seite und den Belangen der Solidarität (d.h. der Beitragenden) auf der anderen Seite.

Dazu muss er nicht nur über fundierte medizinische Fachkenntnisse (6-jähriges ärztliches Studium, 5-jährige Facharztausbildung, sozialmedizinische Zusatzausbildung) zur Feststellung des Ausmaßes der krankheitsbedingten Beeinträchtigung, sondern auch über ausreichende Kenntnis der Rechtslage und der aktuellen Rechtssprechung (sozialmedizinische Zusatzausbildung) aufkommen. Zu den typischen sozialmedizinisch zu untersuchenden Fragen gehören z.B. Angaben über das Maß und die voraussichtliche Zeitdauer einer Erwerbsunfähigkeit, über das positive und negative Leistungsvermögen (z.B. nur 3 bis 6 Arbeitsstunden pro Tag, max. 5 kg Hebe- oder Tragekraft, keine Aktivitäten in Zwangslagen wie Hocken), über Beschränkungen der Beschäftigungsfähigkeit, über den Pflegebedarf oder über die Vorraussetzungen zur Erkennung einer schweren Erwerbsunfähigkeit.

Fachärztinnen und -ärzte mit sozialmedizinischer Zusatzqualifikation (siehe Weiterbildung) sind in der Regel beim MDK / MDS, der GKV, dem Arbeitsmedizinischen Service der Knappschaft, den Pensionskassen oder in Reha-Einrichtungen beschäftigt. In der Medizin zählt die sozialmedizinische Forschung zum Bereich der Ökologie im Bereich der klinisch orientierten Studien. zählen zum Bereich der umweltfreundlichen Materialien: Arbeits- und sozialmedizinische Medizin, Hygienefragen, Gerichtsmedizin. Auch in den Lehrveranstaltungen Sozialarbeit, Gesundheitswesen und Management sowie Sozialökonomie wird Soziales unterwiesen.

Von der Medizinsoziologie zu unterscheiden ist die 1848 vom Chirurgen Jules René Guérin[2] geprägte Bezeichnung für soziale Sicherheit, die medizinische Maßnahmen und gesundheitliches Verhalten in einem sozialen Kontext berücksichtigt. Diesen Unterscheid brachte Robert Straus auf die Formel: "Soziologie der Medizin" = Medizinsoziologie und "Soziologie in der Medizin" = soziale Gesundheit.

In dieser Differenzierung einer medizinischen Bildsoziologie im Sinn einer sich dem " Gegenstand " der Mediziner von aussen nähernden Naturwissenschaft hebt er ihre " organisatorischen Strukturen, Rollenverhältnisse, Wertesysteme, Gewohnheiten und Wirkungsweisen der Mediziner als ein Verhaltenssystem " hervor. Das aktuell recht umstrittene Zusammenwirken von etablierter Arbeitsmedizin und Medizinalsoziologie kann nur als Aufgabenstellung von fallbezogenen konkreten Streitigkeiten angesehen werden und bleibt daher der künftigen wissenschaftlich-systematischen Weiterentwicklung vorenthalten.

4 Die Zielsetzung der Medizinsoziologie stimmt also zum Teil mit der Naturwissenschaftssoziologie überein, vgl. dazu das Kapitel "Kritik an der Sozialmedizin". Laut Klemperer[5] lassen sich die Fachgebiete Soziale Medizin, Gesundheitswesen und Gesundheitswissenschaften nicht eindeutig abgrenzen. Mit der DGSMP (Deutsche Vereinigung für Arbeitsmedizin und Prävention), einer Mitgliedergesellschaft der AWMF (Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften), sieht sich die DGSMP in Deutschland als die Wissenschaftsgesellschaft für Fragen der Arbeitsmedizin.

Auch in den Sozialversicherungssystemen selbst gibt es wiss. Diese werden vom Bundesverband der Sozialversicherungsträger (BSD) abgestimmt. So ist zum Beispiel in den Niederlanden die soziale Medizin ein Oberbegriff, der sich auf die Bereiche Arbeits-, Versicherungs- und Gemeinwesenmedizin erstreckt. So müssen z. B. Versicherungsmediziner der UWV (Niederländische Sozialversicherung) eine eigene 4-jährige Fachausbildung absolvieren.

Demgegenüber ist der Sozialarzt in Österreich ausschließlich in der Naturwissenschaft aktiv und hat mehr Zeit, die Aktivität eines Masters of Public Health (MPH) zu erlernen. Die von den Kranken- und Pflegeversicherungsträgern initiierte und vom Ärztlichen Versorgungsdienst der Krankenkasse durchgeführte sozial-medizinische Bewertung nach dem Sozialversicherungsgesetz ist Teil des öffentlichen Rechts, so dass die Schutzbestimmungen der Europ.

Auch unter dem Gesichtspunkt der Interpretationsmacht wird die aktuelle Praktik der gesellschaftsmedizinischen Bewertung kritisiert. Amerikanisch-Soziol. Rev. 22 (1957) p. 200-204, quoted here p. 203. Johannes Siegrist: Lehrenbuch der medizinisch sozial. Rainer G. Diehl, Erika Gebauer, Alfred E. Groner: Cursbuch Socialmedizin - Lehrbuch zum Lehrplan der Eingliederungskammer.

Kap. 1.1. 3 Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Bereichen Soziales und Rehabilitation.

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