Recht auf Weiterbildung im Beruf

Weiterbildungsrecht

Transitions verstärkt die Förderung der beruflichen Bildung. Neue Technologien oder neue Anforderungen verändern den Arbeitsalltag. Dein Recht auf den Job: Keine Verpflichtung zur Weiterbildung

Weiterbildung ist eine wichtige Grundlage für eine langfristig orientierte Laufbahn. Von wem werden die anfallenden Ausgaben und ein Erziehungsurlaub für eine Studienreise nach Spanien übernommen? Die Arbeitsrechtlerin Katharina Schumann zeigt den lernbereiten Mitarbeitern auf. Bei vielen Berufsgruppen verändern sich die Ansprüche an das Know-how der Mitarbeitenden in einem Tempo, das es erschwert, immer am Puls der Zeit zu sein und vorne "mitzufahren".

Im Rahmen der Untersuchung "Deutscher Weiterbildungsatlas" der Benediktiner der Benediktiner der Bertelsmann Stiftungen sind die Bundesbürger im Schnitt recht träge beim Lernen. Lediglich 13,5 Prozentpunkte der 25-Jährigen und Älteren nehmen zumindest einmal im Jahr an regelmäßigen Weiterbildungsmaßnahmen teil. WÃ?hrend im emslÃ??ndischen Raum bei Aachen nur sechs Prozentpunkte die Möglichkeit haben oder schon im hohen Lebensalter zur Schule gehen wollen, sind die Mitarbeiter in der WÃ?rzburger Raumregion lernbereiter.

Dreimal mehr (19 Prozent) nutzen hier Fortbildungsmaßnahmen. Dabei wurde auch noch etwas deutlich: Bei den gering Qualifizierten gibt es wesentlich weniger Weiterbildung im Arbeitsleben (6,7 Prozent) als bei Mitarbeitern mit Ausbildung oder Hochschulabschluss (22,5 Prozent). Planen Sie, in diesem Jahr etwas für Ihre Weiterbildung zu tun? Aber wie ist die arbeitsrechtliche Situation in Bezug auf die Weiterbildung?

Besteht eine Weiterbildungsverpflichtung? Musst du deine freie Zeit aufgeben und wer übernimmt die Auslagen? Sehr geehrte Kollegin Schumann, ist die Weiterbildung überhaupt obligatorisch? "Nein, der Auftraggeber ist prinzipiell nicht zur Weiterbildung angehalten und kann diese auch nicht auffordern. Im Übrigen: Wenn der Auftraggeber seit Jahren Weiterbildung durchführt, kann ein Schadensfall möglicherweise aus einer so genannten Betriebsübung resultieren.

"Also sind auch die Mitarbeiter nicht dazu gezwungen, eine gebotene Weiterbildung in Anspruch zu nehmen? "Das ist nicht grundlegend, aber es gibt Ausnahmefälle. Bei einigen Fachgruppen, wie Fachanwälten, Betriebsärzten oder Sicherheitsfachkräften, gibt es eine rechtliche Verpflichtung zur Weiterbildung. Selbst wenn eine Weiterbildung erforderlich ist, um die vertragsgemäße Arbeit weiterzuführen, kann der Auftraggeber eine Beteiligung veranlassen.

Reicht das Fachwissen und die Kompetenz des Mitarbeiters eines Tag nicht mehr aus, um seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen, wird ihm letztendlich die Entlassung angedroht, wenn er die bisher angebotenen Trainingsmaßnahmen nicht in Anspruch genommen hat. "Müssen die Mitarbeiter die Weiterbildungskosten selbst tragen? "â??Auch hier spielt die Einigung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer eine entscheidende Rolle.

Im Falle einer ehrenamtlichen Weiterbildung ist der Auftraggeber in der Regel nicht zur Kostenübernahme verpflichte. Häufig ist jedoch bereits eine vertragliche Vereinbarung getroffen, dass der Auftraggeber die anfallenden Aufwendungen trägt und den Mitarbeiter während der Ausbildung von der Arbeitszeit befreit, wenn er weiterhin eine Vergütung erhält. Bestellt der Auftraggeber die Ausbildung, so hat er diese zu zahlen und auch die Reise- und Aufenthaltskosten zu erstatten.

"Kann Weiterbildung auch eine sinnvolle Ergänzung zu Gehaltserhöhungen sein? "Selbst wenn der Auftraggeber die Weiterbildungskosten trägt, ist dies nicht immer ein rechtlicher Gehalt, zumindest wenn er im übergeordneten Interessen des Auftraggebers liegt. In jedem Falle kann eine erfolgreiche Ausbildung jedoch ein gutes Beispiel für eine Lohnerhöhung in einer Lohnverhandlung mit dem Auftraggeber sein.

Sind dem Auftraggeber (hohe) Weiterbildungskosten entstanden und hat sich der Beschäftigte durch die Weiterbildungsteilnahme einen nicht unbeträchtlichen Berufsvorteil verschafft, werden bei einer frühzeitigen Kündigung des Anstellungsverhältnisses oft Tilgungsklauseln getroffen. Dies ermöglicht es dem Auftraggeber, den Beschäftigten für einen bestimmten Zeitraum zu halten. So ist beispielsweise für einen Kurs von bis zu einem Kalendermonat eine halbjährliche Verpflichtung sinnvoll, während für eine drei- bis viermonatige Weiterbildung in der Regelfall eine 2-jährige Verpflichtungsperiode möglich ist.

Allerdings ist die Effektivität von Tilgungsklauseln durch die Judikative an strenge Bedingungen geknüpft. Der Auftraggeber muss den Mitarbeiter vor Ausbildungsbeginn deutlich und eindeutig über alle Konsequenzen informieren und die Einigung darf keinen Raum für eine Beurteilung lassen. Auch ist der Mitarbeiter nur dann zur Rückerstattung angehalten, wenn der Kündigungsgrund allein in seinem Verantwortungsbereich liegen sollte.

"Wo sollen die Mitarbeitenden die Zeit für Schulungen finden? "Er kann mit dem Auftraggeber verhandeln, ob und inwieweit der Beschäftigte von der Weiterbildungspflicht befreit ist und ob die Vergütung für diese Befreiung weiterhin gezahlt wird. Darüber hinaus ist es den Mitarbeitern möglich, ihre Arbeitszeiten zu verkürzen und sich in der gewonnenen Zeit weiterzubilden - ohne Lohnfortzahlung.

Inwieweit der Mitarbeiter dann nach Abschluss der Ausbildung das Recht hat, in eine Vollzeitbeschäftigung zurückzukehren, ist zu verhandel. "Viele, aber nicht alle Länder haben ein Bildungsurlaubsgesetz verabschiedet, das den Mitarbeitern das Recht auf Bildungskarenz gewährt, vor allem für die politische und berufliche Weiterbildung. In den meisten Fällen räumen sie dem Mitarbeiter jedoch eine bestimmte Zahl von bezahlter Arbeitstage in dem Jahr ein, in dem der Dienstgeber ihn zum Zwecke der Weiterbildung von der Beschäftigung freizustellen hat."

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