Kaiserslautern Arbeitsamt

Arbeitsamt Kaiserslautern

In Kaiserslautern und Umgebung machen wir Ihre Veranstaltung zu einem Erlebnis. Die erste Arbeitsagentur der Pfalz Vor 120 Jahren wurde dort geschrieben: "Die kommunale Arbeitsbescheinigung wird am zweiten 9. Juni im Haus, Kanalstraße 1, vor allem am Stiftsplatz, geöffnet und zielt auf die unbezahlte Vermittlungsbemühungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aller Größen...

." Mit diesen Wörtern verkündete Oberbürgermeister Theodor Orth eine völlig neue Institution, damals noch Arbeitsbescheinigung, später Arbeitsamt in Kaiserslautern nannte.

Nur wenige Tage später konnte das erste Arbeitsamt der Pfalz bei Speyer seine Vermittlungsarbeit beginnen. Dort wurde der Eckpfeiler einer langfristigen Weiterentwicklung gesetzt, die zu zahlreichen organisatorischen Änderungen und Neuerungen führte und sich - nach einer wechselvollen Historie - auf die heutige Arbeitsagentur und das heutige Arbeitsamt auswirkt. Mit der Industrialisierungsdynamik in der zweiten Jahreshälfte des neunzehnten Jahrhundert, dem regelmäßigen Auf und Ab in den Wirtschaftsphasen und dem immer wieder auftretenden Problem der hohen Arbeitslosenquote wurden städtische Massnahmen zur Schaffung einer wirksamen Arbeitsplatzvermittlung zwingend erforderlich.

Privatplatzierungen, die es bereits gab, genügten nicht - im Gegenteil: Arbeitssuchende mussten oft für ihre Arbeitsvermittlung viel ausgeben. Damit ging der Gemeinderat Kaiserslautern einen neuen Weg: Eine Arbeitsvermittlungsstelle wurde von der Stadtverwaltung errichtet, unterstützt und finanziert, und die Stadtverwaltung wurde auf einen Gremium bestehend aus Stadtvertretern, Arbeitgebern und Mitarbeitern umgestellt.

Erst nach und nach begann die städtische Arbeitsverwaltung, und obwohl die Anzahl der erfolgreichen Stellenvermittlungen von Jahr zu Jahr zunahm, hat sich die Bereitschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Zusammenarbeit zu Beginn sehr langsam entwickelt. Die Unternehmer stützten sich nicht nur auf die Arbeitsbescheinigung der Stadt, sondern informierten sich auch zeitgleich über Anzeigen oder gewerbliche Mittler. Weiteres Problem: Trotz der erfolgreichen Platzierung haben weder Arbeitsuchende noch Unternehmer oft Feedback an das Arbeitsvermittlungsamt gegeben, so dass es nicht möglich war, die erfolgreiche Platzierung vollständig zu erfasssen.

Nach und nach wurde das Arbeitsamt in Lauter zu einer unentbehrlichen Einrichtung. Der Platzmangel und der für einen geschäftsführenden Gesellschafter kaum zu überschauende Arbeitsaufwand erschwerten zunächst die weitere Entwicklung, aber dann ging es unerbittlich voran. Im Jahr 1902 wurde der Wartebereich erweitert und - wie damals üblich in einen separaten Eingangsbereich für arbeitsuchende Mütter umgebaut, die erst 1914 eine eigene Vermittlungsstelle aufbauten.

Spaetestens mit der Gestaltung des Arbeitslosengeldes als Hauptaufgabe neben der Vermittlung von Arbeitsplätzen nach dem Ersten Weltkrieg war das kommunale Arbeitsamt unabdingbar geworden. Bei der Inflationshöhe im Nov. 1923 mussten knapp 23.000 Menschen, also 40 Pro- zent der Gesamtbevölkerung, vom Arbeitsamt in Kaiserslautern betreut werden, das inzwischen zum Kreisarbeitsamt ausgebaut worden war.

Außer Kaiserslautern gehörten auch die Landkreise Otterberg, Landstuhl, Wolffstein, Luterecken und Waldmöhr zu seiner Hoheitsgewalt. In den 1920er Jahren wurde als dritte Stütze der Kaiserslauterner Arbeitsadministration die berufliche Beratung in engem Zusammenhang mit der Lehrlingsvermittlung etabliert. Diese Funktion hat der bekannte Schülerrat Michael Kesselring in Teilzeit übernommen, der von der für die MÃ??dchen verantwortlichen Erzieherin Emily Knapp unterstÃ?tzt wurde.

Die Gründung der Friedrichsanstalt für Arbeitssicherheit und Arbeitsversicherung, der späten Ludwigshafener Landeshauptstadt und der heute als Sitz der Landesarbeitsanstalt, das Arbeitsamt in Kaiserslautern konnte bereits auf eine mehr als 30-jährige Firmengeschichte blicken. Der Nazionalismus beendete die demographische Entwicklung der Arbeiterverwaltung; ihre Aufgaben bestanden nun in der Zentralkontrolle der Tätigkeit für das Totalitarismus.

Überraschend rasch nach dem Einsturz 1945 wurden wieder Arbeitsagenturen gegründet, auch in Kaiserslautern. Zwischen 1951 und 1989 befand sich das Arbeitsamt am Standort des Altenhofs, aber durch das Beschäftigungsförderungsgesetz und die Reform des Kindergeldes stieg die Zahl der Mitarbeiter und die Nachfrage nach Platz weiter an. Der wichtigste Wendepunkt in der jüngsten Geschichte war sicher die Neuorientierung der Arbeitsadministration durch die so genannten Wartz-Gesetze.

Aus dem Arbeitsamt in Lauter wurde die Beschäftigungsagentur und 2012 wurde sie mit der Beschäftigungsagentur in Pirmasens fusioniert. In der 120-jährigen Firmengeschichte des Arbeitsamtes Lauter wird klar, dass Arbeits- und Ausbildungsplatz, Arbeitslosigkeitsversicherung und Karriereberatung bis heute das Hauptgeschäft sind. Der Grundsatz der Eigenverantwortung hat sich durchgesetzt, und der Verwaltungsrat besteht nun aus 15 Personen mit je fünf Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und dem Öffentlichen Sektor.

Für die BA im großen Stil wird voraussichtlich die Lauter-Arbeitsbehörde im kleinen Stil gelten: Dr. Reinhard Krämer ist Referent für wissenschaftliche Tätigkeiten bei der Arbeitsagentur. Einen ausführlichen Artikel des Verfassers über die Entstehung der Arbeitsstätte Lauter findet man im vorliegenden Kaiserslauterner Jahresbuch für Pfalzgeschichte und Folklore Ausgabe 13/14/15 (2013-2015).

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