Ikea Ludwigsburg

Die Ludwigsburger Ikea

20-jähriges Bestehen von Ikea Ludwigsburg: Die Autohäuser demonstrieren, die Kundschaft kommt noch - Kreis Ludwigsburg Vor zwei Jahrzehnten eröffnete Ikea seinen Sitz in Ludwigsburg. Und an diesem Tag brach in der Tammerfelder City die Patsche aus - und davor: Der Widerstand gegen das Möbelladen war laut. Die erste Kundin an diesem Tag kaufte zehn Ablagen. Weil sich vor Ikea im Dammelfeld an diesem geschichtsträchtigen Tag im Mittsommer 1998 bereits sehr früh am Morgen die ersten Schlange gebildet haben.

In der Verkehrsstation wurde darauf aufmerksam gemacht, dass bei Ludwigsburg-Nord mit Handicaps zu rechnen ist. Wenn Ikea schließlich um acht Uhr eröffnete, waren innerhalb weniger Augenblicke 3000 Gäste im Hause. Wie es an diesem Morgen im Industriegebiet Ludwigsburg geschah, war die Frage, was heute passiert, wenn ein neues Apple Geschäft aufmacht.

Es ist 20 Jahre her, dass Ikea nach Ludwigsburg kam. Es ist kaum denkbar, dass Ikea in Ludwigsburg einst hart bekämpft wurde. Die Angst vor dem Möbelgiganten auf der Grünfläche ist in den aus dieser Zeit erhaltenen Unterlagen noch erkennbar. Der 83-jährige Klaus Hoffmann war Fraktionssprecher der vier Mitglieder der Grünen und bezeichnete die Planungen für das Reichstagsgebäude als "völlig falsch geplant" und "durchaus abenteuerlustig".

Für das Gebiet in Ludwigsburg-Nord wurde ein ganzer Gewerbegebiet angelegt. Das Automobilunternehmen Porsche, das dort sein Ersatzteilelager und Distributionszentrum betreibt, wollte sein Betriebsgelände umstrukturieren - und veräußerte daher einen großen Teil seiner Fläche. Die 66 dieser neuen qm sollten von Baumärkten, Gartencentern und anderen Fachmärkten genutzt werden - und als Herzstück mit 15 qm von Ikea.

Die Architektin Klaus Hoffmann, die als Baurechtlerin für die Landeshauptstadt Stuttgart tätig war, verlangt einen Planungsstop. Für eine Bürgertagung sammelt er Signaturen, die - idealerweise - zu einem Stimmungsumschwung im Gemeindevorstand beitragen sollten. "â??Ich hatte das GefÃ?hl, dass das, was auf der SchnellstraÃ?e geschehen sollte, eine Tragödie warâ??, sagt Klaus Hoffmann, der noch nie zuvor etwas von Ikea gekauft hat.

An der Spitze stehen die Leipziger Gruenen, aber nicht allein. Am Ende änderten alle Proteste nichts: Im Juni 1996 gab die Stadtratsmehrheit der Stadt Ludwigsburg grünes Licht. Für die Verabschiedung des Protestes gab es keine Einwände. Bereits im Monatsmai 1997 begann Ikea mit dem Bau in Dammertal. Wenn die einen froh sind, dass der Ort mit einem Schild versehen wird, beschweren sich andere über die Verwüstung der inneren Städte.

Dies war nicht nur bei Ikea der Fall, sondern auch, als das Schwarze Land nach Tarnfeld umzog und seitdem an jeder Debatte über die Erweiterung beteiligt ist. Es kann nicht gesagt werden, dass die Marktteilnehmer auf der Grünfläche keine Konsequenzen gehabt hätten. Doch auch die Leipziger City ist nicht verlassen, im Gegenteil. Einerseits ist sie nicht verlassen. "â??Man muss immer wieder gegensteuernâ??, sagt Klaus Hoffmann heute, fÃ?r den es immer noch sehr ungemein wertvoll ist, die Menschen zum Denken zu anregen.

Beispielsweise in Gestalt einer Elektrotankstelle, wie sie Ikea auf seinem Betriebsgelände errichtete. Anlässlich seines zwanzigsten Geburtstages hat sich Ikea eine neue Ausstellung für Möbel gewidmet. Auf dem Weg durch das Obergeschoss wird jeder Betrachter in dieser Ausstellung an Modellräumen vorbeigeführt. Besonders ähnlich sind die neugestalteten Showrooms in Ludwigsburg den Räumen vieler Menschen in der Stadt.

So werden die höhenverstellbaren Tische zehnmal so oft verkauft, weil sie besser dargestellt werden, sagt Annette Wallner, Vizepräsidentin in Ludwigsburg. Am kommenden Montagmorgen wird die neue Messe eingeweiht, die auch ein Zeichen dafür ist, wie sich Ikea auf die kommenden Jahre vorbereitet. - Ich komme an einem Giganten wie Ikea nicht vorbei.

Mit Hilfe der neugestalteten Möbelmesse soll die Zahl jedoch um zwei oder drei Prozentpunkte gesteigert werden - und dann der Ort unter den 53 Haushalten landesweit auf den achten Position. Das ist Ludwigsburg, aber es geht um die Ikeafamilie. Der Expansionsleiter von Ikea Deutschland kündigte im vergangenen Jahr an, dass in Zukunft keine Standardmärkte mehr entstehen werden - vor allem nicht auf der Grünfläche.

Die beiden geplanten Vorhaben wurden bereits eingestellt, Ikeain schaut die Zeit in den Innerstädten. Vielleicht wird Klaus Hoffmann doch noch einen Ikea eintragen.

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