Gut Bezahlte Berufe Frauen

Bestens bezahlte Berufe Frauen

Zu den gut bezahlten Jobs ohne Studium zählt der Beruf. "Die Frauen engagieren sich ehrenamtlich für niedrig bezahlte Jobs."

"Gute Karrieremöglichkeiten, ein gutes Gehalt: Frauen und Männern beginnen ihre Karriere mit den gleichen Absichten. Katrin Auspurg, Soziologin an der LMU, fragt, warum Frauen im Schnitt noch weniger Geld verdienen bei gleichzeitiger Kürzung ihrer Gehälter. BSZ: Sehr geehrte Kollegin Auspurg, Sie untersuchen die Diskriminierungen, einschließlich des so genannten geschlechtsspezifischen Lohngefälles, nach dem Frauen weniger Geld verdienen im Vergleich zu Männern - warum das?

Die Stundenlöhne von Frauen in Deutschland sind 23 Prozentpunkte geringer als die von Männer, während sie bei vergleichbaren Berufen etwa zehn bis zwölf Prozentpunkte tiefer liegen. Teilweise ist die Kluft durch unterschiedliche Qualifikationen, Berufserfahrungen und Berufswünsche zu begründen. Dazu gehören vor allem in den USA Überstundenvergütungen, die seit der Jahrhundertwende im IT-Sektor mit überdurchschnittlichem Niveau angesiedelt sind und vorwiegend von männlichen Mitarbeitern getragen werden.

AUSPURG: Im Allgemeinen gibt es nur wenige Differenzen zwischen Mann und Frau, besonders wenn sie Single sind: Beiden geht es um ein höheres Einkommen, gute Berufsaussichten, eine Festanstellung und kürzestmögliche Wegezeiten. Doch Frauen, die partnerschaftlich miteinander verbunden sind und bereits weniger Geld als ihre Ehemänner einnehmen, zeigen, dass ihnen Teilzeitarbeit mehr bedeutet, dass sie weniger Bereitschaft zur Überstundenarbeit haben und dass sie sich mehr für Kinderbetreuungsangebote begeistern.

Im Gegenzug sind sie zu Gehaltskürzungen angehalten. Dies deutet darauf hin, dass Frauen nicht per se ein geringeres Einkommen wollen, sondern dass Beschränkungen wie die Begrenzung der Kinderbetreuung bestimmen, wie viel Beschäftigung überhaupt möglich ist und welche Lohnunterschiede es gibt. BSZ: In einer anderen Untersuchung haben Sie festgestellt, dass, obwohl alle für gleiches Entgelt sind, Frauen ein geringeres Entgelt immer noch als gerecht betrachten, wenn sie nach einem bestimmten Arbeitsplatz befragt werden.

AUSPURG: In dieser Untersuchung haben wir geprüft, ob die gleichen Löhne für Frauen und Frauen als gerecht eingestuft wurden. Den Testpersonen haben wir mehrere Fallstudien von Scheinselbständigen vorgestellt und sie aufgefordert, das Entgelt für eine bestimmte Stelle in zehn Berufsgruppen zu evaluieren. Wir haben wieder unterschiedliche Eigenschaften wie z. B. berufliche Erfahrung und Vorbildung.

Wurde die Arbeit von Frauen erledigt, wurde das ausgewiesene Lohn als zu hoch und für Männer als zu gering erachtet. BSZ: Warum ist das so? AUSPURG: Wir gingen davon aus, dass es auf statistische Diskriminierungen zurückzuführen ist, d.h. dass Frauen weniger Arbeitserfahrung haben und daher ein niedrigeres Einkommen erhalten.

Obwohl beide die gleiche Qualifizierung hatten, wurde ein geringeres Einkommen als angemessen für Frauen erachtet. Somit gibt es offenbar ein Lohngefälle, das als angemessen empfunden wird und zwischen acht und zehn Prozentpunkten liegen und in etwa dem tatsächlichen Geschlechtergefälle in ähnlichen Berufen entsprechen. AUSPURG: Es gibt einige Hinweise darauf, dass es sich um bewusstlose Beurteilungen handelt.

Nahezu alle Teilnehmer, insbesondere Frauen, sagten zu Studienbeginn, dass Gender keine wichtige Funktion bei der Entlohnung spielen sollte. Im wirklichen Unternehmen kommen wir oft aus dem Umfang der Vergütung zur Performance, so dass wir davon ausgehen, dass ein Lohn bereits berechtigt ist. Dies wird auch dadurch gestützt, dass in unserer Untersuchung vor allem diejenigen, die in ihrem eigenen Arbeitsumfeld, z.B. im Führungspersonal, große Lohnunterschiede aufweisen, ein niedrigeres Einkommen für Frauen als gerecht betrachten.

AUSPURG: Ich nehme an, lieber nicht, denn auch die tatsächlichen Lohndifferenzen in Deutschland sind seitdem konstant geblieben. AUSPURG: In Österreich und Deutschland sind mittlerweile gesetzliche Regelungen zur Lohnfortzahlung erlassen worden, aber die Reform ist noch recht neu, man muss noch ein wenig warten, bis man zuverlässige Auswertungen durchlaufen kann. Nach unseren Erkenntnissen wären zusätzliche Vorbilder erforderlich, d.h. Frauen in gut bezahlten, verantwortungsbewussten Berufen.

Untersuchungsergebnisse aus den USA belegen, dass die pharmazeutische Industrie dort sehr gut umstrukturiert werden konnte und dass die Lohnverluste in der Teilzeitarbeit gesunken sind, von denen vor allem Frauen profitieren dürfte. AUSPURG: Frauen scheint sich auf freiwilliger Basis für schlecht bezahlte Arbeit zu entschließen. Die Resultate belegen, dass es die Rahmenbedingung ist, warum Frauen gewillt sind, weniger zu erwirtschaften.

Im Allgemeinen haben sie sehr ähnlich gelagerte Einstellungen wie männliche Personen. Offensichtlich geht es mehr um das Zeitbudget, dass sie Gehaltsverluste für Teilzeitarbeitsplätze akzeptieren. Aber wenn es die Chance gibt, mit flexibler Arbeitszeit ein höheres Gehalt zu erreichen, gab es in unserer Untersuchung kaum Differenzen zwischen Mann und Frau. In diesem Fall ist das Fraueneinkommen ebenso bedeutsam wie das der MÄnner.

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