Fluglotse Zürich

Flugverkehrsleiter Zürich

Informieren Sie sich über die Profile der FlugverkehrsleiterInnen bei Skyguide, Stellenangebote und Gehälter. Warum ein Züricher Fluglotse vor Gericht steht, obwohl niemandem etwas passiert ist? Für einen skyguide-Mitarbeiter, dem eine Beinahekollision am Zürcher Airport zur Last gelegt wird, verlangt die Generalstaatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von 14 Jahren. An einem heissen Sommermittag nimmt der Fluglotse am Dienstag, den 21. Mai 2012, seinen Job im Turm des ZHF an.

Die Piloten des Linienfluges melden den Zwischenfall später, eine Ermittlung wird eingeleitet.

Dies ist das zweite Mal, dass die Strafverfolgung Strafanzeige gegen einen Flugsicherungsleiter erstattet, obwohl bei den Zwischenfällen niemandem etwas passiert ist. Zu dieser Zeit wurde ein Pilot beschuldigt, der zwei Geräten beim Überqueren von Startbahnen gleichzeitig die Startgenehmigung gab. Kernstück beider Prozesse ist die Fragestellung, was zur Verfügung stehen muss, damit ein Fluglotse bei fahrlässiger Verletzung strafrechtlich verfolgt werden kann.

Mit Wirkung vom 21. April 2012 war der Pilote des Sportflugzeuges während eines Trainingsfluges auf den Airport zugeflogen. Gemeinsam mit einem Fluglehrer übte er visuelle Annäherungen mit Berühren und Starten auf mehreren Start- und Landebahnen - so genannte Berührungsmanöver. Der Pilote des Sportkreuzers erkundigte sich kurz vor dem Unfall beim Flugverkehrsleiter, ob er zur Start- und Landebahn 16 fliegen kann.

Etwas mehr als eine halben Stunde später gab der Fluglotse auch dem Lotsen der Saab 2000 der Darwin Airline mit 15 Fluggästen die Genehmigung, auf der Startbahn 28, die die Startbahn 16 überquert, in Stellung zu fahren, und eineinhalb Minuten später gab ihm die Starterlaubnis. Daraufhin reagiert der Pilot und weist die Crew des Sportkreuzers an, einen vollen Kreis nach links zu beginnen und kurz darauf eine enge Kurve zu nehmen.

Die Staatsanwaltschaft ist davon ueberzeugt, dass das Pilotenverhalten eine Zusammenstoesse der Maschine gefaehrdet hat. Der Staatsanwaltschaft ist daher bewusst, dass der Fluglotse die damalige Lage vollkommen verkannt hatte. " Es war ein unglaubliches Glücksgefühl, dass versierte Flieger in beiden Flugzeugen saßen. Einer der Gründe dafür war, dass der Fluglotse das Vorfall nicht gemeldet hat.

Die Piloten des Darwin-Flugzeugs und der Fluglehrer erklärten auch, dass die Lage eine Gefahr sei. Der Staatsanwalt verwies auf den Piloten, der von der schlimmsten Lage gesprochen habe, die er je hatte. Tragödien wie der Unfall von Ueberlingen, bei dem vor fünfzehn Jahren 71 Menschen ums Leben kamen, zeigen die grosse Verantwortlichkeit der Flugsicherung.

Die angeklagte Fluglotsin hingegen sah die Lage ganz anders. Der hatte die Lage immer im Griff, wie er bei der Vernehmung durch den Schiedsrichter mitteilte. "Es war mir bewusst, dass sich die Flugzeuge gegenseitig passieren würden. "Als er bemerkte, dass es knapp wurde, reagierte er umgehend und wies den Pilot an, stark nach links zu wenden.

Das war für ihn keine ungewöhnliche Angelegenheit, weshalb er auch auf einen Bericht verwiesen hatte.

Mehr zum Thema