Ewerführer

owerführer

Der Ewerführer ("Ewerführer", im Hafenjargon Schlickschuber, Schutenschupser) ist der Name des Leiters eines Binnenschiffes im Hamburger Einzugsgebiet. Derjenige, der Ewerführer werden wollte, musste drei Jahre lang lernen. Die Ewerführerei auf den Hamburger Wasserstraßen in einer illustrierten Geschichte. Der Ewerführer ist die zweitälteste Hafenbesetzung nach dem Stauen im Hamburger Hafen.

mw-headline" id="Geschichte">Geschichte[Bearbeiten | < Quelltext bearbeiten]

Der Ewerführer ( "Ewerführer", im Hafenjargon Schlickschuber, Schutenschupser) ist der Titel des Leiters eines Binnenschiffes im Einzugsgebiet Hamburgs. Das Wort Ewerführer stammt vom Bootstyp Ewer, einem Elbsegler. Der Ewerführer ist die nach dem Stauen die zweitälteste Hafenbesetzung im Hansestadt. Weil sich Segelschiffe im Yachthafen als unpraktikabel erwies, wurden sie durch Binnenschiffe abgelöst - geöffnete Schiffe ohne eigenen Vortrieb.

Der Ewer-Anführer mit seinen Lastkähnen hatte die Pflicht, Waren von und zu den Seeschiffen im hamburgischen Hafengelände zu transportieren, wenn sie nicht an Land anlegten. Weil der Großteil der Kaibetriebe erst ab den 1880er Jahren gebaut wurde, war der Gütertransport im Hamburger Binnenhafen mit Binnenschiffen die Regel. Die meisten Schiffe wurden erst ab 1880 gebaut.

Erst 1913 wurden 52 Prozentpunkte der Ware mit Lastkähnen vom State Quay aus transportiert. Im Jahr 1896 nahmen 95 Prozentpunkte der gut strukturierten Ewer-Führer an dem großen Streik der Hafenarbeiter in Hamburg teil. Im Jahr 1899 waren in Hamburg und Altona rund 2000 Menschen auf den Binnenschiffen beschäftigt. Sie luden die Ladung der Hochseeschiffe auf Lastkähne. Sie wurden von den Ewer-Führern in die Lagerhäuser und Lagerhäuser überführt, ab 1888 ausschliesslich in die Speichererstadt oder auf andere Schiffe und dort wieder abgeladen.

Urspruenglich wurden die Lastkähne durch Muskelkraefte bewegt. Später, als sich der Port auf die südliche Seite der Elbe ausbreitet, werden Zugmaschinen verwendet. Mit zunehmender Etablierung von Schleppern und größeren Binnenschiffen wurde der Ewerführer als gelernter Skipper immer weniger wichtig. Noch bis Ende der 1880er Jahre wohnten die Ewer-Führer auf ihren Schiffen, wie es damals der Brauch war.

In Sachen Inneneinrichtung und Innenarchitektur waren die Ewer-Führungskräfte sehr selbstständig. Auf seinem Schiff wohnte ein Ewerführer zum Teil mehrere Woche, bevor er zu seiner Gastfamilie an Land ging. Bei dem Ewerführer handelte es sich um eine Lehre, die zunächst eine 4-jährige Berufsausbildung voraussetzte. Der Ewerführer ist heute ein staatlich geprüfter Ausbildungsbetrieb nach dem Ausbildergesetz. Im Jahr 2006 wurde die Richtlinie außer Kraft gesetzt und durch den Berufsstand des Hafenskippers abgelöst.

Rund um 1980 gab es noch ca. 70 bis 80 Auswanderereien, heute (2008) gibt es noch drei bis fünf Unternehmen. Die Berufsgruppe der Ewerführer ist vom Erlöschen bedroht, da immer mehr konventionelle Stückgüter in Behältern transportiert werden. Daher haben sich die verbleibenden Auswanderereien neu ausgerichtet und Schiffscontainer mit ihren Binnenschiffen im hamburgischen Stadtgebiet.

Sozialkunde der Hamburgischen Hafengewerkschaft 1886-1914, Wandenhoeck & Robrecht, Göttingen 1984; Arnold Kludas und Harry Braun: Ewerführer. Ein illustrierter Überblick über die Entstehungsgeschichte der Eureführerei auf den Gewässern Hamburgs. Der Hansedienst in der Europäische Versandhandelsstelle; Edition: 2 (2002), ISBN 3-434-52602-1. Maria Möring / Gisela Kühn: Der Hamburgische Ewerführer im Wandel of times, Publishing House Hanseat.

Merkur, Hamburg 1965; Jürgen Rath: Arbeiten im Hamburgischen Binnenhafen. Hamburg-Harburg 1988, ISBN 3-925622-41-1.

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