Die Duale Berufsausbildung

Duale Berufsausbildung

Duale Berufsausbildung - ein Modell für die Zukunft? 17.6.2016 Von: Prof. Dr.

Christian Ebner, geboren 1978, ist Juniorprofessor des BIBB für Sozialwissenschaften, vor allem für sozialwissenschaftliche Arbeitsforschung, an der Kölner Unversität. Dr. Alexandra Uhly, Jahrgang 1967, ist Forschungsassistentin am BIBB mit den Schwerpunkten Bildungsstatistik, kennzahlenbasierte Bildungsberichterstattung auf der einen Seite und berufliche Bildungsforschung auf der anderen. Dieser Artikel beschreibt eine kurzgefasste Bewertung der zukünftigen Entwicklung des doppelten Gleichgewichts.

Welche Anforderungen stellt das duale Berufsbildungssystem? Seit einiger Zeit werden die Vorteile und Schwachstellen des dualen Systems in der Praxis heftig erörtert. Aufgrund der im internationalem Maßstab niedrigen Jugenderwerbslosigkeit, die dem Dualsystem zugeschrieben wird, ist sie auch für andere Länder ein "Exportschlager" (Bundesministerium für Bildung in Deutschland 2015; Euroministerium 2013). Ausschluss von Unternehmen?

Letztere könnten darauf hindeuten, dass sich die Unternehmen allmählich aus der Berufsausbildung ausklinken. Die Abnahme der innerbetrieblichen Stellen im Dualsystem ist nicht nur auf die rückläufige Zahl der Schulabgänger, die erhöhte Studienbereitschaft oder Probleme bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz auf dem Lehrstellenmarkt zurückzuführen (siehe auch Der Ausbildungsmarkt). Betriebsbedingte Ursachen, wie z.B. ein niedrigerer Bedarf an Fachkräften, erhöhte Aufwendungen für die innerbetriebliche Berufsausbildung oder Umstrukturierungsmaßnahmen wie mehr Aus- und Fortbildung statt Bildung, werden auch von den Unternehmen selbst erwähnt (vgl. dazu Molekül Troltsch/Gerhards 2015).

Die rückläufige betriebliche Bildungsbeteiligung trifft vor allem Kleinstunternehmen. Kleinunternehmen verfügen oft nicht über die nötige fachliche Ausrüstung und die notwendigen Mittel, um junge Menschen selbstständig zu unterrichten; eine Fusion von Kleinunternehmen zu "Ausbildungsgemeinschaften" könnte dies zum Teil kompensieren. Für die kooperative Ausbildung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten (siehe BMBF 2011). Damit das duale System für die Industrie weiterhin interessant bleibt, muss es auch jungen Menschen wirtschaftlich sinnvolle Fähigkeiten vermitteln. Dieses System ist für die Industrie von zentraler Bedeutung.

Die duale Berufsausbildung muss sich daher kontinuierlich an die Entwicklung des Arbeitsmarktes anlehnen. Dazu gehört zum Beispiel zum einen die Veränderung der Berufsstruktur: Während die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe eher rückläufig ist, nimmt die Beschäftigung im Dienstleistungsbereich zu. Dementsprechend muss das duale System neue, zukunftsorientierte Lehrberufe heranbilden und gegebenenfalls neue, moderne Stellenprofile für sie ausarbeiten.

Einmal gelernt, kann etwas nicht mehr während des gesamten Arbeitslebens im Betrieb sinnvoll genutzt werden. Daher muss die Schulung auch die Möglichkeit bieten, sich im Verlauf des eigenen Lebenszyklus regelmässig fortzubilden (learning to learn). Damit sich die duale Berufsausbildung auch in den kommenden Jahren behauptet, muss sie auch für Jugendliche interessant sein. Durch den Rückgang der Geburtenrate schrumpft der Prozentsatz der jungen Menschen an der Gesamtpopulation ebenso wie die Einstellungsbasis für duale Ausbildungsbetriebe.

Mit dem Anstieg der Relativgehälter von Wissenschaftlern im Vergleich zu denen von Auszubildenden ergibt sich in der Tat ein Pull-Effekt auf den Hochschulbereich. Daher muss sich die Unternehmenswelt zunehmend fragen, ob sie eigentlich Menschen mit einer 3-jährigen Berufsausbildung denjenigen mit einem 3-jährigen Bachelor-Abschluss bevorzugen sollte. Verschiedene Duale Studienmodelle, d.h. Lehrveranstaltungen mit einem verhältnismäßig großen Anteil an praktischer Arbeit in Unternehmen, gewinnen ebenfalls an Bedeutung und konkurrieren mit dem klassisch Dualen Staat.

Während die Berufsausbildung bundesweit reglementiert ist, sind viele duale Ausbildungsgänge viel mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen (großen) Unternehmen zugeschnitten (Graf 2016, S. 11). Obwohl dieser Mangel an Klarheit für einige junge Menschen unsicher und damit ein Problemfeld ist, ist es eine gute Idee für andere junge Menschen, die sich nicht frühzeitig auf einen bestimmten Berufsstand einlassen wollen.

1 ] Auffallend ist, dass die Anzahl der freien Ausbildungsplätze ständig zunimmt. Das gilt zumal die Voraussetzungen für den Einstieg in die Berufsausbildung ständig anwachsen. In einigen Fällen können jedoch keine Ausbildungsplätze vergeben werden, da die Jugendlichen die Ausbildungs-, Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in einigen Berufsgruppen als wenig attraktiv empfinden. Beispiele sind eine adäquate Vergütung, Beschäftigungssicherheit, Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten oder eine verbesserte Vereinbarung von Arbeit und privatem Leben oder von Familien.

Obwohl dem beruflichen Bildungssystem aus makroökonomischer Sichtbarkeit nach wie vor große Aufmerksamkeit geschenkt wird, hat das duale System der beruflichen Aus- und Weiterbildung aus individueller Teilnehmersicht seine Anziehungskraft im Vergleich zu anderen Bildungsverläufen verloren. Aus diesem Grund wurden verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Anziehungskraft der doppelten Berufsausbildung und zur Absicherung einer hinreichenden Bewerberzahl ergriffen, darunter der Aufbau der beruflichen Orientierung, Imagebildung, die bedarfsgerechte Nachwuchsförderung für kleine und mittlere Unternehmen, die Anwerbung von Abbrechern für die duale Berufsausbildung, die Verstärkung der Permeabilität zwischen Berufsausbildung und Hochschule oder der Aufbau der Nachwuchsförderung für Jugendliche mit migrantischem Hintergrund in der doppelten beruflichen Erstausbildung ( " Bundesbildungsministerium 2015 ").

Darüber hinaus sollten mehr Ältere für eine Berufsausbildung (Umschulung/Weiterbildung) im Dualsystem angezogen werden. Oft reicht eine Bildung nicht mehr aus für ein Jahr. Es sollte auch in der späten Lebensphase leicht erlernbar sein - zum Beispiel, weil man sich umorientieren will oder muss, wenn sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt in gewissen Berufsgruppen verschlechtert haben oder man einen gewissen Job aus Gesundheitsgründen nicht mehr ausübbar ist.

Das duale Ausbildungssystem mit seinen mehr als 300 Lehrberufen ist in einigen Bereichen hoch spezialisierte. Dadurch kann es sehr schwierig sein, zu einem späteren Zeitpunkt in einen ähnlichen Berufsstand zu wechseln. Die bestehenden Maßnahmen zielen darauf ab, die Inhalte der beruflichen Bildung zu erweitern (z.B. durch "Berufsfamilien mit gemeinsamer Kernkompetenz"), damit auch die so geschulten qualifizierten Arbeitskräfte im Laufe ihres Berufslebens differenzierter eingesetzt und fachspezifisch ausgebildet werden können - im Geiste des lebenslangen Lernens. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die Berufsbildung in der Praxis umgesetzt wird.

Letztendlich hat das duale Berufsbildungssystem seine Vor- und Nachteile, die je nach Wirtschaftslage und technischer Weiterentwicklung auch unterschiedliche Auswirkungen haben. Vor allem gilt es, günstige Aspekte des Berufsbildungssystems in Deutschland zu bewahren und gleichzeitig eine hinreichende Anpassungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an neue Gegebenheiten zu erwirken. Bundesbildungsministerium of Education and Research (Ed.) (2015): Jobsbildungsbericht 2015 Bonn; Federal Ministry of Education and Research (Ed.) (2011): Verbunddausbildung - die Ausbildungform der Zeit?

a. b. s. a. b. ( "Euler, Dieter (2013): Berufsausbildung in Deutschland - ein Export-Hit oder eine Reform-Baustelle? Darin: Fachzeitschrift für Berufs- und Wirtschaftpädagogik, 109 (3), pp. 321-331. Mohr, Sabine; Droltsch, Klaus; Gerhards, Christian (2015): Withdrawal of companies from vocational training: Reasons and patterns.

Mehr zum Thema