Berufe in Deutschland für Ausländer

Ausländische Berufe in Deutschland für Ausländer

Sie erlernen den Beruf direkt in einem Unternehmen. Du gehst in die Berufsschule. Zuwanderung: Ausländer sind in diesen Berufen unverzichtbar. Jeder, der eine interkulturelle Gemeinschaft erleben will, muss nur einen kurzen Einblick in die deutschen Betriebskantinen haben. Ob nun aus der deutschen, italienischen oder indischen Kochkunst, Menschen aus aller Welt sind nahezu immer als Köchinnen und Küchenhelferinnen tätig.

Das Gleiche trifft auf viele große Gaststätten zu. Der Gastronomiebereich ist einer der Sektoren mit dem größten Ausländeranteil.

Aber es gibt auch Berufe, in denen Ausländer eine noch grössere Rolle spielen: Knapp 40 Prozentpunkte der Mitarbeiter in den Fleisch verarbeitungsbetrieben der BRD sind nicht hier zuhause. Aus diesen Daten geht hervor, inwieweit die heimische Volkswirtschaft heute von ausländischen Arbeitskräften abhängig ist. Nach Angaben der Bundesanstalt ist mehr als jeder zehnte Mitarbeiter in Deutschland ein Ausländer: Im Sommer 2017 wurden 3,6 Mio. der 32,7 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Menschen anderer Nationalität übernommen.

Daraus ergeben sich zwei langfristig orientierte Trends: Zum einen besteht in vielen Berufsgruppen ein Mangel an einheimischem Nachwuchs, zum anderen ist die Arbeitskräftenachfrage aufgrund der guten Wirtschaftslage so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Berufe, die aus verschiedenen Beweggründen als weniger interessant angesehen werden, haben es schwierig, genügend in Deutschland tätige Antragsteller zu werden.

Auch die Kennzahlen des DEHOGA verdeutlichen, wie stark die Wichtigkeit der ausländischen Arbeitskräfte in Deutschland gestiegen ist: Während der Auslandsanteil der Arbeitskräfte in der Hotelbranche zur Jahrhundertwende noch 12,5 Prozentpunkte betrug, waren es 2017 bereits 22,8 Prozentpunkte ohne Deutschlandreisepass.

Bereits im Jahr 2000 waren rund 27 Prozentpunkte der Gemeinschaftsverpflegung Ausländer, 17 Jahre später 36 Prozentpunkte. In der gesamten Hotellerie hatten rund 338.000 der eine Millionen Mitarbeiter eine andere Staatsangehörigkeit als Deutschland. In Deutschland kommen die mit weitem Abstand meisten Arbeitsmigranten aus der EU, auch wenn die Zuwanderungsbereitschaft junger Menschen in letzter Zeit wieder nachgelassen hat.

Von den 3,6 Mio. Beschäftigten ohne deutschem Reisepass kommen rund zwei Mio. aus einem anderen Staat der internationalen Gemeinschaft, angeführt von Polen (400.000 Mitarbeiter), Rumänien (309.000 Mitarbeiter) und Italien (259.000 Mitarbeiter). Die Türkei ist jedoch nach wie vor das bedeutendste Einzelherkunftsland: Mehr als eine halben Milliarde Arbeiter ohne deutschem Reisepass sind Türken.

Fast 200.000 oder 5,5 Prozentpunkte der Auslandsmitarbeiter kommen aus Herkunftsländern wie Syrien. Nach dem derzeitigen Modell ist zu erwarten, dass Einwanderer für den lokalen Arbeitsmark weiter an Gewicht zulegen werden. "Für die Beschäftigungstrends sind die dt. Firmen aktuell optimistischer als seit dem Frühling 2011", hat das IQWiG gerade in seiner Wirtschaftsprognose erklärt.

Nach Angaben des Instituts wollen 46% der Unternehmen 2018 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, während nur knapp neun% einen Personalabbau in Betracht ziehen werden. Damit könnte die Anzahl der Beschäftigten in Deutschland in diesem Jahr wieder um nahezu 600.000 Menschen ansteigen, während zugleich die Arbeitslosigkeit auf fünf Prozentpunkte fallen wird.

Es ist bereits jetzt erkennbar, dass ein großer Teil der entstandenen Arbeitsplätze mit ausländischen Arbeitskräften besetzt wird. Ausländische Mitarbeiter hatten im vergangenen Jahr einen Anteil von 369.000 oder rund 51% an den Neueinstellungen. Alles in allem kann gesagt werden, dass das neue deutsche Konjunkturwunder wahrscheinlich schon lange verlangsamt worden wäre, wenn es keine Arbeitskräftewanderung gegeben hätte. Dies trifft in jedem Falle auf die Bereiche Gastgewerbe und Hotelwesen zu.

Es gäbe hier nicht viel zu tun ohne Ausländer. Im Hotel- und Gaststättengewerbe ist es von großer Wichtigkeit, dass die Regierung die Einsatzmöglichkeiten für Fachkräfte aus dem In- und Ausland aufwertet. So bleibt beispielsweise in IT-Berufen, die verzweifelt nach jungen Menschen Ausschau halten, der Anteil der Migranten unter dem Durchschnitt von acht Prozentpunkten. Was die Gewinnung hochqualifizierter Menschen nach Deutschland betrifft, so hat die Zuwanderungspolitik in Deutschland noch viel zu tun.

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