Berufe in der öffentlichen Verwaltung

Professionen in der öffentlichen Verwaltung

Kinder mit Migrationshintergrund? Alle, die in einer Behörde oder für eine Behörde arbeiten, üben eine Tätigkeit in der öffentlichen Verwaltung aus. Auszug aus der Klassifizierung der Berufe 2010, Auflage 2010

Die Klassifizierung der Berufe (KldB) soll ein realistisches Bild der beruflichen Landschaft in Deutschland vermitteln und die beruflichen Strukturen in Statistik und Analyse adäquat abbilden. Sie ist ab 2011 bundesweit wirksam und ersetzt die beiden bisher gültigen landesweiten Stelleneinstufungen für die Bereiche 1988 und 92. Aufgrund der hohen Konformität mit der International Standard Classification of Occupations 2008 (ISCO-08) wird die weltweite Verständlichkeit der beruflichen Informationen in der offiziellen Statistik und Wissenschaft erhöht.

Zu nicht-kommerziellen Zwecken sind Vervielfältigungen und die kostenlose Weitergabe, auch in Auszügen, unter genauem Hinweis erlaubt. Der Vertrieb, auch in Auszügen, über die elektronischen Systeme/Datenträger erfordert eine vorherige Einwilligung. Statistiken der BA, Zentrales Statistikamt: Tel.: 0911/179-2264, -1089, Die Export-Dateien sind im zip-Format verdichtet und beinhalten Informationen über den Inhaber und das Urheberschutz. Im Bedarfsfall werden die Export-Dateien entsprechend angepasst, das Datum der Aktualisierung vermerken Sie das Datum im Namen der Datei.

7.1 Berufe und Führungspositionen im öffentlichen Dienst

Berufsfelder können sowohl konzeptionell als sozial oder organisatorisch institutionell verankerte Statusstellungen als auch als Zusammenführung von spezifischen Aktivitäten und Qualifizierungsbündeln definiert werden (Kurtz 2002: 8). In der Statusposition werden vor allem die Einkommens-, Autoritätsausübungs- und Sozialanerkennungsgrundlage (Endruweit/Trommsdorff 2002: 53), Aktivitäts- und Qualifizierungsbündel definiert als die zu einem Berufsstand gehörenden fachlichen und geistigen Kernaktivitäten und Kernkompetenzen.

Die Kombination dieser beiden Größen ergibt bestimmte Berufsprofile und Merkmale eines Berufes, die zur Unterscheidung und Unterscheidung von Berufen herangezogen werden können. Das Kanzleramt oder der hauptamtliche Vizepräsident für administrative Angelegenheiten an einer Landesuniversität ist aufgrund ihrer Funktion und ihres Gehalts als ein führendes Büro in der öffentlichen Verwaltung zu erachten. Aber auch die Privatuniversitäten haben trotz ihrer grösseren Gestaltungsfreiheit bei der Verwaltung und der administrativen Organisation oft den Begriff "Kanzler" für die Benennung der administrativen Leitung verwendet.

Im vorliegenden Falle wäre es wahrscheinlich wahrscheinlicher, dass das Verwaltungsmanagement in institutioneller Hinsicht dem Privatsektor als führender Position zugeordnet würde. Der Beamtenstatus der meisten Bundeskanzler und hauptberuflichen Rektoren an öffentlichen Universitäten ist mit funktionalen Zuordnungen und normativen Anforderungen sowie der Klassifizierung in den karriere- und gehaltsrechtlichen Strukturen des Dienstrechts verbunden. Ausgehend von den verfassungsmäßigen Prinzipien des professionellen öffentlichen Dienstes wurden konkrete Haltungen und Wahrnehmungsaufgaben wie Unparteilichkeit und Sachlichkeit, Sachverstand und Legalität sowie die Ausrichtung auf das öffentliche Wohl herausgearbeitet, die allgemein als "Beamtenethos" bezeichnet werden.

Dementsprechend wird im Gegensatz zum organisatorischen Verhalten in der Privatwirtschaft davon ausgegangen, dass Verwaltungshandlungen eine Erwartungslogik, Legalität und Konsistenz aufweisen (Mayntz 1997: 17). Die Tatsache, dass diese Prinzipien auch in Bezug auf eine bestimmte Berufshaltung der Mitarbeiter im öffentlichen Bereich und vor allem bei Führungskräften erfahrungsgemäß gefunden wurden, ist das Ergebnis früherer Untersuchungen (Luhmann/Mayntz 1973).

Die Empiriestudien weisen auf das Bestehen einer am Allgemeinwohl, an der politischen Selbständigkeit und an der Fachkompetenz ausgerichteten Haltung und Leistungsbereitschaft im öffentlichen Sektor hin, sowohl in verschiedenen Verwaltungsgebieten und Staaten als auch im Zeitablauf (Hammerschmid et al. ¬ 2009: 74; Peters 2009; Desmarais/Chatillon 2010). Für das Fachgebiet der Hochschul- und Wissenschaftsadministration wurde der Umstand, dass der Einsatz verschiedener Gestaltungsprinzipien von Naturwissenschaft und Verwaltung als besonderer Herausforderer des Verwaltungshandelns frühzeitig thematisiert wurde (Meusel 1993; Mayntz 1985; Perpetert 1999).

So hat die Angst vor einer BÃ??rokratisierung oder eine zu starke Ausrichtung auf die bÃ?rokratischen Regelungen des Personals in den wissenschaftlichen Verwaltungen die Diskussion Ã?ber die entsprechenden Zuständigkeiten der Hochschulverwaltungen geprÃ?gt, so wie es heute bei der Ã?berprÃ?fung der betriebswirtschaftlichen Instrumentarien auf die besonderen VerhÃ?ltnisse der Hochschulleitung der der Fall ist. Im Hinblick auf die berufliche Laufbahn der Beschäftigten im öffentlichen Sektor wurde die klare Fokussierung auf rechtliche Ausbildungspfade und Berufserfahrung im Rechtssystem und der damit verbundene höhere Prozentsatz von Rechtsanwälten unter den Exekutivkräften als ein klassisches Merkmal der administrativen Eliten in Deutschland hervorgehoben (Luhmann/Mayntz 1973; Derlien/Mayntz 1988; Thelien 1994; Thelien 2008)[1].

Die als juristisches Monopol problembehaftete "abstrakte Elite" (Dahrendorf 1962) wurde auch als Kernbestandteil der rechtsgerichteten Orientierung des Verwaltungsverfahrens und der professionellen Zusammenarbeit von Executives im öffentlichen Sektor angesehen. In den vergangenen Jahren hat es jedoch eine allmähliche Liberalisierung und Homogenisierung der Verwaltungseliten und -manager im öffentlichen Sektor gegeben (Schwanke/Ebinger 2006: 232 ff; Hammerschmid et al. ^ 2010: 10; Bogumil et al. ^ 2012: 162ff).

Beispielsweise zeigt Bogumil et al., dass der Anwaltsanteil unter den Top-Beamten von 62,6% (1987) auf ca. 52,6% (2009) gesunken ist und dass der Sozialwissenschaftleranteil von 5,8% (1987) auf fast 12,9% (2009) gestiegen ist (Bogumil et al. 2012: 162). Im Gegensatz zu dem, was Beobachter im Zusammenhang mit dem Managementalismus in der öffentlichen Verwaltung vermuten, ist der Ökonomieanteil unter den hohen Bundesbeamten mit 17,7% (1987) und 17,2% (2009) vergleichsweise gleichgeblieben ("Bogumil et al. 2012: 162).

Empirisch gibt es jedoch wenig Erkenntnisse über die Einstellung, den Werdegang und die berufliche Rolle von Managern in den unterstellten Behörden und Selbstverwaltungseinrichtungen der Länder. Mit der Modernisierung der Verwaltung, die von Dezentralität und Unabhängigkeit geprägt ist, haben sich auch die Aufgaben und Anforderungen der Manager im öffentlichen Dienst mehr und mehr am Modell des "public manager" ausgerichtet (König/Reichard 2007).

Es wäre z.B. durchaus akzeptabel, wenn es im öffentlichen Dienst angesichts erhöhter Entscheidungsbefugnisse, betriebswirtschaftlicher Managementkonzepte und der Möglichkeit der zeitlich begrenzten Verlagerung von Managementpositionen zu Änderungen in der Berufsrolle kommen würde (Derlien 2002; König 2006). Darüber hinaus geht die Implementierung des Führungsmodells in untergeordneten Institutionen der öffentlichen Verwaltung wie Universitäten Hand in Hand mit der Schulung von spezifischen Managementkenntnissen und Kompetenzen im Hinblick auf den Einsatz der neuen Instrumente der Universitätsentwicklung.

Durch den Einsatz dieser neuen Rechtsakte im Sinn einer fachlichen Umsetzung wird die bisher eindeutige Trennung zwischen privater Verwaltung und staatlicher Verwaltung in Bezug auf die Stellenbeschreibung immer schwieriger. Manager im Führungsmodell der "responsive administration" werden immer häufiger herausgefordert, über die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften hinauszugehen und proaktiv im Interesse ihrer eigenen Unternehmung als Dienstleistungserbringer und manchmal auch als Unternehmer zu handeln (Bogumil 2011: 40).

In dieser Hinsicht würde der selbstregulierende Charakter der Verwaltungslogik sicherlich Änderungen in der juristischen Laufbahn und im professionellen Selbstverständnis mit sich bringen. Aber welche Merkmale kennzeichnen die Berufsbeschreibung des Verwaltungsmanagements im Rahmen des Übergangs von einer Bürokratielogik der Universitätsverwaltung zur Verwaltungslogik? Bisher liegen keine Angaben zum Verwaltungsmanagement an Universitäten aus älteren Perioden vor, die eine umfangreiche Prüfung im Zeitablauf ermöglichen würden.

Grundlage der Debatte sind daher die Resultate einer bundesweiten Umfrage des FÖV Speyer im Jahr 2008 im Zuge des Projektes "Professionalisierungsprozesse an Fachhochschulen in Deutschland" (Antwort 57%; N 153)[2]. Die Untersuchung unterscheidet zwischen den folgenden Bereichen des Berufsbildes:

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